09. Februar 2017, 22:13 Uhr

Der Bär ist los

09. Februar 2017, 22:13 Uhr
Autogramme von Jurymitglied Maggie Gyllenhaal sind heiß begehrt. (Foto: dpa)

Die Musik reißt die Zuschauer von ihren Plätzen. Django Reinhardt spielt mit geschlossenen Augen. Unten in dem Konzertsaal im besetzten Paris 1943 sitzen ganze Horden von Nazis. Mit der Weltpremiere des Musikerporträts »Django« wurde die 67. Berlinale am Donnerstagabend eröffnet. Etienne Comars Biopic über den legendären französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt handelt von einem Genie in einer dunklen Zeit. Der Wettbewerb um den Goldenen Bären wurde damit offiziell gestartet.

»Django« erzählt die Geschichte des Mitbegründers des Gypsy-Swing und seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Frankreich. Jazz und Politik – ein passender Auftakt für die Berlinale, die als das politischste der großen Filmfestivals Berlin, Cannes und Venedig gilt. Mehr als 1600 Galagäste waren in den Berlinale-Palast am Potsdamer Platz gekommen.

Auf dem roten Teppich begrüßte Festivaldirektor Dieter Kosslick neben dem »Django«-Team und Hollywoodstar Richard Gere fast die gesamte deutsche Film-Elite – darunter Iris Berben, Henry Hübchen, Tom Schilling, Senta Berger, Heike Makatsch, Corinna Harfouch und Maria Schrader. Die Regisseure Wim Wenders, Andreas Dresen und Volker Schlöndorff waren ebenso gekommen wie Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng und Model Toni Garrn.

Comedystar Anke Engelke führte durch die Eröffnungszeremonie und verteilte reichlich Seitenhiebe vor allem in Richtung der Politik von US-Präsident Donald Trump. Ihr bodenlanges weißes Kleid mit einer Art vergittertem Silber-Bustier zum Beispiel passe doch gut: »eingezäunt«, meinte Engelke in Anspielung auf Trumps Pläne zum Ausbau der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte in ihrer Ansprache: »Artists first«, Künstler zuerst. Die Berlinale sei ein »Fest der Kunstfreiheit«. Die Festivaljury, der auch die amerikanische Schauspielerin Maggie Gyllenhaal angehört, betonte, sie wolle sich trotz der angespannten Weltlage nicht politisch vereinnahmen lassen. »Ich hoffe, dass die Jurymitglieder erst mal auf die Qualität der Filme achten – ohne politische Vorurteile«, sagte Jurypräsident Paul Verhoeven.

Neben »Django« konkurrieren weitere 17 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am Ende des elftägigen Festivals vergeben werden. Mit Volker Schlöndorff (»Rückkehr nach Montauk«), Andres Veiel (»Beuys«) und Thomas Arslan (»Helle Nächte«) haben auch drei Deutsche Bären-Chancen.

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