26. März 2017, 21:53 Uhr

Balsam für die Seele Niedecken erhält Paul-Lincke-Ring 2017 Lesebegeisterung lebt Im Mai neues Album von Helene Fischer Premierenapplaus für den »Krug« à la Thalheimer Ahrenshoop feiert 125 Jahre Künstlerkolonie Sorge um Kaufmann Kelly Family wieder auf d

Gordon Sumner alias Sting gehört zu den lebenden Legenden im Musikbusiness. Bei seinem viel beachteten Deutschland-Tourauftakt mischte er die Songs seines neuen Albums »57th & 9th« mit Klassikern von The Police – und gab sich familiär, weltmännisch und vor allem authentisch.
26. März 2017, 21:53 Uhr

Sting ist früh dran. Zur besten »Tagesschau«-Zeit kommt der als Gordon Matthew Thomas Sumner geborene Brite ganz unprätentiös in T-Shirt und Jeans auf die Bühne; dabei hatten die Zuschauer in der seit Wochen ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg eigentlich erst mit seiner Support-Band gerechnet. »Guten Abend, meine Damen und Herren«, begrüßt der 65-jährige Musiker zum Tourauftakt vornehm auf Deutsch und stimmt auf der Akustikklampfe das Lied »Heading South On The Great North Road« ein. Es stammt von seinem im November erschienenen Album »57th & 9th«, auf dem er nach Ausflügen ins Musical-, Orchester- und Weltmusikfach wieder rockigere Töne anschlägt.

An diesem Abend dient der Song dazu, dem Publikum eine besondere Person aus Stings Leben vorzustellen: »Hier ist mein Sohn, Joe Sumner!«, sagt er nach ein paar Akkorden. Joe Sumner, der auch schon 40 Lenze zählt, stimmt unter viel Jubel in den Gesang des Vaters ein, und es ist rührend und erstaunlich zugleich, wie ähnlich die beiden klingen und auch noch ausschauen. Der Sting-Spross singt noch ein paar Akustikstücke alleine, danach heizt die texanische Supportband The Last Bandoleros den Menschen im übervollen Innenraum der Halle ein.

Wenig später kommt Sting zurück. Begleitet wird er nun von einer sechsköpfigen Band, zu der sich auch sein Sohn gesellt. Als Dutzende Scheinwerfer die Bühne in rotes Licht tauchen und er »Englishman in New York« anspielt, gibt es den ersten Zwischenapplaus. Auch die im Anschluss dargebotenen neuen Stücke »I Can’t Stop Thinking About You« und »One Fine Day« kommen prima an. Stings Konzert ist so schnörkellos wie er selbst, es geht ihm allein um die Musik. Davon hat der mit 16 Grammys ausgezeichnete Künstler in 40 Jahren so reichlich angesammelt, dass er für einige Gänsehaut-Momente sorgt. Als die ersten Klänge von »Fields Of Gold« ertönen und die Farbe des Lichts auf Goldgelb wechselt, geht ein Seufzer durchs Publikum. In einer aus den Fugen geratenen Welt gibt Sting den Menschen Balsam für die Seele.

Viele Klassiker von The Police

Mit »Ashes To Ashes« lässt er Joe Sumner eine Hommage an den im Januar 2016 verstorbenen Kollegen David Bowie singen. Bei »Desert Rose« zeigt Sting, welch großartiger Arrangeur er auch ist: Das Lied gebärdet sich mit seinen Weltmusikelementen wie ein wilder Ritt durch die Kulturen. Erstaunlich viele Klassiker seiner ehemaligen Band The Police streut Sting in sein Set, wofür er den größten Applaus erntet. »Message In A Bottle«, »So Lonely«, »Roxanne« und »Every Breath You Take« präsentiert er mitunter in abgewandelten Versionen. Emotional wird es noch mal am Schluss, als Sting zur zweiten Zugabe auf die Bühne zurückkehrt. »Ich möchte den Abend nachdenklich beenden«, sagt er und widmet das Lied »Fragile« den Opfern des Westminster-Anschlags in London vom Mittwoch. Ein würdiger Abschluss. (Foto: dpa)

Wolfgang Niedecken (65), Gründer der legendären Kölsch-Rock-Gruppe BAP, hat den Paul-Lincke-Ring 2017 der Stadt Goslar erhalten. Der Künstler nahm die Auszeichnung zu Ehren des Komponisten am Sonntag in Goslar-Hahnenklee entgegen, überreicht wurde der Ring von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD). Seit den 70er Jahren habe Niedecken mit BAP die deutsche Rockmusik geprägt und kontinuierlich weiter entwickelt, sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU). Niedecken stehe für authentische, ehrliche Musik.

»Kaum jemand verbindet in seinem Werk so erfolgreich eine hohe persönliche Glaubwürdigkeit, die Liebe zur Heimatregion und die Fähigkeit, eingängie und universal gültige Hits zu schreiben, von denen viele längst zum deutschen Popmusikkanon gehören«, heißt es in der Begründung der Jury. Der Ring erinnert an den Komponisten Paul Lincke (»Das ist die Berliner Luft«), der 1946 in Goslar-Hahnenklee beigesetzt wurde. Die Auszeichnung wird seit 1955 an Künstler verliehen.

Die Leipziger Buchmesse hat ihrem Ruf als große Bücher-Party alle Ehre gemacht und 2017 ein deutliches Besucherplus verzeichnet. Wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten, kamen 285 000 Gäste. Auf dem Messegelände wurden 208 000 Besucher gezählt, den Rest steuerte das Lesefestival »Leipzig liest« bei. Im Vorjahr hatten Bücherschau und Lesefest rund 260 000 Besucher gezählt. »Die Messe hat einen guten Lauf«, sagte Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Trotz der verschiedenen Herausforderungen, vor denen die Buchbranche stehe, herrsche Optimismus vor.

Die Umstellung auf Sommerzeit sorgte in Leipzig am Sonntagmorgen für Verwirrung. Wer sich in Vorbereitung auf den letzten Messetag beim Frühstück aus der App oder von der Internet-Seite die Zeiten der Lesungen herausschrieb, lief Gefahr, eine Stunde zu spät dran zu sein. Mehrere Twitter-Nutzer monierten den Fehler. Die Buchmesse reagierte und programmierte den Zeitfehler heraus. Es habe sich um ein kurzes Problem gehandelt, sagte eine Sprecherin. Noch bevor die Hallen öffneten, seien alle Zeiten korrekt gewesen. Die Frühlingsschau der Branche habe gezeigt, wie lebendig die Begeisterung der Leser für Bücher und Büchermacher sei, erklärte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner. Auch die Messe an sich wuchs. 2493 Aussteller (Vorjahr: 2250) aus 43 Ländern hatten sich von Donnerstag bis Sonntag in Leipzig präsentiert.

Begleitet wurde die Buchmesse wieder von der Manga-Comic-Con. Die parallele Ausstellung zog in Scharen die kostümierten Cosplayer an, die für das typische bunte Bild auf dem Messegelände sorgten. Für die Veranstalter gehört die Manga-Messe untrennbar zur Buchmesse, weil damit junge Leute angezogen werden.

Die Buchmesse und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nutzten die Veranstaltung, um auf die Bedrohung der Meinungsfreiheit weltweit aufmerksam zu machen. Besonders die Lage in der Türkei wurde auf den Podien vielfach diskutiert. »Die Buchbranche gestaltet eine demokratische und offene Gesellschaft aktiv mit, das haben Verlage, Autoren und Leser auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse deutlich gezeigt«, erklärte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins. Als Schwerpunktland hatte sich in diesem Jahr Litauen in Leipzig präsentiert. Die Balten freuten sich über ein reges Interesse an ihrem Land und ihrer Literatur. Der Auftritt sei ein Durchbruch für die Wahrnehmung Litauens gewesen, sagte Ausrine Zilinskiene, Direktorin des Litauischen Kulturinstitutes. Im kommenden Jahr wird Rumänien Gastland sein, 2019 folgt dann Tschechien. Die nächste Leipziger Buchmesse wird vom 15. bis 18. März 2018 veranstaltet.

Nach gut dreieinhalb Jahren bringt die Schlagersängerin Helene Fischer (32) wieder ein Album mit neuen Songs heraus. Es ist schlicht nach ihr benannt: »Helene Fischer«. Voraussichtlicher Veröffentlichungstermin ist der 12. Mai. Die Sängerin warb am Wochenende für das Album auf ihrer Facebook-Seite, enthüllte dort am späten Samstagabend auch schon das Cover. Fischer präsentierte erste Songs aus dem neuen Werk außerdem bei einem Auftritt in der ARD-Samstagabendshow »Schlager-Countdown – Das große Premierenfest«, die ihr Lebensgefährte Florian Silbereisen moderiert. Die Fans im Publikum in Oldenburg jubelten. Die 32-Jährige bedankte sich für diese »Welle der Liebe«.

Als bittere Farce einer Welt voller Aggression, Lüge und sozialer Ungerechtigkeit hat Regiestar Michael Thalheimer Kleists Komödie »Der zerbrochene Krug« am Deutschen Schauspielhaus Hamburg inszeniert. Vom Premierenpublikum gab es am Samstagabend viel Beifall für seine auf gut anderthalb Stunden reduzierte Fassung des Klassikers von 1808. Inmitten großartiger schauspielerischer Leistungen brillierte Carlo Ljubek als moralisch verkommener Dorfrichter Adam. Schlangengleich wand sich der Darsteller auf einem kühl-modernen Gerichtssessel – splitternackt bis auf schwarze Socken, mit einem von Blut und Wunden gezeichneten Körper. Dabei erinnerte das von Olaf Altmann geschaffene Bühnenbild an eine Art Setzkasten, in dem sich die einfache Bevölkerung unten nur geduckt bewegen konnte.

Mit der Eröffnung der Ausstellung »Licht, Luft, Freiheit« ist am Samstag das Festjahr zum Jubiläum »125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop« eingeläutet worden. Im Kunstmuseum des Ostseebades werden 90 Gemälde der Hauptvertreter der Gründergeneration gezeigt. Dazu gehören neben Paul Müller-Kaempff (1861-1941), der in dem damals einsamen Fischerdorf als erster ein Haus baute, auch Anna Gerresheim, Elisabeth von Eicken und Carl Malchin. Nach Angaben von Kurdirektor Roland Völcker gibt es einen Kunstpfad.

Die Familie von Christine Kaufmann ist in großer Sorge um die Schauspielerin. Die Angehörigen benötigten momentan »ihre gesamte Liebe und Kraft, um den hoffentlich eintretenden Genesungsprozess zu begleiten und für Christine Kaufmann da zu sein«, teilte eine Sprecherin der 72-Jährigen am Samstag mit. Mehrere Medien hatten zuvor über eine Erkrankung der Schauspielerin berichtet. Einzelheiten dieser Berichte bestätigte Kaufmanns Agentur ausdrücklich nicht. Die Sprecherin bedankte sich zugleich »von Herzen für die wundervolle überwältigende Anteilnahme aus der ganzen Welt«. Kaufmann spielte bereits als Kind in den 1950er Jahren ihre ersten Rollen.

Gut 5,7 Millionen Zuschauer haben das Bühnen-Comeback der Popgruppe Kelly Family am Fernsehbildschirm verfolgt. Angelo Joey, Jimmy, Kathy, Patricia und John Kelly traten am Samstagabend im niedersächsischen Oldenburg bei der Liveshow »Schlager-Countdown – Das große Premierenfest« auf. Das neue Album »We Got Love« mit vielen alten Hits war erst am Freitag erschienen.

3000 Kilometer in drei Monaten: Vier Reiter wollen während der documenta 14 die Strecke von Athen nach Kassel mit Pferden zurücklegen. Sie verbinden so die beiden Ausstellungsorte der Kunstausstellung miteinander – und zeichnen damit auch eine der Fluchtrouten quer durch Europa nach. Die Idee stammt von dem schottischen Konzept-Künstler Ross Birrell. Sein documenta-Beitrag trägt den Titel »The Transit of Hermes«. Er nennt es »ein mobiles, partizipatorisches, menschlich-pferdeartiges, 100 Tage andauerndes Ensemble«. Der Ritt beginnt am 9. April 2017, am Tag nach der Eröffnung der Weltkunstausstellung in Athen. Die Route führt durch Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich nach Deutschland.

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