06. September 2017, 19:27 Uhr

Tom Cruise mittendrin

Die US-Komödie »Barry Seal: Only In America« zeigt auf Basis einer wahren Geschichte einen der weniger bekannten US-Politskandale der 1980er Jahre. Tom Cruise spielt Barry Seal, der im Auftrag der CIA Waffen schmuggelt und Millionen verdient.
06. September 2017, 19:27 Uhr
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Von DPA
Seal

Vor 31 Jahren wurde der Pilot Barry Seal in Baton Rouge, Louisiana, auf offener Straße erschossen. Die Täter waren Mitglieder des berüchtigten Medellín-Kartells aus Kolumbien, für das Seal zuvor Drogen in die USA geschmuggelt hatte. Eigentlich sollte er als Zeuge gegen das Kartell aussagen – und über die Beteiligung von FBI und CIA an den kriminellen Machenschaften. Warum Seal nicht in einem Zeugenschutzprogramm war, bleibt ein Rätsel. Die Verschwörungstheorien halten sich bis heute.

»Barry Seal – Only In America« von US-Regisseur Doug Liman (»Die Bourne Identität«) mit Tom Cruise in der Hauptrolle erzählt auf Basis der wahren Ereignisse die absurde Geschichte Seals, der letztlich dank Unterstützung der Regierung von US-Präsident Ronald Reagan in den 80er Jahren Millionen Dollar verdiente, indem er in großem Stil Drogen ins Land brachte. Der Originaltitel »American Made« passt insofern noch besser. Domhnall Gleeson gibt als zwielichtiger CIA-Agent Monty Schafer die Aufträge.

Viele Fragen rund um Seals Machenschaften werden wohl nie vollständig geklärt werden. Dem Film zufolge sollte er ursprünglich auf Niedrigflügen über Zentral- und Südamerika im Auftrag der CIA wachsende kommunistische Aktivitäten fotografisch dokumentieren. Nach einer Weile schließt er geschäftliche Verbindungen mit Drogenbaron Pablo Escobar und dessen Partnern.

Als er erstmals gefasst wird, entgeht er einer Gefängnisstrafe in Kolumbien, weil die CIA ihn für ihren nächsten Auftrag braucht. Von seiner neuen Heimat Mena im Bundesstaat Arkansas, wo Seal ein großes Grundstück mit Privatflughafen und Wohnhaus erhält, schmuggelt er fortan Waffen nach Nicaragua, um die Contra-Rebellen zu unterstützen. Die Waffen landen bald woanders und das Drogengeschäft floriert weiter. Doch als Informant genießt der Pilot quasi Immunität.

In der Zeit, als Seal mit seinen illegalen Geschäften Millionen verdiente, war der spätere US-Präsident Bill Clinton Gouverneur von Arkansas. Als Cruise 2015 unter dem Titel »Mena« erstmals von seinem Filmprojekt berichtete, sollte Brian Dennehy (»Rambo«) Clinton spielen.

Launige Inszenierung

Doch die Rolle verschwand später aus dem Skript. Inwieweit Clinton als Gouverneur in den echten Skandal und die Vorkommnisse in Mena eingeweiht und möglicherweise auch involviert war, ist ungeklärt.

Tom Cruise stellt den Piloten und Drogenschmuggler Barry Seal als sympathischen Abenteurer und liebenswerten Familienmenschen dar, der seine Aktivitäten durch den indirekten Regierungsauftrag gerechtfertigt sieht und sein Glück oft selbst kaum fassen kann. Der 55-Jährige spielt lässig und mit gewohnter Leichtigkeit. Wie viele von Cruises Filmen ist auch »Barry Seal – Only In America« letztlich ein Vehikel für den vielbeschäftigten US-Schauspieler, der immer auch ein Stück sich selbst spielt.

Anfangs erinnert Barry Seals Aufstieg als Drogenschmuggler in einigen Szenen an Al Pacinos »Scarface« (1983). Doch während »Scarface« ein bitterböses Drama ist, bleibt »Barry Seal – Only In America« auch in dramatischen Szenen eher eine Abenteuerkomödie. Regisseur Liman hat die absurde Geschichte als launigen, sonnigen Unterhaltungsfilm mit vielen Lachern inszeniert.

Tom Cruise in Aktion kann man in Gießen (Kinopolis), Alsfeld (Kinocenter), Friedberg (Kinocenter), Marburg (Cineplex), Nidda (Lumos) und Nidderau (Luxor) bestaunen.



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