03. Juli 2017, 22:04 Uhr

G20-Gipfel

Zwei Tage für große Krisen

03. Juli 2017, 22:04 Uhr

Mehr als 19 000 Polizisten sollen den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg gegen gewaltbereite Demonstranten und Anschläge schützen. Schließlich nehmen an dem Treffen der Top-Wirtschaftsmächte auch Staats- und Regierungschefs teil, die Reizfiguren für Demonstranten sind: US-Präsident Donald Trump, sein russischer Kollege Wladimir Putin oder der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

? Was könnte das beherrschende Thema werden?

Das dürfte ein mögliches Treffen von Trump und Putin sein. Es wäre das erste Gespräch Trumps als Staatschef mit dem Kremlchef, ob kurz und informell oder mit vollem Programm.

? Welche Konfliktherde könnten die G20 beschäftigen?

Nicht nur Russland und die USA suchen eine Annäherung im Syrien- und Ukraine-Konflikt. Es geht auch um den Kampf gegen die Terrormiliz IS und die Bedrohung durch Nordkorea. Die USA wollen, dass China den Druck auf Nordkorea erhöht, sind zunehmend frustriert. Der isolierte Staat unternimmt vermehrt Raketentests und verletzt damit UN-Resolutionen. Auch wird ein neuer Atomtest erwartet. Trump schließt eine militärische Option nicht aus, die aber einen verheerenden Gegenschlag auf Seoul auslösen könnte. Südkoreas neuer Präsident kommt ebenso nach Hamburg wie Chinas Staatschef.

? Kommt auch die Katar-Krise zur Sprache?

Das ist anzunehmen, sind doch einige maßgebliche Kräfte des Konflikts dabei. Der saudische Vertreter und der türkische Staatschef Erdogan könnten das direkte Gespräch suchen, um eine Lösung in der Katar-Krise auszuloten. Saudi-Arabien hat zusammen mit anderen arabischen Ländern Katar isoliert. Sie werfen dem Land vor, Extremisten zu unterstützen, was das Golf-Emirat zurückweist. Die Türkei wiederum unterstützt Katar.

? Gibt es im Klimaschutz eine Front gegen Trump?

Nach dem angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen steht der US-Präsident isoliert da. Es wird erwartet, dass sich die anderen zur Umsetzung der Ziele bekennen, aber wie demonstrativ der Schulterschluss erfolgt, scheint offen. Wissenschaftler mahnen, dass die nächsten drei Jahre entscheidend für die nötige Klimawende sind.

? Und beim Streitthema Handel?

Entspannung zeichnet sich nicht ab. Zwar hat die G7-Gruppe der führenden westlichen Industrieländer im Mai Trump noch zu einem Bekenntnis gegen Protektionismus und für freien Handel bewegen können. Aber damit sind Marktabschottung und Strafen Washingtons gegen Handelspartner nicht vom Tisch. Die USA halten an Dumpingvorwürfen etwa gegen Stahllieferanten und an ihrer Kritik an Regeln der Welthandelsorganisation WTO fest. Wegen möglicher Strafzölle ist Europa alarmiert.

? Welche Wirtschaftsthemen stehen noch auf der Agenda?

G20-Gastgeber Deutschland will die anderen Top-Wirtschaftsmächte für Maßnahmen für eine robustere Wirtschaft gewinnen und für ein tragfähiges Schuldenniveau, stabile Finanzmärkte sowie zusätzliche Investitionen. Vorangetrieben werden sollen Maßnahmen gegen Steuertricks globaler Konzerne, ebenso die Regulierung von »Schattenbanken« und »Klimafinanzierung

? Warum ist Gesundheit ein wichtiges Thema für die G20?

Die Ebola-Krise hat verdeutlicht, dass Gesundheitssysteme gestärkt werden müssen, um die Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger zu verhindern. Auch sind ein Umdenken beim Einsatz von Antibiotika und neue Forschung notwendig, da sich zunehmend Resistenzen bilden.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Demonstranten
  • Donald Trump
  • G-20
  • G-20 Treffen
  • G7-Staaten
  • Gewaltbereitschaft
  • Krisen
  • Recep Tayyip Erdogan
  • Türkische Staatspräsidenten
  • Welthandelsorganisation
  • Wladimir Wladimirowitsch Putin
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos