19. Mai 2017, 20:45 Uhr

Trump auf Reisen

Viele Fallstricke

19. Mai 2017, 20:45 Uhr

Vor seinem Aufbruch nach Saudi-Arabien erkundigte sich Trump bei seinen Beratern, ob es eine Möglichkeit gebe, die Reise von neun auf fünf Tage zu verkürzen. Der »America First«-Präsidenten sieht dem ersten Ausflug in die Welt nicht mit Freude entgegen.

Der Präsident zeigte jenseits seiner Geschäftsbeziehungen bisher wenig Interesse am Rest der Welt, die in seinen Augen »ein großes Durcheinander« ist. Das ließe sich auch über die Lage daheim sagen, die erstaunliche Parallelen aufweist zu Richard Nixons Aufbruch in den Mittleren Osten 1974 auf dem Höhepunkt der Watergate-Krise.

In diesem Fall blickt Trump auf turbulente zwei Wochen zurück, die seine Präsidentschaft ins Chaos gestürzt haben. Von dem Rauswurf von FBI-Direktor James Comey über die Weitergabe von Staatsgeheimnissen an die Russen bis hin zur Benennung eines Sonderermittlers in der Russland-Affäre.

Keine Pressekonferenzen

Auf einer Pressekonferenz vor seiner Reise nach Saudi-Arabien, Israel, den Vatikan und Brüssel sprach Trump von einer beispiellosen »Hexenjagd« gegen ihn. Auf die Frage eines Reporters, ob er versucht habe, bei Comey die Ermittlungen zu beeinflussen, antwortete der Präsident gereizt: »Nein, nein. Nächste Frage.« Um sich Peinlichkeiten im Ausland zu ersparen, bricht Trump mit der üblichen Praxis und gibt während der Reise nicht eine einzige Pressekonferenz. Doch die nagenden Fragen wird er damit nicht los.

Hinzukommen die vielen diplomatischen Fallstricke, die jeden Neuling im Präsidentenamt auf internationalem Parkett erwarten. In Saudi-Arabien will er wie einst Barack Obama 2009 in Ägypten eine Rede zum Islam halten.

Sein Besuch der Klagemauer in Israel ist so brisant wie die Gespräche mit seinen Gastgebern. Das Aufeinandertreffen im Vatikan mit Papst Franziskus hat den Hauch eines Showdowns zwischen zwei Antipoden, die vom Charakter und Sicht auf die Welt nicht verschiedener sein könnten.

Letzte Station ist die EU- und NATO-Zentrale Brüssel, eine Stadt, die Trump einmal als »Hellhole« (dt. Hölle) charakterisiert hat. Wird er den europäischen Partnern versichern, dass er das Bündnis nicht für »obsolet« hält, oder droht er mit einer Abwendung der USA?

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