02. Januar 2020, 20:59 Uhr

Grünen-Chef Kogler

Mit Sakko und Merkel-Raute

02. Januar 2020, 20:59 Uhr
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Von DPA
Werner Kogler FOTO: AFP

Werner Kogler hatte bei den österreichischen Grünen schon viele Ämter inne. Aber Vizekanzler? Das dürfte sich der 58-Jährige vor etwas mehr als zwei Jahren selbst nicht ausgemalt haben. Da lag seine Partei am Boden, mit 3,8 Prozent verpassten die Grünen bei der Wahl im Herbst 2017 den Einzug ins Parlament. Doch Kogler nahm sich der Partei an, profitierte auch von der Allgegenwärtigkeit der Klimadebatte - und führte die Grünen wieder ins Parlament. 13,9 Prozent der Wähler konnten der Parteichef und seine Unterstützer Ende September überzeugen,

Der Wirtschaftswissenschaftler prägt seit mehr als 30 Jahren die Politik der Grünen mit und kommt dabei manchmal eher wie ein etwas zerstreuter Gelehrter rüber als wie ein scharfzüngiger Umweltaktivist. Viele Sätze sind zu verschachtelt, um bis zum Ende folgen zu können, oftmals haben sie nicht mal eines. Doch Kogler strahlt dabei eine Überzeugung für die Sache aus: Für vernünftige, grüne Umweltpolitik.

Vor der Wahl und den Koalitionsverhandlungen überzeugte Kogler zudem mit seiner Lockerheit: Ähnlich wie der deutsche Grünen-Chef Robert Habeck präsentierte sich auch Kogler gerne mit hochgekrempelten Hemdsärmeln, den gesamten Wahlkampf über begleitete ihn eine auffällige, neongrüne Sonnenbrille. Seit der Wahl und den Koalitionsverhandlungen zeigt der 58-Jährige aber auch optisch seine staatstragende Seite - mit Sakko und immer öfter auch mal mit der Merkel-Raute.

Geboren wurde Kogler am 20. November 1961 in Hartberg, gut 70 Kilometer von Graz entfernt. In seiner Jugend zählten für ihn vor allem Partys und der Fußball. 1982 gehörte er zu den Gründern der Alternativen Liste Österreich, einem Vorläufer der heutigen Grünen in der Alpenrepublik.

1999 zog Kogler erstmals als Abgeordneter in den Nationalrat ein. In den folgenden Jahren überzeugte er dort am Rednerpult.

Nun wird Kogler als Vizekanzler vor der großen Herausforderung stehen, neben dem stets perfekt vorbereiteten Medienprofi Sebastian Kurz als Juniorpartner nicht unterzugehen.



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