02. August 2017, 19:01 Uhr

1969 zieht SPD ins Kanzleramt

02. August 2017, 19:01 Uhr
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Von Annette Spiller
Kanzler Kurt Georg Kiesinger.

Grundsatzfragen sind geklärt, politische Botschaften gleichen sich zunehmend. Dann bricht das Bündnis Union/FDP. Es kommt mitten in der Legislaturperiode zum Wechsel hin zur großen Koalition. Und dann 1969 zur ganz großen Rochade.

1965

Ergebnisse: CDU/CSU 47,6 Prozent, SPD 39,3 Prozent, FDP 9,5 Prozent, Sonstige 3,6 Prozent.

Regierungskoalition: CDU/CSU, FDP. Ab 1966 CDU/CSU, SPD.

Bundeskanzler: Ludwig Erhard, ab 1966 Kurt G. Kiesinger (CDU).

Themen: Ludwig Erhard (CDU) hat 1963 Konrad Adenauer in der Mitte der Legislaturperiode abgelöst und stellt sich nun zur Wahl. Die CDU erforscht für ihre Kampagne erstmals systematisch die Wählerwünsche. Die Grundsatzfragen über Verfassung, Sicherheit und Gesellschaft sind geklärt, die Wahl-Slogans zum Verwechseln ähnlich: »Es geht um Deutschland« (CDU), »Deutschland. Ja« (SPD). Die Wähler sorgen sich um ein Ende des Aufschwungs. Erhard, der »Vater des Wirtschaftswunders«, ruft zum Maßhalten auf. CDU/CSU und SPD gewinnen Stimmen hinzu, Erhard regiert weiter mit der FDP. Die verlässt 1966 im Streit über Steuererhöhungen das Bündnis. Es kommt zur großen Koalition, Kurt Georg Kiesinger (CDU) wird Kanzler.

1969

Ergebnisse: CDU/CSU 46,1 Prozent, SPD 42,7 Prozent, FDP 5,8 Prozent, NPD 4,3 Prozent, Sonstige 1,1 Prozent.

Regierungskoalition: SPD und FDP.

Bundeskanzler: Willy Brandt (SPD).

Themen: Die Wirtschaft ist saniert, doch es herrschen unruhige Zeiten: 1968 wurde der Prager Frühling niedergeschlagen, nun eskaliert der Krieg in Vietnam. Die SPD ist bemüht, sich von der unpopulären APO zu distanzieren. Die Zeichen stehen auf Wechsel: SPD und FDP werben für Reformen. Die SPD ist seit 1966 an der Regierung beteiligt, die CDU kann sie nicht mehr als regierungsunfähig hinstellen. Kanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) steht im Mittelpunkt der CDU-Kampagne. Die SPD wirbt mit den Erfolgen von Außenminister Willy Brandt. Erstmals lassen sich CDU, SPD und FDP von Werbeagenturen unterstützen. Die CDU wird stärkste Partei, doch erstmals bilden SPD und FDP ein Bündnis. Willy Brandt wird erster SPD-Bundeskanzler, Walter Scheel (FPD) Außenminister. (Quelle: bpb, pi, dpa)



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