20. Dezember 2019, 14:11 Uhr

Tugenden und Technik gefragt

20. Dezember 2019, 14:11 Uhr
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Von DPA
Keine Hektik bei winterlichen Straßenverhältnissen: Hat es geschneit, planen Autofahrer lieber mehr Zeit als üblicherweise für ihre gewohnten Strecken ein. FOTO: INA FASSBENDER/DPA-TMN

Mehr Abstand, geringere Drehzahl und immer mal wieder eine Bremsprobe: So meistern Autofahrer die Herausforderung schneeglatter Straßen. Gefährlicher wird es hingegen für all jene mit nervösem Gasfuß und wenig Geduld. Wichtige Tipps im Überblick:

Bremsprobe: Auf glatten Straßen ist der Bremsweg länger als sonst. Wie gut die Reifen greifen, lässt sich herausfinden, indem man auf freier Strecke kurz abbremst - natürlich nur, wenn hinter einem kein anderes Auto fährt. So bekommen Autofahrer laut TÜV Süd ein besseres Gefühl für die Straßenlage.

Kurvenverhalten: Lenken und dabei Gasgeben kann das Auto auf verschneitem Untergrund ausbrechen lassen. Deshalb gilt vor Kurven: runter vom Gas und gleichmäßig lenken. Wer in der Kurve bremsen muss, macht das vorsichtig - bis in den Bereich, wo das ABS anschlägt, sollte man das Bremspedal nur im Notfall durchdrücken.

Drehzahlen: Gegen das Durchdrehen der Räder hilft es, möglichst niedertourig - also mit geringer Drehzahl - zu fahren, rät der ADAC. Kommt das Auto nicht von der Stelle, kann es einen Versuch wert sein, im zweiten Gang anzufahren.

Sicherheitsabstand: Der sollte dreimal länger gewählt werden als sonst. So bleiben mehr Zeit und Platz, um zu reagieren, wenn etwa der vorausfahrende Wagen plötzlich ins Schleudern gerät, erklärt der TÜV Süd. Gefahr von Glätte besteht den Experten zufolge besonders häufig in Kreuzungsbereichen, auf Brücken und in Waldschneisen.

Gelassenheit: Bei winterlichen Straßenverhältnissen dauert alles etwas länger. Ein grundsätzlicher, aber wichtiger Sicherheitstipp lautet darum: gelassen bleiben und lieber mehr Zeit als üblich für eine Strecke einplanen. Wer zu forsch fährt, provoziert einen Unfall, warnt die Sachverständigenorganisation DEKRA.

Räumfahrzeuge: Sie sind meist langsam unterwegs. Dennoch bleiben Autofahrer aus eigenem Interesse besser hinter ihnen. Denn vor den Räumfahrzeugen ist die Straße oft noch gefährlich glatt, erklärt der TÜV Süd. Kommen sie einem auf der anderen Fahrspur entgegengefahren, hält man sich möglichst weit rechts, um die Gefahr einer Kollision zu minimieren, denn die Schneeschaufel ist oft breiter als das Räumfahrzeug.

ABS und ESP: Diese Sicherheitssysteme helfen zweifellos. Doch sie nutzen nach Angaben der Experten nichts, wenn man unvorsichtig ist. Oder wie die DEKRA es formuliert: »Wer zu schnell in eine Kurve fährt, wird auch mit der neuesten Technik im Straßengraben oder im Gegenverkehr landen.«

Blitzeis: Trifft Regen oder Nebel auf gefrorene Straßen, kann Blitzeis entstehen. Tückisch: Die harte glasige Eisschicht trete plötzlich auf und sei kaum zu erkennen, warnt der ADAC. Selbst Fahrhilfen wie ABS und ESP helfen dann nicht mehr. Die Straße wird zur gefährlichen Rutschbahn. Vor der Fahrt informieren sich Autofahrer besser über die aktuellen Verhältnisse. Bei Warnungen vor Blitzeis oder Eisregen lassen sie ihr Fahrzeug lieber stehen und verschieben die Fahrt, rät der Autoclub. Wer unterwegs überrascht wird, stoppt notfalls und wartet auf Streufahrzeuge. Zu besonderer Vorsicht rät der ADAC an dunklen Orten wie Wäldern oder überall dort, wo die Fahrbahn der Witterung stark ausgesetzt ist - so etwa auf Brücken. Nebel und Raureif in Bäumen könnten Indizien sein. Manchmal weist das dreieckige Verkehrsschild »Schnee- oder Eisglätte« mit Schneeflockensymbol auf solche Stellen hin. dpa



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