15. März 2019, 15:05 Uhr

E-Technik mit Bodenhaftung Der andere ist immer schuld »Dauerfeuer« mit Lichthupe ist tabu Aston Martin schickt Lagonda ins Gelände Nicht alleine zum Gebrauchtwagenkauf Sturmschäden: Was die Teilkasko abdeckt

15. März 2019, 15:05 Uhr
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Von DPA
Giftgrüner Publikumsliebling mit außergewöhnlichem Design: Der VW ID Buggy soll zum Serienprodukt werden. (Foto: Uli Deck/dpa)

Der Wagen sieht aus, als hätten sie ihn nur zum Spaß gebaut. Doch sie meinen es ernst. Sie, das ist Volkswagen – und der giftgrüne VW ID Buggy, der auf dem Genfer Salon das Zeug zum Publikumsliebling hat, ist alles andere als eine Fingerübung. Er ist ein Serienprojekt. Innerhalb der kommenden zwei Jahre werde er mithilfe externer Partner auf die Straße kommen, sagt VW-Designchef Klaus Bischoff. E-Autos, die auf die Straße kommen: Das ist der große Trend der großen Frühjahrsmesse der PS-Branche in der Schweiz, die sich in diesem Jahr weniger abgehoben präsentiert als gewohnt.

Es gibt kaum Traumtänzereien, kaum vollmundige Absichtserklärungen, die Zahl der Exoten und Supersportwagen hält sich in engeren Grenzen als sonst. Dafür beweisen die Firmenbosse mit jeder Enthüllung eines Fahrzeugs, dass der Umbruch voll im Gange ist: Die elektrische Revolution ist nicht mehr aufzuhalten, die Zukunft zum Greifen nah.

Moderate Preise

In Genf kann man sie schon anfassen – in Form des kompakten Honda »e« mit seinen Glubschaugen zum Beispiel, des Audi Q4, des Škoda-SUV Coupé Vision iV, des hochaufragenden el-born bei Seat oder des Concept EQV als erster elektrischen Großraumlimousine von Mercedes. Waren die Elektroautos vergangener Messen noch ferne Visionen oder elitäre Luxusmodelle für die besorgte Elite, kommen die Genfer Showcars in wenigen Monaten auf den Markt. Und nicht nur das: Sie richten sich mit moderateren Preisen dabei an eine breitere Masse. Andere E-Autos wie der Aiways U5 aus China, der Kia e-Soul oder die Elektroversion des neuen Peugeot 208 haben ihren Beinamen »Concept« bereits abgelegt.

Und selbst viele reine Studien haben gute Chancen auf eine Serienfertigung. Der Citroën Ami One zum Beispiel ist als elektrischer Schmalspurflitzer eine Antwort auf den Smart, die Studie Imagine by Kia könnte mal eine hübsche Kompaktlimousine werden, und der Fiat Centoventi predigt als elektrischer Erbe des Panda die Demokratisierung des emissionsfreien Antriebs. Auf das andere Ende des Marktes für E-Autos zielt zum Beispiel die Designschmiede Pininfarina, die mit dem Battista ihr erstes eigenes Auto baut. Dabei handelt es sich um einen elektrischen Supersportler mit 1397 kW/1900 PS, den die Marke als »Bugatti der Neuzeit« preist.

Dazu gesellen sich Exoten wie der Kangaroo aus dem Hause Giugiaro, der einen Supersportwagen mit einem SUV verbindet, und der Mark Zero, den ein Sohn des früheren VW-Konzernchefs Ferdinand Piëch binnen drei Jahren für rund 170 000 Euro an solvente Kunden verkaufen will.

Auch wenn die ganze Messe unter Strom zu stehen scheint, so riecht es noch immer ein bisschen nach Sprit auf dem Salon. In der vermeintlich alten Welt gibt es ebenfalls noch viele neue Autos. Dazu zählen Kleinwagen wie der Peugeot 208 und der Renault Clio oder kompakte SUV wie der Mazda CX-30 und der Škoda Kamiq. Als Plug-in-Hybride einen ersten Schritt in die elektrifizierte Autowelt wagen neue Modelle von Audi, BMW, VW, Mercedes und erstmals Alfa und Jeep.

Bugatti mit Einzelstück

Dass es in Genf, traditionell eine Spielwiese der Supersportwagen, auch anders geht, belegen zudem einige Neuheiten, die komplett auf Antriebstrom verzichten und dafür auf PS statt Kilowatt setzen. Im Rampenlicht stehen der neue Ferrari F8 Triturbo mit dem stärksten V8-Motor der Markengeschichte, die offenen Varianten von Mercedes AMG GT-R und Porsche 911, der Lamborghini Aventador SV Roadster oder der Bentley Bentagya Speed als schnellstes SUV der Welt. Ein GLE 53 AMG bei Mercedes und ein VW T-Roc als R-Modell mit 221 kW/300 PS setzen diese Reihe fort. Und Seat plant mit dem seriennahen SUV-Coupé Formentor ein erstes eigenständiges Modell der Tochter Cupra.

Den Vogel in Sachen Superlative schießt aber Bugatti ab: Mit dem – für 16 Millionen Euro bereits verkauften – Einzelstück »Voiture Noire«, das auf dem Modell Chiron basiert, wurde der bislang teuerste Neuwagen aller Zeiten auf die Genfer Bühne gerollt. Doch er ist damit in vielerlei Hinsicht eine große Ausnahme auf der Messe am Lac Léman. dpa

Hinter Deutschlands Autolenkrädern wird geschimpft, was das Zeug hält. Schuld haben immer die anderen: der Vordermann, der nicht aus dem Quark kommt, oder die Verkehrsplaner, die nicht in der Lage sind, Ampelphasen so einzustellen, dass mehr als drei Autos durchkommen. Aber warum kann der ganz normale Autofahrerstress in Aggression münden – und was hilft dagegen?

»Die Gründe für ein aggressives Verhalten sind durchaus vielfältig, und jeder Mensch reagiert anders auf Reize aus seinem Umfeld«, erklärt Verkehrspsychologe Don DeVol vom TÜV Thüringen. Die Hemmschwellen für einen Wutausbruch seien daher individuell ganz unterschiedlich ausgeprägt. »Sie sind auf die Persönlichkeit – also das Temperament – und erlernte Verhaltensmuster zurückzuführen.«

Ob es aber zu Ausbrüchen aggressiven Verhaltens kommt, hängt von situativen Einflussfaktoren ab. Hierzu zählen Zeitdruck und Emotionen. Wer in Eile ist, der tritt das Gaspedal an einer gelben Ampel schon eher mal durch, übertritt die zulässige Höchstgeschwindigkeit oder neigt zu einem riskanten Überholmanöver, so der Verkehrspsychologe. Sein Tipp: nach Möglichkeit im Vorfeld einer Fahrt immer einen Zeitpuffer einbauen. Unvorhersehbare Verkehrssituationen wie etwa Staus nach einem Verkehrsunfall müsse man lernen hinzunehmen. Man kann sie ohnehin nicht beeinflussen. Wenn es geht, sollten Autofahrer per Handy über die Freisprechanlage eine absehbare Verspätung ankündigen. Das nimmt die ganz große Anspannung raus. Negative Emotionen bleiben besser vor der Autotür zurück.

»Bei wütenden, seelisch angeschlagenen oder depressiven Autofahrern schlägt sich ihre negative Grundstimmung oftmals eins zu eins in ihrem Fahrstil nieder«, erklärt DeVol. »Verkehrsteilnehmer, die sich trotz eines solchen Zustands hinters Steuer setzen möchten, sollten versuchen, vor dem Einsteigen den Auslöser mental abzuhaken und sich runterzufahren.« Entspannte Musik mit ruhigen Rhythmen könne hierbei helfen. Ebenso förderlich: die Gedanken auf etwas Positives zu lenken oder eine schöne Erinnerung wachzurufen, um negative Emotionen und innere Anspannung abzubauen. dpa

Jeder Autofahrer kennt das: Mit der Lichthupe an einer unübersichtlichen Kreuzung oder beim Einfädeln auf der Autobahn will man dem anderen signalisieren: »Ich lasse dich vor«. Verboten ist dieser Gebrauch der Lichthupe trotzdem, informiert der ADAC. Das gilt auch für das Warnen Entgegenkommender vor einer Tempokontrolle auf diese Weise.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt nur zwei Situationen, in denen die Lichthupe erlaubt ist: Wenn Autofahrer sich oder andere gefährdet sehen oder sie außerhalb geschlossener Ortschaften überholen wollen. Wer auf der Autobahn den Vordermann auf der linken Spur überholen will, kann demnach die Lichthupe nutzen, wenn dieser die Absicht trotz des links gesetzten Blinkers nicht bemerkt. »Dauerfeuer« und Drängeln sind aber tabu.

Das Lichtzeichen dürfen Überholwillige nur stoßweise und wenige Sekunden lang geben. Und sie müssen den erforderlichen Sicherheitsabstand einhalten, informiert der ADAC, der in diesem Zusammenhang an den halben Tachowert in Metern als Richtwert erinnert. Wer dem Vordermann bis auf nur wenige Meter auf die Pelle rückt und über eine längere Strecke mit der Lichthupe zum Platzmachen zwingt, muss damit rechnen, das gegen ihn strafrechtlich ermittelt wird. Nicht nur Geldstrafen, sondern auch ein Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis können folgen. dpa

Keilförmig, abgerundet langgezogen – mit moderner Shooting-Brake-Karosserie stellt Aston Martin die vollelektrische SUV-Studie Lagonda All-Terrain Concept vor. Geplanter Produktionsstart: 2022. Das neue Konzeptauto ist eine wuchtige Erscheinung. Den breiten Auftritt unterstützen ein Spoiler an der Front sowie die weit in die Seite gezogenen Scheinwerferschlitze. Ein dünnes, mit LEDs illuminiertes Leuchtband betont das ohnehin lange Heck.

Im Lagonda All-Terrain Concept kann der Fahrer das Lenkrad noch selbst ergreifen. Doch ist das Auto autonom unterwegs, kann er den Blick abwenden – beide Frontsitze lassen sich nach hinten drehen. Die Türen öffnen wie bei der 2018er-Studie gegenläufig. Die hinteren Dachelemente können nach oben gleiten, um den Fondpassagieren das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Als Blickfang schwebt der Autoschlüssel dank Elektromagneten auf dem Mitteltunnel. dpa

Wer sich einen Gebrauchtwagen kaufen will, sollte zur Besichtigung einen möglichst kundigen Begleiter mitnehmen. Durch das Vier-Augen-Prinzip sinke das Risiko, sich blenden zu lassen, rät die Expertenorganisation DEKRA.

Auch Laien können viel erkennen. Zum Beispiel im Innenraum: Hinweise auf ein Qualitätsmanko können ein übermäßig abgegriffenes Lenkrad, stark verkratzte Oberflächen oder eine defekte Sitzverstellung geben. Bei einem ungepflegtem Interieur ist zu prüfen, ob das auch für den Rest des Autos gilt.

Interessenten sollten sich auch das Serviceheft anschauen, ob es Hinweise auf regelmäßige Wartung gibt. Noch besser allerdings sind laut DEKRA dafür konkrete Rechnungen geeignet, weil die Arbeiten dort detailliert aufgelistet sind. dpa

Sturmschäden am Auto etwa durch herabfliegende Äste oder Dachziegel sind von einer Teilkaskoversicherung abgedeckt. Das gilt aber erst ab Windstärke acht, informiert der ADAC. Die Teilkasko tritt auch ein, wenn Autofahrer gegen einen umstürzenden Baum fahren – aber nicht, wenn der Baum bereits auf der Straße lag. Dafür sei ein Vollkaskoschutz nötig. Schäden müssen Autobesitzer ihrer Versicherung möglichst schnell mitteilen, teilt der der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

Hilfreich sei, die Schäden anhand von Fotos zu dokumentieren, erklärt ein Sprecher. Auch an die Schadenminderungspflicht ist zu denken. Dazu gehört etwa, eine zerstörte Windschutzscheibe abzudecken, damit einlaufendes Regenwasser nicht noch mehr Schäden anrichtet. In Gefahr bringen muss sich dabei allerdings niemand.

Tritt die Teilkaskoversicherung ein, werden Kunden nicht in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Eine vereinbarte Selbstbeteiligung wird aber fällig. Bei Vollkaskoschäden stufen die Versicherer Kunden im nächsten Kalenderjahr schlechter ein, es sei denn, diese haben einen sogenannten Rabattschutz vereinbart. dpa



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