20. Dezember 2019, 14:50 Uhr

Aufbruch zum Umbruch

Das kommende Autojahr ist für die PS-Branche eine Zäsur. Strengere CO2-Vorgaben bringen die E-Mobilität gehörig in Fahrt. Dennoch gibt es auch im kommenden Jahr zahlreiche Premieren mit Verbrennungsmotor.
20. Dezember 2019, 14:50 Uhr
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Von DPA

Die Autoindustrie ist im Umbruch. Getrieben von der Sorge ums Klima und strengeren CO2-Vorgaben aus Brüssel setzt sie mehr denn je auf Elektrofahrzeuge und baut das Angebot 2020 aus. Doch weil die Strom angetriebenen Autos noch nicht alle Anforderungen des Alltags abdecken und längst nicht jeder Käufer bereit ist, den Weg zur E-Mobilität mitzugehen, halten die Hersteller auch ihr altes Programm auf dem neuesten Stand.

Für die Hersteller bedeutet das doppelten Aufwand, für Autokäufer mehr Auswahl als je zuvor. Denn selten war der Premieren-Kalender so voll wie im Jahr 2020. Am meisten tut sich was bei den Elektroautos. Nach Jahren der Ankündigungen lassen die Hersteller ihren Worten Taten folgen und bringen jede Menge neue Stromer auf den Markt.

Das gilt insbesondere für den VW-Konzern, der 2020 die ersten E-Mobile auf Basis der MEB-Architektur auf den Markt bringt. MEB steht für modularer E-Antriebs-Baukasten. Den Anfang macht bei der Konzernmutter der ID.3, den VW bereits als »Golf der Generation E« umschreibt. Ihm folgen ähnliche Modelle bei Seat und Škoda, zumeist mit SUV-Silhouette, sowie ein Q4 e-tron bei Audi. In der gleichen Klasse treten zwei elektrische Erstlinge aus Japan an: der Honda E und der Mazda MX-30.

Kompakte mit E-Antrieb

Auch in der Liga unterhalb der Kompaktklasse kommen die E-Motoren: Der PSA-Konzern elektrifiziert Opel Corsa, Peugeot 208 und DS3, BMW schraubt einen Akkusatz in den Mini. Der Smart wird mit dem Facelift künftig nur noch als E-Auto angeboten, und der technisch eng verwandte Renault Twingo wird wohl auch zum Stromer.

Mit dem Polestar 2 bringt die gleichnamige Volvo-Tochter eine leistungsstarke E-Limousine an den Start. Ford gibt mit dem SUV Mustang Mach E die erste Antwort auf den Aufstieg von Tesla. Lexus baut mit dem UX 300e sein erstes reines E-Auto. VW erweitert die ID-Familie um ein SUV und bringt Ende 2020 den ID.4 X.

Außerdem präsentiert Opel den Mokka als reines Elektroauto. Mercedes baut den EQ A als elektrisches Kompakt-SUV sowie den EQ V, der als Ableger der V-Klasse zum Raumfahrer unter den Elektroautos wird und auch an der Ladesäule auf seinen Hauptgegner trifft, den VW T6. Denn die Wolfsburger elektrifizieren den Multivan im neuen Jahr.

Trotz des geballten E-Engagements der Hersteller bleiben Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben nicht auf der Strecke. Am meisten los ist in der Kompaktklasse.

VW bringt die achte Generation des Golf. Und in dessen Windschatten starten die Konzerngeschwister Audi A3, Seat Leon und Škoda Octavia. Wer es etwas schicker und gern mit Stufe mag, für den hält BMW den Zweier auch als Gran Coupé bereit.

Bei den Kleinwagen bringen vor allem die asiatischen Autobauer Bewegung in das Angebot: Denn während die Europäer nicht mehr viel auf Kleinwagen wetten, baut Toyota einen neuen Yaris, Hyundai einen i10 und Honda einen Jazz. Einzige Kleinwagenneuheit aus Europa wird nach bisheriger Nachrichtenlage der Dacia Sandero sein.

SUV-Schwemme

Dazu gibt es, dem aktuellen Trend bei den Zulassungszahlen folgend, noch einmal eine Schwemme neuer SUV in allen Klassen: Ford baut sein Programm mit dem Explorer aus, der als Plug-in-Hybrid nach längerer Zeit wieder in Deutschland auf den Markt kommt. Der US-Hersteller bringt außerdem mit dem Puma ein neues kleines SUV.

Aus Japan kommen als SUV-Neuheiten die zweite Generation des Nissan Juke, die nächste Auflage des Mitsubishi Outlander, der Toyota RAV4 mit Plug-in-Technik, der nächste Mazda CX-5 und der Nissan Qashqai. Offenherzig zeigt sich ab Frühjahr der T-Roc von VW, der dann auch als Cabrio vorfährt.

Von den SUV abgesehen, tut sich am oberen Ende des Marktes vergleichsweise wenig. Mercedes bringt eine neue S-Klasse. Darunter angesiedelt sind der BMW 4er, der DS8 aus Frankreich, der Shooting Brake des VW Arteon sowie aus England der nächste Jaguar XF.

Mercedes steigt in den Wettbewerb der Highend-Geländewagen und schickt sein Modell GLS als Maybach-Version gegen Modelle wie Rolls-Royce Cullinan oder den Bentley Bentayga ins Rennen. Der 5,21 Meter lange Luxusliner wurde kürzlich auf der Motorshow im chinesischen Guangzhou enthüllt und soll im zweiten Halbjahr 2020 in den Handel kommen.

Der Maybach GLS bekommt zwar keine eigenständige Karosserie, unterscheidet sich vom gewöhnlichen GLS aber dennoch auf den ersten Blick: Denn er hat einen neuen Kühlergrill, deutlich mehr Chromornat und auf Wunsch eine Zweifarblackierung. Außerdem bekommt er riesige Trittleisten von mehr als zwei Metern Länge, die sich beim Türöffnen automatisch rund 20 Zentimeter weit aus dem Wagenboden schieben. Während der GLS im Fond bis zu fünf konventionelle Plätze anbietet, gibt es im Maybach nur zwei, die dafür umso komfortabler sind. Zudem gibt es Klappsitze und ein Barfach in der Mittelkonsole. DPA

Mehr Abstand, geringere Drehzahl und immer mal wieder eine Bremsprobe: So meistern Autofahrer die Herausforderung schneeglatter Straßen. Gefährlicher wird es hingegen für all jene mit nervösem Gasfuß und wenig Geduld. Wichtige Tipps im Überblick:

Bremsprobe: Auf glatten Straßen ist der Bremsweg länger als sonst. Wie gut die Reifen greifen, lässt sich herausfinden, indem man auf freier Strecke kurz abbremst - natürlich nur, wenn hinter einem kein anderes Auto fährt. So bekommen Autofahrer laut TÜV Süd ein besseres Gefühl für die Straßenlage.

Kurvenverhalten: Lenken und dabei Gasgeben kann das Auto auf verschneitem Untergrund ausbrechen lassen. Deshalb gilt vor Kurven: runter vom Gas und gleichmäßig lenken. Wer in der Kurve bremsen muss, macht das vorsichtig - bis in den Bereich, wo das ABS anschlägt, sollte man das Bremspedal nur im Notfall durchdrücken.

Drehzahlen: Gegen das Durchdrehen der Räder hilft es, möglichst niedertourig - also mit geringer Drehzahl - zu fahren, rät der ADAC. Kommt das Auto nicht von der Stelle, kann es einen Versuch wert sein, im zweiten Gang anzufahren.

Sicherheitsabstand: Der sollte dreimal länger gewählt werden als sonst. So bleiben mehr Zeit und Platz, um zu reagieren, wenn etwa der vorausfahrende Wagen plötzlich ins Schleudern gerät, erklärt der TÜV Süd. Gefahr von Glätte besteht den Experten zufolge besonders häufig in Kreuzungsbereichen, auf Brücken und in Waldschneisen.

Gelassenheit: Bei winterlichen Straßenverhältnissen dauert alles etwas länger. Ein grundsätzlicher, aber wichtiger Sicherheitstipp lautet darum: gelassen bleiben und lieber mehr Zeit als üblich für eine Strecke einplanen. Wer zu forsch fährt, provoziert einen Unfall, warnt die Sachverständigenorganisation DEKRA.

Räumfahrzeuge: Sie sind meist langsam unterwegs. Dennoch bleiben Autofahrer aus eigenem Interesse besser hinter ihnen. Denn vor den Räumfahrzeugen ist die Straße oft noch gefährlich glatt, erklärt der TÜV Süd. Kommen sie einem auf der anderen Fahrspur entgegengefahren, hält man sich möglichst weit rechts, um die Gefahr einer Kollision zu minimieren, denn die Schneeschaufel ist oft breiter als das Räumfahrzeug.

ABS und ESP: Diese Sicherheitssysteme helfen zweifellos. Doch sie nutzen nach Angaben der Experten nichts, wenn man unvorsichtig ist. Oder wie die DEKRA es formuliert: »Wer zu schnell in eine Kurve fährt, wird auch mit der neuesten Technik im Straßengraben oder im Gegenverkehr landen.«

Blitzeis: Trifft Regen oder Nebel auf gefrorene Straßen, kann Blitzeis entstehen. Tückisch: Die harte glasige Eisschicht trete plötzlich auf und sei kaum zu erkennen, warnt der ADAC. Selbst Fahrhilfen wie ABS und ESP helfen dann nicht mehr. Die Straße wird zur gefährlichen Rutschbahn. Vor der Fahrt informieren sich Autofahrer besser über die aktuellen Verhältnisse. Bei Warnungen vor Blitzeis oder Eisregen lassen sie ihr Fahrzeug lieber stehen und verschieben die Fahrt, rät der Autoclub. Wer unterwegs überrascht wird, stoppt notfalls und wartet auf Streufahrzeuge. Zu besonderer Vorsicht rät der ADAC an dunklen Orten wie Wäldern oder überall dort, wo die Fahrbahn der Witterung stark ausgesetzt ist - so etwa auf Brücken. Nebel und Raureif in Bäumen könnten Indizien sein. Manchmal weist das dreieckige Verkehrsschild »Schnee- oder Eisglätte« mit Schneeflockensymbol auf solche Stellen hin. dpa

In der Regel sind Motorräder im Winter nicht im Einsatz. Steht das Gefährt dauerhaft still, stellt sich die Frage, ob die Batterie ausgebaut werden sollte. Hier bietet die Zehn-Grad-Regel Orientierung. Fällt die Temperatur am Parkplatz unter zehn Grad, ist ein Ausbau angeraten, erklärt das Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Das gilt für Motorräder, die draußen oder in unbeheizten Garagen stehen. Andernfalls könne der Akku drin bleiben.

Ideal sind die Bedingungen für die Batterie an einem frostsicheren und kühlen, aber eben nicht zu kühlen Ort, der trocken ist. Rund zehn Grad seien perfekt für die Akkus. Wer die Batterie eingebaut lässt, sollte ein Auge auf zyklische Verbraucher haben. Sind etwa eine Uhr oder eine Alarmanlage an den Akku angeschlossen, sollte man das Batteriekabel abschrauben, raten die Experten - und zwar zuerst das Kabel am Minuspol.

Ob ausgebaut oder nicht: Die Batterie braucht in regelmäßigen Abständen sogenannte Erhaltungsladungen, damit sie in Schuss bleibt. Rund einmal im Monat sollte man ein passendes Ladegerät anschließen. Wer Angst hat, dies zu vergessen, greift zu einem selbstregelnden Lader. Der bleibt ständig mit dem Akku verbunden und simuliert gewissermaßen einen Alltagsbetrieb, erläutert das ifz.

Wovon die Experten deutlich abraten: die eingemottete Maschine hin und wieder kurz anschmeißen und laufen lassen. Auf die Batterie hat das gar keine Auswirkungen, wohl aber auf den Motor: Der könnte dadurch im schlimmsten Fall Schaden nehmen. dpa

Mini bringt im März 2020 als limitierte Kleinserie den John Cooper Works GP mit 3 000 Exemplaren - und bricht gleich mehrere Rekorde. Er wird zum stärksten Modell der Baureihe und zum schnellsten Straßenauto, das Mini bislang gebaut hat. Der rasante Kleinwagen kostet voraussichtlich um 45 000 Euro. Der 2,0-Liter-Turbo-Motor, der im normalen John Cooper Works 163 kW/22 PS leistet, kommt in dem neuen Modell auf 225 kW/306 PS - und leistet ein maximales Drehmoment von 450 Nm. Er beschleunigt in 5,2 Sekunden von null auf Tempo 100 und ermöglicht eine bislang bei einem Mini unerreichte Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h. Den Verbrauch gibt Mini mit 7,3 Litern an, den CO2-Ausstoß mit 167 g/km. DPA



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