09. August 2019, 22:25 Uhr

»Wichtiger als die Mondlandung«

09. August 2019, 22:25 Uhr
Die »Nao Victoria« war das erste Boot, das um die Welt gesegelt ist. (Foto: FundaciónNao Victoria/dpa)

Sevilla (dpa). Über die Theorie einer flachen Erde, um die es auch in der Netflix-Doku »Behind the Curve« geht, lässt sich vieles sagen. Eines steht aber fest: In Spanien beginnen morgen mit Pauken und Trompeten die Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum der ersten Umsegelung der Erde: jener Expedition, die (zumindest für die meisten) den endgültigen Beweis dafür lieferte, dass die Erde eine Kugel ist.

Die Umrundung der Welt war jedoch gar nicht das Ziel der Expedition, die am 10. August 1519 unter Leitung des portugiesischen Seefahrers Ferdinand Magellan in Sevilla startete. Magellan wollte vielmehr im Auftrag der spanischen Krone eine Westroute nach Indien und zu den sogenannten Gewürzinseln, den heutigen Molukken, finden. Er sollte die Aufgabe vollenden, an der Amerika-Entdecker Christoph Kolumbus knapp drei Jahrzehnte zuvor und anschließend auch andere berühmte Seefahrer scheiterten. Das Ziel war vor allem - im harten Konkurrenzkampf mit dem Nachbarn Portugal - der direkte Zugang zum Pfeffer, der damals mit Gold aufgewogen wurde.

Die erste Weltumsegelung war nach Meinung von Vizeadmiral Ignacio Horcada Rubio vom ministeriellen Ausschuss des »V Centenario« derweil mehr als Gold oder Pfeffer wert. »Sie war wichtiger als die erste Mondlandung«, sagt er. Anders als die erste Weltumsegelung habe sie »nicht zu einer wahren Entdeckung, zu einem Paradigmenwechsel geführt«, meint der 64-jährige Spanier.

Spanien und Portugal feiern zusammen bis 2022 mit Dutzenden Veranstaltungen das Jubiläum. Dabei war Magellan bei seinem eigenen König Manuel I. mit seinem Projekt auf taube Ohren gestoßen. Der knapp 30-Jährige zog kurzerhand nach Spanien, wo er den jungen, erst 18 Jahre alten und wohl auch abenteuerlustigen kastilischen König Carlos I. überzeugen konnte. Er stellte dem Portugiesen fünf Schiffe.

Nach Magellan werden Raumsonden, Galaxien, Pinguine, Schiffe, Teleskope benannt - auch die Magellanstraße, die Meerenge zwischen dem südamerikanischen Festland und Feuerland, die die Expedition auf dem Weg nach Indien entdeckte. Doch die Weltumsegelung schaffte er nicht. Der Ritter und Seefahrer starb im April 1521 auf den Philippinen. Knapp eineinhalb Jahre nach Magellans Tod war die erste belegte Weltumsegelung perfekt. Mit vollgeladenen Schiffen kam die Expedition aber nicht zurück. Nur die »Nau Victoria«, das viertkleinste Schiff der Flotte, schaffte über die Route um das Kap der guten Hoffnung den Weg zurück nach Spanien. Unter dem Kommando von Juan Sebastián Elcano lief sie am 6. September 1522 ein.

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