18. Juli 2019, 22:20 Uhr

Verheerender Brandanschlag

18. Juli 2019, 22:20 Uhr
Das tödliche Feuer in dem dreistöckigen Gebäude ist am Donnerstagmorgen (Ortszeit) ausgebrochen. (Foto: dpa)

Kyoto (dpa/AFP). Der Täter rief »Sterbt!« - und legte ein tödliches Feuer: Bei einem verheerenden Brandanschlag auf ein berühmtes Animationsfilmstudio im japanischen Kyoto sind mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden am Donnerstag weiter mitteilten, wurden zudem 36 Menschen verletzt. Zehn von ihnen befanden sich am Abend in kritischem Zustand. Ein 41-jähriger Mann, der unter den Verletzten war und ins Krankenhaus gebracht wurde, habe die Tat gestanden, hieß es weiter. Sein Motiv war zunächst unklar.

Die 1981 gegründete Produktionsfirma Kyoto Animation hat vor allem in den 2000er Jahren einige beliebte Fernseh-Zeichentrickserien wie »K-On!«, »Free!« und »Suzumiya Haruhi no Yuutsu« produziert, die sich insbesondere an die jüngere Generation richten. Der Anschlag sorgte in aller Welt unter Anime-Fans für Entsetzen und Trauer.

Der 41-Jährige soll am Morgen (Ortszeit) eine brennbare Flüssigkeit an dem Gebäude in der Touristenhochburg Kyoto versprüht und daraufhin das Feuer gelegt haben. TV-Aufnahmen des dreistöckigen Firmengebäudes zeigten ein völlig ausgebranntes Haus, aus dem noch Rauchwolken aufstiegen. Die Polizei fand am Tatort auch mehrere Messer. Mit mehr als 30 Todesopfern handelt es sich um einen der schlimmsten Massenmorde in Japan seit Jahrzehnten. Dabei genießt der Inselstaat den Ruf, eines der sichersten Länder der Welt zu sein.

Rund 70 Menschen sollen laut Medienberichten zur Tatzeit in dem Gebäude gearbeitet haben. Die Firma Kyoto Animation, auch bekannt als KyoAni, wurde 1981 gegründet. Das Unternehmen ist unter Fans japanischer Animationsfilme (Anime) in aller Welt bekannt für seine hohe Qualität bei den Produktionstechniken. Zugleich steht die Firma im Ruf, seine Beschäftigten gut zu behandeln. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Japans Anime-Branche ist zwar in aller Welt beliebt, zugleich aber berüchtigt für harte Arbeitsbedingungen mit langen Arbeitszeiten und niedriger Bezahlung für junge Künstler.

Japans Regierungschef Shinzo Abe zeigte sich entsetzt. »Es ist so schrecklich, dass mir die Worte fehlen«, erklärte er auf Twitter. »Ich bete für die Verstorbenen.« Andere Zeichentrick-Firmen äußerten sich ebenfalls schockiert und sicherten Unterstützung zu.

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