14. August 2017, 21:52 Uhr

Schwere Brände in Griechenland

14. August 2017, 21:52 Uhr

Dramatische Waldbrände treiben Tausende im Süden Europas in die Flucht. Besonders schwer getroffen war am Montag Griechenland. Etwa 45 Kilometer nordöstlich von Athen beschädigte ein Feuer Dutzende Ferienhäuser. Augenzeugen berichteten von bis zu 20 Meter hohen Flammen und beißendem Rauch. In der Region herrschte helle Aufregung. »Verlassen Sie sofort ihre Häuser«, forderten die Behörden per Lautsprecher, Funk- und Fernsehen die Einwohner auf. »Hier ist die Hölle. Bitte helfen Sie uns«, schrien am Telefon Anwohner, die die lokalen Radiosender anriefen. Die Region gehört zu den beliebtesten Reisezielen des Landes. Neben vielen Ferienhäusern von Athenern befinden sich dort mehrere Kinder-Zeltlager, die mit Bussen evakuiert wurden, wie das Staatsfernsehen (EPT) berichtete. »Die Lage ist heute etwas besser als gestern aber wir können keine Entwarnung geben«, sagte der Gouverneur der Region, Petros Filippou, im griechischen Rundfunk dann am Montag. Die Walbrandgefahr bleibe in Mittelgriechenland sehr hoch, warnte der Zivilschutz.

Für Italien passte das Auswärtige Amt seine Reisehinweise wegen Brandgefahr an: »Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ferienorte in den besonders betroffenen Gebieten evakuiert werden.« Auch in Portugal wüten wieder Brände, die teils außer Kontrolle zu geraten drohten. In Deutschland kommt heute nach einem sommerlichen Montag wieder von Westen und Nordwesten her Regen auf. Es bleibt aber zunächst warm.

Aus Griechenland waren am Montag Bilder der Zerstörung zu sehen. Der Brand war am Wochenende in einer bewaldeten Region ausgebrochen. Erschwert wurden die Löscharbeiten von Windböen und Rauchschwaden, die sogar Kreta erreichten, wie Satellitenbilder zeigten. Tausende Menschen hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden müssen. Die meisten harrten entlang der Strände aus. Am Montag musste ein Kloster evakuiert werden. Die genaue Zahl der zerstörten Häuser blieb zunächst unklar: »Wir müssen jetzt löschen und keine Bilanzen ziehen«, sagte ein Feuerwehrsprecher im Rundfunk.

Waldbrände waren am Wochenende auch im Westen Griechenlands ausgebrochen. Betroffen waren vor allem Inseln im Ionischen Meer, Zakynthos und Kefalonia. Diese Brände wurden am Montag zum Teil unter Kontrolle gebracht.

In Portugal war das Zentrum und der Norden des Landes besonders schlimm betroffen, wie portugiesische Medien berichteten. Mehr als 3000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sorgen bereitete vor allem das Feuer in einem Wald nahe der Kleinstadt Vila de Rei in der Mitte des Landes. Dutzende Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika bemühte sich die Feuerwehr gestern, nach den schweren Wald- und Gebüschbränden verbliebene Hitzestellen zu löschen. Ein Rennen gegen die Uhr, denn laut einem Bericht des Senders France Bleu könnte Ende der Woche neuer Wind eventuelle Brandherde neu anfachen. »Wir versuchen, so schnell wie möglich zu löschen«, sagte ein Feuerwehrmann. Auf der Halbinsel Cap Corse nördlich von Bastia waren in den vergangenen Tagen 1800 Hektar Vegetation in Flammen aufgegangen. In Italien sind nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes besonders die sizilianischen Orte Messina, Catania und Enna sowie auf Sardinien Costa Rei, Porto Pozzo, Arbus und Santa Giusta betroffen. In Rom lodern auch immer wieder Feuer in dem Pinienwald Castel Fusano auf dem Weg zum Meer auf. Urlauber müssen sich wegen der Brände auch in der Toskana und in der Region Bologna darauf einstellen, dass Umleitungen oder Sperrungen den Verkehr beeinträchtigen.

Die Feuerwehr und der Zivilschutz rufen Italiens Bevölkerung immer wieder auf, aufgrund der Trockenheit achtsam mit Feuer umzugehen. Die Polizei geht davon aus, dass viele Brände vorsätzlich gelegt werden.

Der Sommer in Italien ist 2017 ungewöhnlich trocken, was die Waldbrandgefahr erhöht. Bis Juli sind dem Umweltschutzverband Legambiente zufolge rund 750 Quadratkilometer Wald- und Wiesenfläche in Flammen aufgegangen. (dpa/ Foto: dpa)

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