07. September 2017, 22:40 Uhr

Katastrophale Schäden

07. September 2017, 22:40 Uhr
Die Karibik-Insel St. Martin wurde von »Irma« schwer getroffen. (Foto: dpa)

San Juan (dpa). Zerstörte Häuser, überflutete Straßen, entwurzelte Bäume: Hurrikan »Irma« hat eine Schneise der Zerstörung durch die Karibik geschlagen. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf richtete schwere Verwüstungen an und riss mehrere Menschen in den Tod. Die Schäden auf den Inseln Barbuda, Anguilla und Saint-Martin wurden als katastrophal beschrieben. Einige Gegenden gelten als unbewohnbar. »Mindestens 95 Prozent der Gebäude in Barbuda wurden beschädigt. 60 Prozent der Bevölkerung sind obdachlos«, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne.

Wie viele Menschen ums Leben kamen, blieb zunächst unklar. Frankreichs Premierminister Edouard Philippe sagte gestern, im Überseegebiet Saint-Martin seien vier Tote gefunden worden. Er betonte, die Bilanz sei noch unsicher. Innenminister Gérard Collomb hatte zuvor von acht Toten gesprochen. »Es ist eine große Katastrophe. 95 Prozent der Insel sind zerstört«, sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs, im Radiosender RCI.

Macron und May stimmen sich ab

Im britischen Überseegebiet Anguilla und auf Barbuda kamen zwei Menschen ums Leben. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich bestürzt über die Todesopfer und die Verwüstungen in der Karibik. Den Menschen und Regierungen der Gebiete sprach er sein Beileid aus. Nach dem Durchzug von »Irma« begannen auf den Kleinen Antillen im Südosten der Karibik die Aufräumarbeiten. Vom französischen Übersee-Département Guadeloupe aus wurden 400 Gendarmen und 400 Feuerwehrleute in das Gebiet geschickt. Zwei Fregatten, zwei Aufklärungsflugzeuge, Transportflugzeuge und Helikopter sind im Einsatz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May vereinbarten eine enge Zusammenarbeit, um das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen und die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Die niederländische Regierung schickte zwei Marineschiffe mit Hilfsgütern zu der französisch-niederländischen Insel Saint-Martin. Außerdem sollten von der Karibikinsel Curacao aus Militärflugzeuge mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln starten.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Der Hurrikan passierte am Donnerstag die Dominikanische Republik sowie Haiti und sollte dann weiter Richtung Kuba, Bahamas und Florida ziehen.

Der Hurrikan war am Mittwochmorgen auf der kleinen Karibik-insel Barbuda erstmals auf Land getroffen. Die Insel sei praktisch unbewohnbar geworden, sagte Premierminister Browne. »Die ganze Insel steht unter Wasser.« Barbuda hat knapp 2000 Einwohner. Auch zahlreiche Karibikurlauber waren vom Hurrikan betroffen. In der Dominikanischen Republik brachten die Behörden rund 7500 Touristen in Sicherheit. In Kuba wurden rund 36 000 Urlauber von der besonders gefährdeten Nordküste an sicherere Orte gebracht. Mit Sorge blickten Hilfsorganisationen auf das bitterarme Haiti. Dort leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan »Matthew« im vergangenen Jahr. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften und sind schlecht auf einen neuerlichen Tropensturm vorbereitet. Es gilt als wahrscheinlich, dass »Irma« am Samstag auf den US-Staat Florida trifft. Floridas Gouverneur Rick Scott rief die Einwohner des Bundesstaates zu äußerster Vorsicht auf. Man müsse davon ausgehen, dass große Teile Floridas und beide Küsten betroffen sein könnten.

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