10. Mai 2019, 22:22 Uhr

Junge Menschen besser schützen

10. Mai 2019, 22:22 Uhr
Laut DEKRA spielen die schlechte Risikoeinschätzung von Kindern und Jugendlichen im alltäglichen Straßenverkehr ebenso eine Rolle wie die fehlende Rücksichtnahme. (Foto: dpa)

Stuttgart (dpa). Mehr Rücksicht auf Kinder und Jugendliche im Straßenverkehr mahnt die Prüfgesellschaft DEKRA an. In ihrem Report zur Verkehrssicherheit 2019 heißt es, Mädchen und Jungen unter 15 Jahren seien besonders gefährdet. Fehlende Erfahrung, falsche Risikoeinschätzung und Unachtsamkeit spielten dabei ebenso eine Rolle wie unzureichende Rücksichtnahme, zu hohe Geschwindigkeit und Ablenkung im alltäglichen Straßenverkehr.

»Handlungsfelder für eine nachhaltige Verbesserung gibt es zur Genüge«, wird Clemens Klinke, Vorstandsmitglied der DEKRA, in einer Mitteilung zitiert. Die Zahl im Verkehr getöteter Kinder und Jugendlicher sei in der Europäischen Union zwar zurückgegangen: von 1325 Unfallopfern im Jahr 2005 auf 593 im Jahr 2017. Dennoch müsse die Verkehrssicherheit von jungen Menschen weiter verbessert werden.

Erforderlich sei etwa ein Tempolimit von 30 km/h entlang von Schulwegen sowie in Bereichen rund um Schulen, Kindergärten und Spielplätze. Auch die Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche sei unerlässlich. Kinder sollten laut DEKRA auf dem Fahrrad außerdem unbedingt einen Helm tragen. Die Räder müssten mit funktionsfähigen aktiven und passiven Reflektoren ausgestattet sein, hieß es weiter. Auf diese Weise seien Kinder auf den Rädern zu jeder Tageszeit gut sichtbar. Kinder sollten zudem auch als Beifahrer in Autos stets entsprechend ihrem Alter beziehungsweise ihrer Größe gut gesichert sein.

Die Gesellschaft spricht sich dafür aus, »Elterntaxis« nur dann zu nutzen, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Kindern fehlten wichtige Erfahrungen, wenn sie zur Schule gefahren werden. »Eltern müssen ihren Kindern ermöglichen, alters- und entwicklungsgerecht ihre eigenen Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln und entsprechende Kompetenzen zu erwerben«, heißt es im Report. Zur geplanten Zulassung von E-Scootern lehnt die DEKRA das Fahren auf Gehwegen ab.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wollte langsame E-Scooter ursprünglich auf Gehwegen zulassen. Am Dienstag lenkte er aber ein: Um eine rasche Zulassung der neuen Gefährte zu ermöglichen, ging er auf Vorbehalte der Bundesländer ein. Denn der Bundesrat muss der Verordnung zustimmen - voraussichtlich am 17. Mai.

Neuer Scheuer-Vorschlag

Derweil macht Scheuer einen neuen Vorschlag: Jugendliche sollen den Moped-Führerschein nach Plänen des Bundesverkehrsministers künftig schon mit 15 Jahren machen können - wenn es in ihrem Bundesland so festgelegt wird. Der Bund will den Ländern dafür ermöglichen, das Mindestalter von derzeit 16 Jahren dauerhaft auf 15 zu senken, wie das Ministerium am Freitag auf Anfrage in Berlin mitteilte.

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen laufen seit einigen Jahren bereits Modellversuche. Diese sind aber bis Ende April 2020 befristet. Konkret geht es um leichte Kleinkrafträder, die maximal 45 Kilometer pro Stunde schnell sind, und die Führerscheinklasse AM. Die dafür vorgesehene Änderung des Straßenverkehrsgesetzes soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch ins Bundeskabinett kommen.

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