01. August 2019, 22:40 Uhr

Ein Schwein, das Goethe zitiert?

01. August 2019, 22:40 Uhr

Tokio/Berlin (dpa). Viele Wissenschaftler sehen Versuche in Japan, menschliche Organe in Tieren zu züchten, gelassen. Ethisch werde mit den Plänen der Forscher in Japan keine rote Linie überschritten, sagte die Medizinethikerin Christiane Woopen von der Uni-Klinik Köln im Deutschlandfunk.

Japanische Forscher der Universität Tokio hatten eine Genehmigung zur Zucht von menschlichen Organen in Tieren erhalten. Das zuständige Gremium des Wissenschaftsministeriums segnete den Beginn der Forschung ab. Bei Mischwesen rege sich zwar ein ungutes Gefühl, aber man müsse nach den Argumenten fragen, sagte Woopen. Ethisch komme es darauf an, dass sich die spezifischen Charakteristika der Arten nicht verunklarten. Ein Tier solle keine Eigenschaften bekommen, »die wir eigentlich nur dem Menschen zuschreiben«, sagte sie. »Wenn man es jetzt mal ganz plakativ formuliert: Wenn wir plötzlich ein Schwein haben, das Goethe-Gedichte zitiert, dann wäre natürlich eindeutig eine ethische Grenze überschritten.«

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, sagte der Zeitung »Die Welt«, es gehe nicht darum, eine »Sphinx zu schaffen«. Vielmehr stehe ein »hochrangiges Forschungsziel« im Vordergrund: »Man könnte eines Tages ohne Organspenden auskommen.«

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