28. August 2019, 22:27 Uhr

»Beeindruckende Liste«

28. August 2019, 22:27 Uhr

Genf (dpa). Vor einem besonders bemerkenswerten Schritt schreckten die Delegierten auf der Artenschutzkonferenz in Genf dann doch zurück. Das vor Tausenden von Jahren ausgestorbene Mammut kommt nicht auf die Liste der zu schützenden Arten. Der Anlass des Vorstoßes: Das Elfenbein der Mammuts, deren Überreste durch die Erderwärmung gerade in Sibirien immer häufiger aus dem schmelzenden Eis auftauchen, dient dazu, den verbotenen Handel mit Elefanten-Elfenbein legal erscheinen zu lassen. »Dann wird Elfenbein von Elefanten als das von Mammuts ausgegeben«, sagt Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife. Die Konferenz zögerte laut Freyer auf Druck Russlands. Stattdessen wird das Problem nun erst mal näher untersucht.

Doch ansonsten ist die Biologin voll des Lobes für die Beschlüsse der mehr als 180 Staaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). »Selbst Arten, bei denen es um viel Geld und große Einflussnahme von Nutzergruppen geht, haben hier klar gewonnen. Der internationale Artenschutz ist mit dieser Konferenz stark aufgewertet worden«, meint sie. »Insgesamt gelang es in Genf, das Augenmerk auch auf weniger charismatische, unbekanntere Arten zu legen, die jedoch für ihr Ökosystem genauso wichtig sind«, bescheinigt auch der Experte der Naturschutzorganisation WWF, Arnulf Köhncke. Ein Beispiel dafür sei die nun besser geschützte Seegurke in den Weltmeeren, die helfe, die vom Klimawandel bedingte Versauerung der Ozeane zu bekämpfen.

Es sei in den zwölftägigen Beratungen eine beeindruckende Liste verabschiedet worden, die Dutzende bedrohter Tier- und Pflanzenarten künftig besser schützen werde, stellte sich die Konferenz selbst zum Abschluss am Mittwoch ein positives Zeugnis aus. Dazugehörten Reptilien, Fische sowie Baumarten, aber auch Säugetiere wie die Giraffe, deren Bestand in den vergangenen Jahrzehnten um rund 40 Prozent abgenommen habe. »Die Menschheit muss eine Antwort auf die wachsende Ausrottungskrise finden, indem sie den Umgang mit den Tieren und Pflanzen neu regelt«, so die Cites-Generalsekretärin, Ivonne Higuero. Das Cites-Abkommen von 1973 kann den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten verbieten oder hohe Hürden dafür auferlegen.

Doch es gibt auch Kritik: Der WWF fordert etwa mehr Anstrengungen beim Tigerschutz. »Wir brauchen dringend Maßnahmen für die asiatischen Länder, in denen Tiger in Gefangenschaft gehalten werden oder die in den illegalen Tigerhandel verwickelt sind«, sagt Köhncke. Zu den Verlierern des Konferenz zählen laut Pro Wildlife die Glasfrösche. Der Handel mit Tieren und Pflanzen überwiegend für Luxusprodukte sei neben Lebensraumverlust eine der großen Bedrohungsursachen.

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