13. Oktober 2017, 22:21 Uhr

Antwort nach 99 Jahren?

13. Oktober 2017, 22:21 Uhr
Hayden Cullen, Soldat wie sein Großvater, mit der Brieftasche dessen Retters im Ersten Weltkrieg. (Foto: dpa)

Barum (dpa). Seit Tagen steht das Telefon bei Familie Rabe nicht mehr still. Verantwortlich dafür ist ein Neuseeländer namens Hayden Cullen und eine Geschichte, die wie aus einem Hollywood-Film klingt: Ein neuseeländischer Soldat bricht im Ersten Weltkrieg während eines Gefechts blutüberströmt zusammen. Ein deutscher Offizier rettet ihm das Leben. Bevor der Deutsche in Gefangenschaft gerät, überlässt er dem Verwundeten seine Brieftasche, versehen mit Namen und Adresse. Jahrelang versucht die Familie des neuseeländischen Soldaten, die Nachfahren des Lebensretters ausfindig zu machen – ohne Erfolg. Doch nun könnte es ein Happy End geben.

Fast 99 Jahre nachdem eine Granate den Neuseeländer Ray Cullen in Frankreich verwundet hat, sucht sein Enkel Hayden, ebenfalls Soldat, immer noch nach dessen Retter. »H. Held« ist der Name, der in der Brieftasche zu finden ist. Als Wohnort wird das niedersächsische Dorf Eppensen angegeben – doch dort gibt es keinen Held – zumindest nicht dem Namen nach.

Über das Internet erfährt der Stadtarchivar Tino Wagner aus dem nahe gelegenen Bad Bevensen von Cullens Suche. In alten Kirchenbüchern wird er schließlich fündig. Er entdeckt einen 1898 geborenen Heinrich Held. Doch dieser starb 1929, ohne Kinder zu hinterlassen. Erst über einen Eppenser Hobbyhistoriker kommt eine neue Spur zutage: Auf einem alten Bild der Helds ist auch eine Schwester abgebildet. Und diese hatte Nachwuchs – eine Tochter, die heute in einem Nachbarort wohnt. Ihr Name: Helga Rabe. Über ihren Onkel Heinrich, der viele Jahre vor ihrer Geburt starb, weiß sie nur wenig. Ihre Mutter habe den Bruder nur am Rande erwähnt, erzählt sie. Dass er Cullens Großvater an der Front geholfen haben soll, hat die 75-Jährige erst wenige Tage zuvor aus der Zeitung erfahren. »Er war ein Held damals«, sagt ihr Mann Wilhelm Rabe. »Er hat einen Feind gerettet.«

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