29. September 2022, 22:21 Uhr

»Schnell zum eigenen Spiel finden«

29. September 2022, 22:21 Uhr
Neuzugang David Cerny und der EC Bad Nauheim warten noch auf den ersten Saison-Sieg.

Krisen-Treffen mit den Roten Teufeln! Der noch sieglose EC Bad Nauheim ist am Freitag (19.30 Uhr) zunächst bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser (ein Sieg) zu Gast. Am Kerb-Sonntag (18.30 Uhr) kommen dann die Dresdner Eislöwen (ebenfalls nur ein Erfolg) zum Spiel der Deutschen Eishockey-Liga 2 ins Colonel-Knight-Stadion. »Wir brauchen endlich ein Erfolgserlebnis«, sagt Harry Lange, der Trainer der Hessen, nach vier Niederlagen zum Auftakt. Das Spiel am Vorabend vom Tag der Deutschen Einheit steht unter dem Motto »Ein Herz für die Demokratie und für Vielfalt«.

So geht der EC Bad Nauheim in das Wochenende: Top-Verteidiger Kevin Schmidt ist zurück. Richards Babulis wird wieder als Backup auf der Bank Platz nehmen. Im Mittelpunkt der Trainingswoche: das Spiel mit der Scheibe, insbesondere der Aufbau aus der eigenen Zone. Viele Baustellen habe man sagt Lange, der beim Ausblick auf das Wochenende den Fokus auf das eigene Spiel richtet. »Am Ende ist entscheidend, ob und wie schnell wir zu unserem Spiel finden und dass es uns gelingt, dies über 60 Minuten auf das Eis zu bringen.«

Torwart-Suche in der Lausitz: Das war eine echte Schock-Nachricht. Nikita Quapp, Nummer-eins-Torwart mit deutschem Pass, hat sich einen Riss des Syndesmosebandes zugezogen und fällt mindestens acht Wochen, möglicherweise ein Vierteljahr lang aus. Kristian Hufsky hat den U20-Nationaltorwart am vergangenen Wochenende vertreten. Das soll aber keine Dauerlösung sein. »Wir sind gezwungen, einen neuen Torhüter zu verpflichten. Aber der deutsche Markt für diese Position ist im Moment sehr überschaubar«, sagt Geschäftsführer Dirk Rohrbach gegenüber der Lausitzer Rundschau. Hinzu kommt: Weil Quapp als Förderlizenzspieler von den Eisbären Berlin bezahlt wird, spart man in Weißwasser auch nichts an Gehalt durch die zu erwartenden Lohnersatzleistungen. Es müssen also zusätzliche Mittel für einen neuen Torhüter lockergemacht werden. Ist man in der Lausitz mangels Alternative gezwungern, einen ausländischen Keeper zu verpflichten, müsste einer der vier offensiven Kontingentspieler pausieren. Allerdings: Gerade im Spiel nach vorne (und auch im Powerplay) tun sich die Füchse schwer. Nur sieben Treffer wurden in vier Spielen erzielt, keine Mannschaft hat seltener getroffen. Durch die Neuzugänge Maximilian Adam, Sebastian Zauner und Dominik Bohac wirkt die Abwehr gegenüber der Vorsaison strukturierter. »In Weißwasser war’s noch nie leicht. Und ich konnte auch kein Torwart-Problem erkennen«, sagt EC-Trainer Lange nach dem üblichen Video-Studium.

Zum Aufgebot der Blau-Gelben zählt im übrigen Kristian Blumenschein. Der Neffe von Ex-Teufel Gordon Blumenschein hofft auf einen deutschen Pass und wartet auf eine entsprechende Mitteilung.

Hohe Ansprüche in Dresden: Die Eislöwen sind neben Krefeld und Kassel DEL-Bewerber. Die erfolgreiche Vorsaison mit Tabellenplatz zwei nach der Hauptrunde (dem dann aber folgenden Viertelfinal-Aus) sowie den Verlängerungen mit sämtlichen Leistungsträgern (unter anderem Torwart Janick Schwendener, DEL-Spieler des Jahres Jordan Knackstedt) sowie den vier Kontingentspielern haben das Anspruchsdenken erhöht. Mit nur einem Sieg (6:4 beim Schlusslicht Heilbronn) hinken die Sachsen den Erwartungen hinterher.

»Wir sind natürlich etwas verwöhnt von der vergangenen Saison. Da ist in der Hauptrunde fast alles perfekt verlaufen. Nun haben wir noch nicht die erhofften Resultate erzielt. Es gilt, die Fehler abzustellen und zum eigenen Spiel zu finden. Dabei dürfen wir uns aber nicht verrückt machen«, sagt Eislöwen-Coach Andreas Brockmann.

Das Heimspiel-Motto: In Zusammenarbeit mit der Partnerschaft für »Demokratie Wetterau« mit dem Förderprogramm »Demokratie leben!« und dem Wetteraukreis wird der EC ein Zeichen setzen für Demokratie und Vielfalt. In den Mannschaften des Nachwuchsvereins Rote Teufel sind mehr als 17 Nationen vertreten. Es sind verschiedene Aktionen geplant, so werden am Eingang die blinkenden Herzen für Demokratie an alle Zuschauer verteilt. Zudem wird es einen Informationsstand geben.



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