12. August 2022, 09:01 Uhr

Tradition und Moderne

Nach zwei Jahren Zwangspause geht am 20./21. August der 32. Internationale ADAC/VFV Schottenring Historic Grand Prix wieder über die Bühne.
12. August 2022, 09:01 Uhr
TEN
Absolute Publikumslieblinge in Schotten sind die Gespann-Besatzungen, die ihre chromblinkenden Maschinen durch die Kurven des Stadtkurses zirkeln. FOTO:: TEN

Nach zwei Jahren Zwangspause geht am 20./21. August der 32. Internationale ADAC/VFV Schottenring Historic Grand Prix wieder über die Bühne. Zwei Tage lang werden rund 200 Fahrer historischer Motorräder ihre Maschinen und ihr Fahrkönnen in Gleichmäßigkeits- und Sonderläufen zeigen. Als besondere Attraktion werden zehn Gespanne der IDM-Sidecar-Meisterschaft in einem Showlauf auf die Strecke gehen. Dabei gehen der amtierende Weltmeister Markus Schlosser, der achtfache Weltmeister Tim Reeves sowie die amtierenden Deutschen Meister Josef Sattler/Luca Schmidt an den Start.

Im Kalender des Historischen Motorradsports hat der Schottenring Historic Grand Prix eine Sonderstellung. Seit 1989 knüpft der gastgebende MSC Rund um Schotten an die Tradition einer der ältesten deutschen Rennstrecken an. Im Gegensatz zum Historischen, mehr als 16 Kilometer langen Rundkurs zwischen Schotten und Poppenstruth, wird der Schottenring Grand Prix heute auf einem Stadtkurs als Gleichmäßigkeitsrennen ausgetragen. Das schont und schützt Fahrer und Material.

Durch die kürzeren Runden auf dem einmaligen Stadtkurs ergibt sich ein für die Zuschauer attraktives Geschehen. Nur selten ist es bei Motorsportveranstaltungen möglich, die Läufe so dicht an der Strecke zu erleben. Auch die bodenständige Atmosphäre im Fahrerlager und auf den Zeltplätzen unmittelbar bei der Strecke ist ein Teil der Faszination Schottenring.

»Unmittelbar nachdem wir den 32. Schottenring Historic Grand Prix ausgeschrieben haben, bekam ich die ersten Rückmeldungen«, freut sich Timo Neumann, einer der Organisatoren der Veranstaltung. »Ich freue mich, dass sich ein attraktives Starterfeld für diese Traditionsveranstaltung angemeldet hat.« Selbst jetzt, kurz vor dem Nennschluss, träfen noch Anfragen wegen eines Startplatzes am Schottenring ein.

Dabei freut er sich besonders über das Engagement der Fahrer in der Antikklasse, die mit viel Aufwand und handwerklichem Können Motorräder, die inzwischen teilweise über 100 Jahre alt sind, wettbewerbsfähig halten. Gerade an den Maschinen der 1910er bis 1930er Jahre lässt sich die rasante technische Entwicklung gut beobachten.

Diese bekommt nach dem zweiten Weltkrieg nochmals einen Schub. Die Motorräder der 50er bis 70er Jahre bilden den Schwerpunkt des Starterfelds. Ein Großteil des Publikums erinnert sich noch aus seiner Jugend an die Kämpfe zwischen italienischen und den ersten japanischen Herstellern. »Wenn ich die aktuelle Starterliste betrachte, wird mir bewusst, dass der Schottenring Historic Grand Prix inzwischen selbst reif für das H-Kennzeichen ist«, stellt Neumann fest. Eine ganze Reihe von Motorrädern, die am 20. und 21. August starten werden, gab es noch gar nicht, als der MSC Rund um Schotten 1989 das erste Rennen für Historische Motorräder ausrichtete. »Der Schottenring Historic Grand Prix steht wie alle unsere Clubaktivitäten für unser Motto Tradition bewahren - Zukunft gestalten«, betont der 1. Vorsitzende des MSC Wolfgang Wagner-Sachs. »Sowohl die Starter- als auch die Besucherzahlen bestätigen, dass es uns vor über 30 Jahren gelungen ist, die inzwischen fast 100 Jahre alte Motorsporttradition des Schottenrings wieder zu beleben und mit stetigen Verbesserungen in die Zukunft zu führen.«



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