01. Juli 2022, 20:54 Uhr

Historischer Tag für Blau-Weiß

01. Juli 2022, 20:54 Uhr
SW
Die Eintracht-Traditionself spielt in Schotten. FOTO: EINTRACHT

Alles andere als einen gemütlichen Saisonausklang erleben in diesem Jahr die Fußballer des SV Blau-Weiß Schotten. Hinter den Kulissen laufen seit Wochen die Vorbereitungen auf Hochtouren für ein Ereignis, das mit der Bezeichnung »Event des Jahres« nur unzureichend charakterisiert wäre. Am Freitag, 8. Juli, kommt die Traditionself der Frankfurter Eintracht auf den »Bockzahl«, wo seit mittlerweile 113 Jahren die Blau-Weißen ihrer Fußballleidenschaft frönen. Anpfiff der Partie ist um 18.30 Uhr.

Das Gastspiel von Karl-Heinz »Charly« Körbel, Uwe Bindewald, Rudi Bommer, Norbert Nachtweih, Alex Meier und Co. möglich gemacht hat die Kampagne »Eintracht in der Region«, die der frischgebackene Europapokalsieger mit Unterstützung von Lotto Hessen auf den Weg gebracht hat. Ziel ist die Förderung des hessischen Amateurfußballs. Dass der Schottener Traditionsverein eine der zehn Zusagen von insgesamt 201 Bewerbungen erhalten hat, war nicht zuletzt einem Stück »harter Arbeit« zu verdanken, die der Vereinsvorstand im Vorfeld geleistet hat. »Wir haben sehr viel Wert auf Qualität bei der Abfassung der Bewerbung gelegt und freuen uns natürlich, dass wir damit erfolgreich waren«, formuliert Präsidiumsmitglied Thorsten Braun. Interessierte Vereine konnten sich mit emotionalen Texten, Fotos und Videos bei der Eintracht bewerben. Wichtig dabei war die Vorstellung des Vereins, aber auch welche Projekte mit den Einnahmen aus der Veranstaltung gefördert werden sollen.

Viel Wert wird auf Sport, Spiel und Spaß gelegt, wenn die Traditionself vom Main auf dem Bockzahl auf eine Ü35-Auswahl der Blau-Weißen trifft. Die früheren Bundesligakicker haben kaum etwas von ihren technischen Raffinessen verlernt, dem die Gastgeber vor allem ihre konditionelle Fitness und ihre Begeisterung entgegenstellen werden. »Die Zuschauer werden sicherlich viele technische Kabinettsstückchen erleben. Allein dafür lohnt schon der Besuch«, so Braun.

Bereits 800 Karten sind verkauft

Darüber hinaus spielt für den Verein ein weiterer Aspekt eine große Rolle. Die Eintracht-Traditionself kommt gratis nach Schotten. Das gehört zum Kern der Aktion. Alle Erlöse verbleiben in der blau-weißen Vereinskasse. »Das ist für uns sehr wichtig, zumal wir das Camp im Rahmen des Schottenring-Grand-Prixs bekanntlich nicht mehr durchführen können. Diese Einnahmen fehlen uns«, sagt Braun.

Auch die Zuschauer können von den Rahmenbedingungen profitieren. Lediglich acht Euro, ermäßigt vier Euro, kostet der Eintritt, Kinder bis sechs Jahre sind frei. Dass der »Bockzahl« aus allen Nähten platzen wird, davon sind die Blau-Weißen überzeugt. »Unser Ziel im Vorverkauf sind mindestens 1000 Karten, 800 haben wir bereits verkauft«, gibt sich Thorsten Braun optimistisch. »1200 Zuschauer sollten es werden, vielleicht sogar 1500. Das wären die meisten Zuschauer, die je ein Blau-Weiß-Spiel auf dem Bockzahl angezogen hat.« Mitte Juni bei der Veranstaltungen in Lorsch waren es 1300 Fans, die die Eintracht-Traditionself sehen wollten.

»Es wird für unseren Verein ein absolut historischer Tag«, betont der Präsidiale. »Die Eintracht ist in diesen Tagen nach ihrem Sieg im Europacup-Endspiel in aller Munde.« Gleichwohl stelle die Organisation das Orgateam vor große Herausforderungen. Eine Abordnung habe sich daher die Veranstaltung in Bad Orb angeschaut und viele Informationen gesammelt. Thorsten Braun bedankt sich in diesem Zusammenhang bei der Stadt Schotten für die gute Unterstützung. Für das große Gastspiel hat Blau-Weiß extra den Platz saniert, was eigentlich in diesem Jahr nicht vorgesehen war.

Eintracht Frankfurt will mit der Aktion ein Zeichen setzen, wie Vorstandssprecher Axel Hellmann sagt. »Bei allen notwendigen Internationalisierungsbestrebungen und Marketingmaßnahen ist und bleibt das Gebiet zwischen Kassel und Aschaffenburg, zwischen Fulda und Siegen unsere Basis - eine Beziehung, die wir pflegen müssen. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass auch die Amateurvereine pandemiebedingte wirtschaftliche Einbußen kompensieren können.«

Karl-Heinz Körbel, der Leiter der Traditionsmannschaft, zeigt sich überwältigt von der Resonanz der Aktion »Eintracht in der Region«. »Die leidenschaftlichen Einsendungen zeigen die Bedürfnisse und Nöte der Vereine, die mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben«, so der 67-Jährige, der mit seinen 602 Spielen für die Eintracht Bundesligarekordspieler ist.

Dabei kommen nicht nur die Traditionskicker nach Schotten. Das Spiel ist eingebettet in einen »Eintracht-Tag« mit einem bunten Rahmenprogramm. Ganz wichtig für die Vereinsführung der Blau-Weißen ist die Einbindung des Nachwuchses. So erhalten 40 Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren am Freitag von 15.30 bis 17.30 Uhr eine spezielle Fußballlehrstunde von der Eintracht-Fußballschule. Dazu dürfen sie die Spielausrüstung und eine Trinkflache, die sie für das Training bekommen, behalten. »Da ist sicher ein besonderes Highlight für unsere Kinder«, sagt Klaus Doll, der wie viele andere Blau-Weiße seit vielen Wochen in die intensiven Vorbereitungen eingebunden ist. Auch das rund 80-köpfige Helferteam wird mit T-Shirts ausgestattet.

Zu den Rahmen-Angeboten gehört eine Hüpfburg, das traditionelle Torwandschießen und ein Speed-Messung. Für die Verpflegung der Zuschauer ist bestens gesorgt. Auch »Stöffche im Fass«, das Frankfurter Nationalgetränk, wird ausgeschenkt, »Die Einnahmen aus der Bewirtung sind für uns ebenfalls wichtig«, so Thorsten Braun.

Vorverkaufsstellen

Karten im Vorverkauf sind erhältlich per E-Mail an eintracht@blau-weiss-schotten.de oder bei Farben Zinnel (Schotten, Vogelsbergstraße 65), Blum Getränke & Mehr (Nidda, Leichthammerstraße 70), Sport Pokale Wagner (Büdingen-Düdelsheim, Elsegrund 8), Gederner Schublade (Gedern, Frankfurter Straße 16) und Cardtank 24 (Laubach-Wetterfeld, Kirchgasse 1.) Parkplätze auf dem Bockzahl stehen in ausreichender Menge auf zwei großen Flächen zur Verfügung. Anstoß zu dem Spiel der Eintracht-Traditionself ist um 18.30 Uhr. Das Spielgerät kommt aus der Luft. Der frühere Turn-Weltmeister Eberhard Ginger wird mit einem Fallschirmsprung auf dem Bockzahl einschweben und den Ballt auf den Anstoßpunkt ablegen.



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