30. Oktober 2022, 20:36 Uhr

Typisches 0:0 mit vier blitzsauberen Treffern

30. Oktober 2022, 20:36 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Jubel nach dem 1:0: Am Ende müssen sich die TSF mit einem 2:2 begnügen. Foto: PeB

. Was passiert in einem Fußballspiel, in dem die zwei Teams mit den beiden besten Abwehrreihen der Liga aufeinandertreffen? Im Zweifel erst einmal gar nichts. Und genau so begann am Sonntag das Top-Duell in der Gruppenliga zwischen den TSF Heuchelheim und dem FC Burgsolms. Dann, nach einer Stunde, gingen die Schleusen doch noch auf: 2:2 (0:0) hieß es nach weniger turbulenten, aber technisch sehenswerten 90 Minuten.

TSF Heuchelheim - FC Burgsolms 2:2

Denn auch die trefferlose erste Halbzeit ließ maximal den Wunsch nach mehr Torraumszenen offen. Denn davon gab es genau zwei - beide für die Turn- und Sportfreunde. Beide Male ging ein butterweich getretener Freistoß von Nils Schmidt aus dem linken Halbfeld voraus. Einmal parierte FCB-Keeper Lukas Becker glänzend (33.). Beim zweiten Mal ging das Leder nach Kopfball von Lorenz Krah (37.) knapp über die Latte. Ja - der Tabellenzweite wirkte in den ersten 45 Minuten entschlossener und zielstrebiger. Die Burgsolmser Abwehr ließ den Gegner jedoch nicht gewähren und verteidigte souverän und clever das eigene Tor. »In der ersten Halbzeit mussten wir eigentlich in Führung gehen«, fand TSF-Trainer Daniel Marx, ergänzte aber auch: »Beide Teams hatten Respekt voreinander, das hat man gesehen. Es war eine gute Intensität im Spiel, aber wenig Mut.«

Die Analyse traf auch auf die erste Viertelstunde nach dem Seitenwechsel zu. Ein klassisches Spitzenspiel, in dem keine Tore fallen wollten? Damit schienen sich einige Zuschauer bereits abzufinden. Burgsolms blieb abwartend, die Gastgeber indes schienen noch zu überlegen, ob sie das Tempo ein wenig anziehen wollten. Und das taten sie dann auch. Nachdem zuvor vor allem über die rechte Offensivseite mit Davon Ferdek die besten Aktionen zustande-gekommen waren, fiel die nicht unverdiente Führung für Heuchelheim aber mit einem langen Ball auf Ferdek, der sich bereits in den Strafraum durchgetankt hatte. Er ließ Becker keine Chance und schob zum 1:0 ein (60.).

Die Elf von Trainer Peter Nagel zeigte sich durch den Rückstand aber keineswegs schockiert, sondern erlebte den Hallo-Wach-Effekt. Keine zwei Minuten nach dem 0:1 kam der FCB zum ersten Mal richtig gefährlich vor das Tor der Heimelf. Aus dem Gewühl heraus schafften es jedoch weder Nico Hermer noch Bastian Dern oder Cyril Brückel, den Ball hinter die Linie zu bugsieren. Aber der Tabellenführer erinnerte sich, worum es hier ging. »Wichtig war für uns heute, dass der Abstand zu Heuchelheim gleichgroß bleibt«, sagte Nagel später. Gesagt, getan. Karl Philip Dübel (70.) war im Strafraum am schnellsten am Ball und schob zum Ausgleich ein. Vier Minuten danach drehte Silas Weber die Partie mit dem 2:1.

Zeit, um durchzuatmen, hatte Burgsolms allerdings nicht. Das Momentum gehörte jetzt wieder den Gastgebern, die noch einmal deutlich den Druck erhöhten und sich mit dem Kopfball-Tor durch Kilian Mandler belohnten (82.). In den verbleibenden Minuten ging es dann vogelwild hoch und runter, beide spielten auf Sieg. Eine Taktik, die einige in den ersten 45 Minuten vermisst hatten. Einen Sieger jedoch sollte es heute nicht geben.

»Gerechtes Remis«, fand Nagel, »denn in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt, aber dann noch den Hebel umgelegt. Und Heuchelheim hat das gut gemacht.«

Heuchelheim: Schmitz - Mattig, Simon, Krah, Umsonst - Baier, Schmidt, Jacob, Mandler - Rohde, Ferdek. - Einwechselspieler: Riedel, Mehari)

Burgsolms: Becker - Ahäuser, Find, Russo, Dübel - Tega, Weber - Petrenko, Dern, Hermer - Brückel. - Einwechselspieler: Adamski, Gierhardt)

Tore: 1:0 Ferdek (60.), 1:1 Dübel (70.), 1:2 Weber (74.), 2:2 Mandler (82.) - Schiedsrichter: Bierau (Biedenkopf) - Zuschauer: 250.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos