03. Dezember 2021, 22:41 Uhr

KURZ NOTIERT

Noch mehr als besonders

03. Dezember 2021, 22:41 Uhr
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Aus der Redaktion
Macht’s nochmal: Nach dem Sieg über den HC Erlangen wartet auf die HSG Wetzlar das Hessenderby gegen die MT Melsungen. Foto: Eibner

. Das Telefon auf der Geschäftsstelle der HSG Wetzlar steht seit Donnerstag nicht mehr still. Immer ein Zeichen, dass ein besonderes Spiel ins Haus steht. In der Tat ist es immer etwas Besonderes, wenn die MT Melsungen ihre Visitenkarte an der Lahn abgibt. Das 34. Hessenderby der beiden Handball-Bundesligisten am Sonntag (16 Uhr) wirft aber nicht nur seine sportliche Schatten voraus.

HSG Wetzlar - MT Melsungen (So., 16 Uhr)

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden neuesten Verordnungen der Landesregierung machte es den Verantwortlichen der Gastgeber unmöglich, an eine ausverkaufte Rittal-Arena zu denken. »Wir dürfen jetzt 1250 Zuschauer reinlassen, ausschließlich Sponsoren und Dauerkarteninhaber«, stellt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp am Freitgamittag noch einmal klar. Die im Vorfeld verkauften Tickets müssen zurückgegeben beziehungsweise von den wenigen Auserwählten umgetauscht werden. »Dazu öffnet der Schalter an der Arena schon um 10 Uhr«, sagt Seipp und weist im nächsten Atemton auch auf die in der Halle geltende 2Gplus-Regel hin. Heißt, nur geimpfte und genesene Fans, die obendrein einen aktuellen Corona-Test gemacht haben, sind live vor Ort, wenn die HSG versucht, dem »unfassbar guten Ergebnis« (O-Ton Benjamin Matschke) vom Donnerstagabend noch einen draufzusetzen.

Die mit 27:24 gewonnene Partie in Nürnberg gegen den gastgebenden HC Erlangen war das sechste Spiel in 22 Tagen. »Wir sind körperlich und mental an der Grenze. Von daher bin ich mächtig stolz auf die Mannschaft, zumal sie wirklich besser als Erlangen war und verdient gewonnen hat. Die Jungs leisten Tolles«, lobt HSG-Coach Matschke sein komplettes Ensemble - inklusive des eigenen Trainerstaffs: »8:4 Punkte, das ist der Lohn dieses Teamworks.«

Matschke will Feld nicht verheizem

Was bei dieser Terminhatz nicht ausbleibt, sind Verletzungen. »Jeder nimmt kleine Geschichten aus den Spielen mit, jeder hat das eine oder andere Wehwehchen zu beklagen«, sagt Matschke. Gegen Melsungen wird - wie schon im Frankenland - Tomislav Kusan (Bänderverletzung) nicht mit von der Partie sein. Lenny Rubin und Stefan Cavor, die am Donnerstag im Laufe der Partie humpelnd für einige Minuten auf der Bank Platz nehmen mussten, sollten bis Sonntag wieder einigermaßen fit sein. Gleiches gilt für Magnus Fredriksen (Schulterprobleme), während auch bei Filip Mirkulovskis lädiertem Knöchel die Heilung fortschreitet. Bleiben speziell auf der Spielmacherposition aber ein paar Fragezeichen.

Darauf gab Alexander Feld am Donnerstag die passende Antwort. Fünf blitzsaubere Treffer, eine super Angriffsführung - der lange verletzte Mittelmann scheint früher als erwartet zurück ins harte Bundesliga-Geschäft zu finden. »Alex und ich haben eine besondere Kommunikation. Er vertraut mir und meiner Belastungssteuerung. Er hat seine Qualitäten, auch im Torabschluss. Wir müssen aber auch an seinen Schutz denken. Es wird Spiele geben, in denen er an seine Grenzen kommt«, weiß der Wetzlarer Coach, der bei all seinen Spielern im Training via iPad eine Pulskontrolle am Laufen hat.

Wo der Hase bei Neu-Trainer Roberto Parrondo langläuft, das scheinen die Melsunger Spieler immer mehr zu verinnerlichen. Die Mannen um Julius Kühn, Kai Häfner, Timo Kastening sowie die Ex-Wetzlarer Tobias Reichmann und Michael Allendorf kommen zwar mit einem Pluspunkt weniger als die HSG, aber mit Diskussionen um den am Saisonende gechassten Silvio Heinevetter und hohen Erwartungen in die Rittal-Arena. »Aber sie haben so viel Wucht, so viel Power. Meine Jungs haben seit heute alles in der Dropbox, was ich von ihnen will«, sagt Ben Matschke am Freitag. Und fügt kämpferisch an: »Wir haben Bock aufs Derby.« Das aus vieleriei Hinsicht wieder ein ganz besonderes ist.

Till Klimpke gehört zum vorläufigen Kader der deutschen Handballer für die EM (13. bis 30. Januar) in Ungarn und der Slowakei. Der Torhüter der HSG Wetzlar wurde wie 34 weitere Spieler von Bundestrainer Alfred Gislason in den Kreis berufen, aus dem sich das endgültige Aufgebot formiert. Auch die Torwart-Oldies Johannes Bitter (39) und Silvio Heinevetter (37) stehen auf der Liste. Verzichten wird Gislason auf Rückraumspieler Paul Drux (Knieverletzung) und Rechtsaußen Patrick Groetzki, dessen Frau kurz vor der EM erneut Nachwuchs erwartet. (red)



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