21. August 2022, 18:21 Uhr

Kleinigkeiten entscheiden Turnier

21. August 2022, 18:21 Uhr
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Akrobatik im Tor: Der neue Hüttenberger Schlussmann Leonard Grazioli zeigt gegen den ASV Hamm-Westfalen sein Können. Foto: Röczey

. Die Handballer des Bergischen HC haben nach 2018 und 2019 zum dritten Mal den Linden-Cup gewonnen. Zum Abschluss des sechstägigen Turniers in der Stadthalle Linden setzten sich die Schützlinge des neuen Trainers Jamal Naji in der letzten Partie zweier noch ungeschlagener Bundesliga-Mannschaften mit 31:30 gegen den Vorjahressieger HSG Wetzlar durch. Platz drei ging an Erstliga-Aufsteiger ASV Hamm, der gegen den heimischen Zweitligisten TV Hüttenberg mit 28:26 gewann.

Als besten Torhüter des Turniers zeichneten die Verantwortlichen der HSG Linden Wetzlars Keeper Anadin Suljakovic aus, mit einer Glanzleistung in der letzten Begegnung avancierte Noah Beyer von den Bergischen Löwen mit 22 Treffern zum Top-Torjäger der Veranstaltung.

HSG Wetzlar - Bergischer HC 30:31 (13:13). »Das ist ja eine äußerst zähe Angelegenheit«, merkte Uli Lepper Mitte der ersten Halbzeit an. Nach 19 Minuten stand es 6:6, die Wetzlarer blieben hier zehn Minuten lang ohne Treffer und offenbarten im ersten Durchgang nur wenig Durchschlagskraft im Angriff.

Doch in der letzten Viertelstunde kam nicht nur Geburtstagskind Lepper, der Turnier-Begründer feierte am Samstag seinen 84. Geburtstag, auf seine Kosten. Nach dem 13:13 zum Seitenwechsel blieb es spannend. Doch nach dem 21:20 durch Emil Mellegard nach einem erfolgreich abgeschlossenen doppelten Kempatrick in der 46. Minute ging es Schlag auf Schlag.

Beide Kontrahenten lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Letztendlich bedeutete der Isak Perssons Treffer zum 27:24-Vorsprung für den personell erheblich geschwächten BHC vier Minuten vor Schluss eine Vorentscheidung. Denn die Mittelhessen kamen in der Schlussminute durch Adam Nyfjäll beim 29:30 und Mellegard zum 30:31-Endstand nur noch zweimal zum Anschlusstreffer.

»In den letzten fünf Minuten haben Kleinigkeiten entschieden«, urteilte HSG-Trainer Ben Matschke, zeigte sich aber hochzufrieden nach den drei »anspruchsvollen Aufgaben«, für deren Bewältigung seine »sehr diszipliniert« auftretende Mannschaft ein dickes Lob verdient habe.

Vom Stammkader fehlten Wetzlar in Linden nur Neuzugang Jovica Nikolic. Torhüter Till Klimpke stand nach seiner Verletzungspause erstmals wieder von Beginn an zwischen den Pfosten. Dabei bescheinigte Matschke seinen beiden Keepern einen »sehr starken« Auftritt.

Wetzlar: Klimpke, Suljakovic; Nyfjäll (1), Lipovina (5), Schmidt (1), Becher, Weissgerber (4/3), Schelker (1), Fredriksen (3), Wagner (2), Mellegard (6), Cepic (4), Rubin (1), Novak (1/1).

Bergischer HC: Johannesson, Rudeck; Beyer (11/4), Persson (2), Nothdurf (2), Weck (4), Gunnarsson, Ladefoged (2), Bergner (3), Nikolaison, Stutzke (7).

TV Hüttenberg - ASV Hamm 26:28 (13:11): Die Gegner müssten doch viel Respekt vor der Hüttenberger 3:2:1-Abwehr haben, meinte nach dem Abpfiff TVH-Trainer Johannes Wohlrab mit leicht süß-säuerlicher Miene.

Denn wie schon der Bergische HC agierte auch Hamm im Angriff über 60 Minuten mit dem siebten Feldspieler. Doch der Zweitligist bot gegen den Kontrahenten der Vorsaison eine famose Abwehrleistung inklusive der Wetzlarer Leihgabe Leonard Grazioli im Tor und setzte auch im Angriff immer wieder Akzente.

So lagen die Hüttenberger, bei denen allein der länger verletzte Rückkehrer Timm Schneider fehlte, bis zur 34. Minute in Front, als Jannik Hofmann zum 15:14 traf. Und selbst der 15:19-Rückstand (43.) brachte die Wohlrab-Schützlinge nicht aus dem Rhythmus. Doch näher als auf zwei Tore vermochten die Schreiber, Weber und Co. den Rückstand nicht mehr zu verkürzen.

»Wir können mit unserer Abwehr gut gegenhalten, und das auch gegen körperlich starke Mannschaften«, nahm Johannes Wohlrab den Faden noch einmal auf. Und diesmal mit einer zufriedenen Miene.

Hüttenberg: Grazioli, Plaue; Schwarz (2), Kirschner, Opitz, Theiss (2), Fujita, Weber (4/3), Zörb, Reichl (1), Hofmann (3/2), Klein (2), Kompenhans (2), Schreiber (6), Ribeiro (2), Kuntscher (2).

Hamm: Bozic, Hertlein; Patrail, Schulze (3), Kooji (4), Pretzewofsky (4), Bornemann, Orlowski (2), Meschke, Dayan (3), Savvas (6/2), von Boenigk (3), Wieling, Bauer (3).



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