01. September 2022, 18:48 Uhr

Holzheimer Festung als Faustpfand

01. September 2022, 18:48 Uhr
MOL
Der Kämpfer am Kreis: Moritz Lambrecht ist einer der Erfolgsgaranten. Foto: Bär

. Am kommenden Samstag ertönt für die Männerhandballer der HSG Pohlheim der Startschuss für die neue Handball-Saison. Dabei wartet mit der HG Saarlouis in der heimischen Sporthalle in Holzheim (Anwurf: 20 Uhr) nicht nur ein neuer Gegner, sondern eine komplett neue Liga. Denn nach der Meisterschaft in der Oberliga Hessen geht es für die Mannen um Trainer Andreas Lex nun in der anstehenden Runde um Tore und Punkte in der Dritten Liga.

Kader

Ein großer Vorteil für die Pohlheimer könnte sein, dass sie in der kommenden Runde auf einen eingespielten Kader setzen können. Einzig Dennis Weisel ist als Abgang zu verzeichnen, der Linksaußen fungiert aber als »Standby-Spieler« und tauchte auch immer wieder im Training auf.

Für seine Position wurde Daniel Schier von der HSG Kleenheim-Langgöns verpflichtet, der praktisch der einzig richtige externe Neuzugang ist, der fix für die erste Mannschaft eingeplant ist. Als Ergänzungsspieler kam zudem Fabian Neul aus der A-Jugend des TV Hüttenberg, der ein Doppelspielrecht besitzt.

Nick Weinandt, Bruder von Torben, von der HSG Wettenberg ist vorrangig für die zweite Mannschaft angedacht, dürfte aber immer wieder seine Chancen bekommen und ist ein Perspektivspieler für die nächsten Jahre. Kontinuität wird bei der HSG aber groß geschrieben.

Umfeld

In der Mannschaft hat sich beim Kapitänsamt eine Veränderung ergeben. So hat Jan Wüst sein Amt an »Vorjahres-Co« Max Rühl abgegeben, da der Torhüter nun für Jens Dapper in die Co-Trainer-Position aufgerückt ist und den Staffelstab daher weitergegeben hat. Neuer »Co-Kapitän« ist nun Moritz Lambrecht.

Abseits des Parketts ist die Vorfreude auf Drittliga-Handball nach über zehn Jahren bei der HSG Pohlheim groß. Schon in der Meistersaison waren die Fans ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Aufstieg, auch in dieser Saison soll die Unterstützung der heimischen Anhänger, vor allen bei den Partien in der Holzheimer Sporthalle, ein Faustpfand für den Klassenerhalt werden.

Stärken und Schwächen

»In der Abwehr gewinnst du die Spiele!« - Pohlheims Trainer Lex lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass die HSG-Defensive nicht nur in der letzten Saison das Prunkstück und der Garant des Aufstieges war, sondern auch in dieser Saison der Schlüssel ist, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Daher wurde daran in der Vorbereitung weiter intensiv gearbeitet und das Augenmerk daraufgelegt, um noch einen Tick besser werden. »Wir hatten in der letzten Saison die beste Torhüter- und die beste Deckungsleistung der Klasse und einen massiven 6:0-Innenblock mit viel Erfahrung. Eine stabile und harte Abwehr mit guten Keeper wird die Grundlage sein, um auch zu leichten Toren zu kommen«, glaubt Lex.

Bezüglich der Schwächen seines Teams hält sich der Pohlheimer Trainer naturgemäß zurück und möchte den Gegnern keine Hinweise geben, wie seine Mannschaft am ehesten zu knacken und wo sie verwundbar ist. »Da sollen sich die gegnerischen Trainer schon ihren Kopf und sich ihr eigenes Bild machen, wo die liegen«, so Lex augenzwinkernd.

Gegner

Eine neue Klasse bringt naturgemäß neue Gegner mit sich, die den Pohlheimern zu Saisonbeginn doch weitestgehend unbekannt sind. Bekannt ist der Lex-Truppe natürlich Nachbar HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U23, nicht nur ob des Tests im Rahmen des Linden-Cups.

Hinsichtlich des Saisonstarts hat Trainer Lex aber natürlich auch einige Infos über den ersten Gegner aus Saarlouis eingeholt. »Ansonsten kann ich die Liga schwer einschätzen, aber das Einlagespiel beim Linden-Cup war für uns schon eine Standortbestimmung, nach dem wir auch unsere Saisonziele festgelegt haben.

Zu den Aufstiegskandidaten zähle ich den TuS Ferndorf als Zweitliga-Absteiger sowie den TuS 04 Danzenberg und gegebenenfalls auch die HSG Hanau, die ja beide in der vergangenen Saison bereits in der Meisterrunde mitgespielt haben. Danach dürfte ein breites Feld an Mannschaften kommen, zu den weiteren Aufsteigern neben uns kann ich aktuell noch nichts sagen. Da muss man die ersten Spiele abwarten«, beschreibt Lex.

Ziele

Bei den Saisonzielen gibt es im HSG-Lager keine zwei Meinungen. Als Aufsteiger, der sich personell nicht wesentlich verstärkt hat, wurde der Klassenerhalt als Zielsetzung ausgegeben. »Der Platz über den Strich, sprich Platz zehn, ist ganz klar das, was wir erreichen wollen. Wenn möglichst natürlich recht schnell. Ganz wichtig werden dafür unsere Heimspiele werden«, glaubt Lex, der das Ziel »20 Punkte plus x« ausgibt.

Prognose

Trotz vieler unbekannter Gegner scheint die Zielsetzung des Aufsteigers realistisch und der Klassenerhalt machbar zu sein. Entscheidend dürfte dafür zum einen aber sein, dass die Sporthalle in Holzheim wieder zum Punktegarant wird, denn viele Zähler in den Heimspielen zu holen, dürfte unabdingbar für den Ligaverbleib sein. Wenngleich die Pohlheimer über eine eingespielte Mannschaft verfügen und mit einem breiten und recht ausgeglichenen Kader »wuchern« können, der in der letzten Runde schon ein Schlüssel für die Meisterschaft war, sollten sie aber von längerfristigen Ausfällen verschont bleiben. Ein Fehlen der Schlüsselspielern dürfte in der Dritten Liga deutlich schwerer zu kompensieren sein.



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