29. September 2022, 21:57 Uhr

»Endlich Sieg«

29. September 2022, 21:57 Uhr
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Aus der Redaktion
Bärenstarke Vorstellung: Vladan Lipovina verhilft mit seinen Toren der HSG Wetzlar zum Sieg in Hamm. Foto: Ben

Hamm/Wetzlar. »Endlich Sieg!« Vladan Lipovina brachte es kurz nach der erlösenden Schlusssirene auf den Punkt. Ja, endlich der erste Saisonsieg für die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga-Saison 2022/2023. Schier unendlich lange schienen sie auf diesen Moment gewartet zu haben. Umso ausgelassener feierte die Mannschaft von Trainer Ben Matschke den verdienten, wenn auch etwas zu hoch ausgefallenen 29:23 (12:10)-Erfolg beim ASV Hamm-Westfalen. Nach 60 Minuten überwogen aus Sicht der Grün-Weißen die guten Nachrichten. Das war vor und während der Begegnung am Donnerstagabend nicht immer so.

ASV Hamm-Westfalen - HSG Wetzlar 23:29

Erst die gute oder erst die schlechte Nachricht? Diese Frage durfte aus Wetzlarer Sicht schon vor dem Kellerduell in der Westpress-Arena gestellt werden. Die Schlechte zuerst: Jovica Nikolic, der Pechvogel dieser noch jungen Spielzeit, musste erkrankt zu Hause bleiben. Und Adam Nyfjäll nahm in »Halbzivil« auf der Bank Platz, weil sich der Kapitän mit einem Pferdekuss herumplagte.

Die Gute: Hendrik Wagner stand nach überstandener Grippe wieder auf dem Bogen - und früher, als ihm vielleicht lieb war, auch auf dem Feld. Weil Lenny Rubin zwar vorne einigermaßen schnell auf Touren kam, hinten aber mehrere Male den kürzeren gegen Jan von Boenigk zog. Der ASV-Linkshänder machte zu Beginn mit seinem Schweizer Gegenspieler, was er wollte, und erzielte bis zum 6:6 (15.) vier blitzsaubere Rückraumtreffer für den Aufsteiger.

Der zog dann sogar auf 8:6 (16.) davon, weil sich Magnus Fredriksen - wie leider schon zu häufig in der laufenden Runde - in der Anfangsphase ziemlich verzockte. Entweder beim eigenen Abschluss oder auch mit seinen eigentlich so genialen Pässen - das Aufbauspiel des Norwegers war gespickt von Fehlern.

Die Folge: Ben Matschke holte seinen verlängerten Arm erstmal vom Feld und brachte Jonas Schelker. Und der junge Neuzugang übernahm sofort Verantwortung. Ohne Verzweiflung, stattdessen mit viel Mut und Tempo lief der Schweizer die gegnerische Deckung an, markierte das wichtige 9:9 (20.) und ermöglichte wenig später seinen Nebenmann Lipovina den Platz zu dessen Doppelpack zum 11:9 (27.). Wenn die HSG, die ihre Abwehr von einer 5:1- über eine 6:0- schließlich auf eine extrem offensive 3:3-Formation veränderte, nicht in den letzten Minuten von Durchgang eins vorne wieder ein wenig in alte Muster verfallen wäre und die Paraden des eingewechselten Anadin Suljakovic besser ausgenutzt hätte, es wäre beim Wechsel mehr als eine 12:10-Führung für die Gäste drin gewesen.

Zweite Halbzeit, und wieder die Frage: Erst gut oder schlecht? Von beiden ein bisschen, denn die HSG erkämpfte sich mit einer starken Abwehrleistung und einem soliden Suljakovic dahinter so manchen Ball, um sich vorne jedoch nicht wirklich entscheidend dafür zu belohnen. Dazu kamen Zeitstrafen, die den angeknockten Gegner aus Hamm zumindest bis zum 21:23 (54.) durch Mait Patrail auf eine Wende hoffen ließ.

Doch in der Schlussphase überwog endgültig das Gute bei den Wetzlarern. Fredriksen, der spät, aber nicht zu spät zurückkehrte und das Angriffsspiel endlich ordentlich lenkte, netzte selbst zum 24:21 ein.

Lars Weissgerber war vom Siebenmeter-Strich erneut eine Bank. Emil Mellegard gab als vorgezogener Mann in der Deckung sein letztes Hemd und traf vorne wie eine Eins.

Und schließlich Lipovina, der in der Crunchtime Verantwortung übernahm. »Wir haben mit viel Geduld und Konzentration gespielt, die Abwehr war deutlich besser. Wenn wir immer so spielen, dann kein Problem«, sagte der Top-Torschütze der HSG. Endlich, Sieg! Ja, endlich und dringend gebraucht.

Hamm-Westfalen: Hertlein (ab 39.), Bozic - Huesmann (3), Fuchs, Patrail (1), Schulze (4), Kooij, Pretzewofsky, Bornemann, Orlowski (3), Meschke, Dayan, Savvas (3/2), von Boenigk (4), Wieling (4), Bauer (1).

Wetzlar: Klimpke, Suljakovic (ab 21.) - Nyfjäll (n.e.), Lipovina (7), Schmidt (2), Becher, Weissgerber (5/3), Schelker (3), Fredriksen (3), Wagner (1), Okpara, Mellegard (5), Cepic, Rubin (3), Novak.

Schiedsrichter: Schmack/ Dinges (Stuttgart) - Zuschauer: 2073 - Zeitstrafen: Hamm-Westfalen drei (Bauer, Fuchs, Meschke), Wetzlar fünf (Rubin zwei, Schmidt zwei, Wagner) - verworfener Siebenmeter: Huesmann (Hamm) scheitert an Suljakovic (24.). - Rote Karte: Savvas (59.)



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