03. Oktober 2022, 19:21 Uhr

Bann gebrochen

03. Oktober 2022, 19:21 Uhr
Avatar_neutral
Von Nico Hartung
Der Siebenmeter sitzt: Der Hüttenberger Ian Weber bei einer seiner Spezialtätigkeiten im Spiel gegen Würzburg. Foto: Bär

. Als Julian Thomann am späten Samstagabend um seine Einschätzung zur 24:33 (10:16)-Niederlage seiner Wölfe Würzburg beim TV Hüttenberg gebeten wurde, konnte sich der erst 30 Jahre alte Trainer der Gäste einen buchstäblichen Seitenhieb nicht verkneifen. »Wir machen es eigentlich gar nicht so schlecht, auch unser Überzahlspiel im sieben gegen sechs hat mir recht gut gefallen. Wir verwerfen dann vorm Tor nur leider alles. Da sitzt ja der richtige Mann auch hier oben«, analysierte Thomann, indem er dem drei Plätze links von ihm auf dem Podium sitzenden Dominik Plaue einen Seitenblick zuwarf und gequält schmunzelte.

TV Hüttenberg - Wölfe Würzburg 33:24

Denn in der Tat war es der Torhüter des TV Hüttenberg, der die Würzburger Schützen mit seinen Paraden zwischenzeitlich zur Verzweiflung brachte und seinen Farben damit in den wichtigen Phasen entscheidenden Beistand lieferte.

Insgesamt 14 gegnerische Würfe, knapp 40 Prozent, hatte Plaue am Ende gehalten. Balsam auf die Seele des 27-Jährigen, der seinen letztjährigen Status als Nummer eins vor dem Beginn dieser Spielzeit an seinen Konkurrenten und Neuzugang Leonard Grazioli, seines Zeichens Schweizer Nationaltorhüter, abgegeben hatte. »Leo hat am Freitag im Training signalisiert, dass er nicht zu 100 Prozent fit ist. Dann wusste ich, dass ich jetzt die Verantwortung habe und dass es auf meine Leistung ankommen wird«, so Plaue, der betont, dass »Leo und ich uns gut ergänzen, auch wenn es zu Beginn vielleicht nicht ganz so einfach war. Solange wir die Punkte holen, ist alles okay.«

Dass die Hüttenberger am Ende der 60 Minuten ihre ersten beiden Zähler vor heimischem Publikum einfahren würden, war früh abzusehen. Die Gastgeber, bei denen die unter der Woche angeschlagenen Niklas Theiß, Ryuga Fujita, Hendrik Schreiber und Johannes Klein allesamt in den Kader zurückgekehrt waren, führten nach nicht einmal vier Minuten mit 3:0 und bauten ihren Vorsprung sukzessive aus. Gestützt auf einen starken Torhüter und eine ebenso starke Deckungsleistung in der 3:2:1- und - später, als Würzburg immer häufiger mit dem siebten Feldspieler agierte - 6:0-Deckung kauften die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab ihren Widersachern früh den Schneid ab. »Wir haben es zum ersten Mal in dieser Saison geschafft, von der ersten Sekunde an mit vollem Fokus in der Abwehr zu spielen und zugleich vorne mit höchster Konsequenz im Abschluss zu Werke zu gehen. Die Fans haben sich diesen ersten Heimsieg einfach verdient«, freute sich Kapitän Jannik Hofmann, mit sieben Treffern bester Hüttenberger Schütze.

Der vor der Runde von den Eulen Ludwigshafen zurückgekehrte Linksaußen war es auch, der mit drei Treffern vor der Pause hauptverantwortlich dafür war, dass die Hüttenberger mit einem komfortablen Sechs-Tore-Vorsprung in die Kabinen gingen (16:10).

»Ich bin mega happy, dass wir den ersten doppelten Punktgewinn zuhause eingefahren haben. Wir wollen das Sportzentrum wieder zu einer Festung ausbauen«, so Wohlrab, dessen Team in der vergangenen Spielzeit eine der besten Heimbilanzen des gesamten Unterhauses vorweisen konnten und der mit Blick auf seinen Kader ergänzte: »Es war heute egal, wen ich ins Spiel gebracht habe, alle Spieler haben ihre Rolle erfüllt.« Dies galt auch für Joel Ribeiro: Der Portugiese war einer jener Hüttenberger Akteure, die der Partie in der zweiten Hälfte den Stempel aufdrückten und durch seine Durchschlagskraft und Wurfgewalt von der Würzburger Deckung nicht in den Griff zu bekommen war.

Bereits sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff traf der Halblinke zum 21:12, dem Hofmann kurz darauf die erste Zehn-Tore-Führung folgen ließ (23:13, 42.).

Am Ende ließen schalteten die Wohlrab-Schützlinge im Bewusstsein des sicheren Sieges einen Gang zurück und ließen die Würzburger durch Lukas Böhm noch einmal auf sieben Treffer herankommen (30:23, 57.). »So kann es gerne weitergehen. Die Jungs bekommen am Feiertag einen zusätzlichen freien Tag, das haben sie sich verdient«, so Wohlrab, dessen Torhüter am Ende der Pressekonferenz noch einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag an seinen Partner Grazioli schickte: »Vielleicht schlage ich Leo demnächst vor, dass er die Auswärtsspiele macht und ich die Heimbegegnungen spiele. Mal sehen, was er davon hält.«

Hüttenberg: Plaue, Rüspeler - Schwarz (4), Kirschner (4), Opitz, Theiß (1), Fujita (1), Weber (2), Zörb (1), Reichl (1), Hofmann (7/2), Klein (2), Kompenhans (3), Schreiber (1), Ribeiro (5), Kuntscher (1).

Würzburg: Wieser, Maier - Schömig (2/1), Böhm (4), Neagu (2), Schmidt (4/3), Kaufmann (1), Dürr, Hack (2), Geis, Rose (6), Seidler (3), Merk.

Schiedsrichter: Frank/Bona (Radevormwald/Remscheid) - Zuschauer: 859 - Zeitstrafen: Hüttenberg eine (Weber), Würzburg zwei (Hack, Neagu) - verworfene Siebenmeter: Weber (Hüttenberg) wirft an den Pfosten (11.), Schömig (Würzburg) scheitert an Plaue (13.).



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos