22. September 2022, 17:36 Uhr

Bangen um den Toptorjäger

22. September 2022, 17:36 Uhr
NHM
Um seinen Einsatz bangt der TVH: Ian Weber. Foto: Röczey

. Es hat gedauert, bis Spieler und Verantwortliche des TV Hüttenberg die jüngste Heimniederlage gegen den HBW Balingen-Weilstetten am vergangenen Samstag verdaut hatten.

Zu knapp und am Ende auch ein bisschen zu unverdient war der 26:27-Endstand gegen den Tabellenführer, dem erst in der allerletzten Sekunde der Partie der Siegtreffer geglückt war. »Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt, denn wir waren unterm Strich die bessere Mannschaft«, sagt TVH-Trainer Johannes Wohlrab.

Am Sonntag (Anwurf: 17 Uhr) müssen die Seinen beim Dessau-Roßlauer HV antreten. Und obgleich die Niederlage abgehakt ist, könnte diese letzte Szene der Balingen-Partie auch für das Dessau-Spiel von Bedeutung sein. Denn mit dem letzten Angriff erzielte nicht nur der Ex-Wetzlarer Felix Danner den entscheidenden Treffer, sondern zog sich zugleich auch Hüttenbergs Mittelmann Ian Weber beim Versuch, den schnellen Vorstoß der »Gallier von der Alb« noch zu stoppen, eine Blessur am linken Sprunggelenk zu, indem er umknickte. Während die einen den Auswärtssieg bejubelten, lag Weber mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden.

Eine ernsthafte Verletzung hat der TVH-Regisseur zwar offenbar nicht erlitten, allerdings ist sein Einsatz am Sonntag fraglich. »Wir wissen nicht, ob Ian rechtzeitig einsatzbereit sein wird. Das erfahren wir wohl erst kurz vorher«, so Wohlrab, den ein Ausfall des 22-Jährigen schmerzen dürfte. Denn Weber ist nicht nur der Denker, Lenker und emotionaler Leader seines Teams, sondern zugleich mit 26 Treffern in drei Partien auch Toptorschütze der gesamten Liga.

Die treffsichersten Akteure des Hüttenberger Gegners sind Jakub Hrstka und Yannick-Marcos Pust. Beide sind Außenspieler und bringen es auf jeweils 17 Tore, mit denen sie entscheidenden Anteil daran haben, dass die Handballer aus der Bauhausstadt einen Saisonstart hingelegt haben, mit dem im Vorfeld wohl nur die wenigsten gerechnet haben. So konnte der Vorjahreszwölfte alle seine drei Auftaktbegegnungen gegen Bayer Dormagen (28:25), Eintracht Hagen (33:29) und den HC Empor Rostock (31:30) für sich entscheiden, was in der aktuellen Tabelle immerhin Platz drei bedeutet.

»Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz so überrascht über diese Ergebnisse, schließlich spielt der Kern der Mannschaft mit Vincent Sohmann, Timo Löser und Max Emanuel im Rückraum, Hrstka auf Linksaußen sowie Philip Ambrosius im Tor schon seit Jahren zusammen. Da sieht man mal wieder, was entstehen kann, wenn ein Team Zeit für eine Entwicklung bekommt«, so Wohlrab.

Im Gegensatz zu den ersten drei Begegnungen fordert der 36-Jährige eine bessere Chancenverwertung, »da haben wir in den letzten Wochen einfach zu viel liegen lassen. Wenn wir eine stabile Abwehr stellen, unsere Möglichkeiten besser nutzen und noch schneller ins Tempospiel kommen, können wir dort etwas Zählbares mitnehmen, auch wenn wir angesichts der Tabellensituation krasser Außenseiter sind.«

Diese Rollenverteilung will Uwe Jungandreas so nicht stehen lassen. Der 60-Jährige ist bereits seit 2014 Trainer der Elbestädter, mit denen er bereits zwei Ab- und Aufstiege mitgemacht und die er in der vorletzten Spielzeit sogar auf Platz fünf geführt hat. »Hüttenberg ist im letzten Jahr noch Vierter geworden, sie haben eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit hungrigen und wirklich guten Talenten. Dort wird gute Arbeit gemacht. Das wird eine richtig harte Aufgabe für uns, denn der TVH schaltet extrem schnell um«, weiß Jungandreas um die Stärken der Blau-Weiß-Roten.



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