18. Januar 2021, 07:00 Uhr

Fußball

Zwölf besondere Jahre

Weit über ein Jahrzehnt hat Stefan Schneider den SV Bruchenbrücken als Trainer geprägt. Am Saisonende ist Schluss für ihn. Im Interview blickt er zurück und erklärt seine Entscheidung.
18. Januar 2021, 07:00 Uhr
Stefan Schneider hat den SV Bruchenbrücken als Trainer in die Kreisoberliga geführt und dort etabliert. FOTO: CHUC

Der SV Bruchenbrücken ist beinahe schon untrennbar mit seinem Namen verbunden: Stefan Schneider, der verantwortliche Trainer der Bärenschweizer zählt zum absoluten Inventar des Vereins aus dem Friedberger Vorort. Mittlerweile im zwölften Jahr schwingt er auf dem Bruchenbrückener Sportgelände den Taktstock und ist somit der dienstälteste Coach eines Kreisoberligisten, wenn nicht sogar im gesamten Wetteraukreis. Umso überraschender kam die Meldung, dass er sich in der kommenden Saison zurückziehen wird, auch wenn er als Co-Trainer und in der Kaderplanung weiterhin ein gewichtiges Wort bei den sportlichen Geschicken seines Vereins mitreden wird.

Herr Schneider, wie kam es zu dieser Entscheidung, als verantwortlicher Trainer zurückzutreten? Welche Gefühle haben Sie bei dieser Entscheidung geleitet?

Ich durchlaufe zur Zeit eine berufliche Umschulungsmaßnahme. Mein neuer Job wird mehr Zeit in Anspruch nehmen als der bisherige. Somit wäre es schwieriger für mich geworden, mich vernünftig auf die anstehenden Aufgaben, Spiele und Trainingsinhalte vorzubereiten. Außerdem wollen meine beiden Kinder auch ausreichend vom Papa bespaßt werden. Die Entscheidung ist mir mehr als schwer gefallen, nach reichlicher Überlegung bin ich dann aber zu dem Entschluss gekommen, den Weg für einen Nachfolger frei zu machen.

Inwiefern hat die coronabedingte Spielpause Sie beeinflusst?

Durch die abgebrochene Runde, die Spielpausen, sind die Überlegungen, kürzer zu treten, immer präsenter geworden. Es gab mehr Zeit zum Nachdenken, sich auch mit der beruflichen Situation auseinanderzusetzen. So ist der Entschluss, als Trainer aufzuhören, mit der Zeit gereift. Ich denke, diese jetzt wieder zerstückelte Saison ist ein guter Zeitpunkt, den Staffelstab an meinen Nachfolger Henry Schmidt weiterzugeben.

Was macht den SV Bruchenbrücken aus? Wie konnten Sie hier zwölf Jahre als Trainer in Ruhe arbeiten und eine Mannschaft entwickeln?

Der SV Bruchenbrücken ist ein sehr familiär geführter Verein. Es war für mich als Trainer ein Leichtes, mich nach meinen vier Jahren in Dorn-Assenheim hier sofort wohl zu fühlen. Es gab über die ganze Zeit meiner Trainerlaufbahn immer einen fairen und regen Austausch mit unserem Spielausschuss, besonders mit Frank Schäfer. Alles was angefangen wurde, war gut überlegt und hatte Hand und Fuß. So hatten wir immer ein gutes Händchen bei den Spielern, die im Laufe der Jahre zu uns gekommen sind, seien es externe Zugänge oder Spieler aus der eigenen Jugend. So kann man als Trainer in Ruhe arbeiten und die Mannschaft entwickeln. Wenn die Truppe dann noch mitzieht und den nötigen Respekt vor dem Trainer und auch untereinander hat, dann ist so eine lange Verweildauer nicht schwer zu erreichen.

Welches waren Ihre größten Erfolge als Trainer der Bärenschweizer?

Sportlich gesehen war dies zweifelsfrei der Gewinn des Stadtpokals in 2019 in unserem Jubiläumsjahr sowie der Kreisoberliga-Aufstieg in der Saison 2010/11. Doch auch den Verein in der KOL zu etablieren, werte ich als Erfolg. Mir als Trainer war es immer wichtig, dass auch die Außendarstellung des Vereines positiv wahrgenommen wird, dass der SV Bruchenbrücken ein gerne gesehener Gast auf den Sportplätzen ist. Und auch hier, denke ich, war mein Wirken erfolgreich.

Wie bewerten Sie die aktuelle Situation? Wohin führt die Reise für den SVB? Schließlich haben Sie bei einer Niederlage bis dato die beste Abwehr, und nach Dorn-Assenheim den zweitbesten Punktequotienten.

Natürlich sind wir mit unserem sportlichen Abschneiden sehr zufrieden. Wir ernten immer mehr den Lohn unserer Umstrukturierung in den letzten Jahren. Junge Spieler wie Fabian Lösche übernehmen mehr und mehr Verantwortung. Wir haben eine gute Truppe mit einer sehr guten Mischung. Und auch unsere Neuzugänge haben sich schnell akklimatisiert und sind echte Verstärkungen. Darauf lässt sich aufbauen. Wir wollen versuchen, so lange es geht, oben dran zu bleiben, ohne uns unnötig Druck bezüglich des Tabellenplatzes zu machen. Wir nehmen es, wie es kommt.

Wann erwarten Sie, dass der Ball wieder rollt und Sie quasi Ihre Abschiedstour auf den Sportplätzen antreten können?

Ich denke, vor Ostern wird kein Spielbetrieb möglich sein. Auch wir Amateure brauchen locker mindestens zwei Wochen Vorbereitung im Mannschaftstraining, um uns an die Belastung zu gewöhnen. Ich denke nicht, dass die Runde noch regulär zu Ende gespielt werden kann. Allein wir hätten dann noch 19 Begegnungen in knapp zwei Monaten zu absolvieren. In welcher Form es schlussendlich weitergeht, haben wir nicht in der Hand. Für uns Fußballer wäre es schön, wieder gemeinschaftlich trainieren und uns im Wettkampf messen zu dürfen. Wir würden uns einfach freuen, wenn wir wieder der schönsten Nebensache der Welt nachgehen können.

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