25. September 2021, 12:49 Uhr

Leichtathletik

Zehnkämpfer Thomas Stewens stellt Weltrekord in der M55 auf

Beim Jedermann-Zehnkampf des LSC Bad Nauheim zeichnete Thomas Stewens (Fun-Ball Dortelweil) für eine Weltbestmarke verantwortlich. Obendrein spendete der Ausrichter für die Flutopfer.
25. September 2021, 12:49 Uhr
Ausgezeichnet im Waldstadion: Thomas Stewens (Mitte, Fun-Ball Dortelweil) stellt eine Weltbestleistung auf, Henrik Scholz (r., LSC Bad Nauheim) freut sich an seinem 13. Geburtstag über seinen ersten Zehnkampf. Links Ewald Heckmann von der SG Schlüchtern. FOTO: PRIVAT

Es stand lange auf der Kippe, im letzten Moment gab es grünes Licht für ein weitgehend offenes Leichtathletik-Wettkampferlebnis im Waldstadion: Der Jedermann-Zehnkampf des LSC Bad Nauheim konnte stattfinden - und sollte nicht nur wegen den Corona-Umständen ein besonderer werden: In Erinnerung bleiben vor allem die Weltbestleistung von Thomas Stewens vom SV Fun-Ball Dortelweil sowie eine Flutopfer-Spende des Ausrichters an das Peter-Joerres-Gymnasium aus Ahrweiler.

Knapp 90 Athleten hatten gemeldet und gingen nach zwei Jahren Corona-Pause motiviert an den Start. Zehnkampf-»Guru« Jens Schulze begleitete das Geschehen als Moderator, führte Interviews und versorgte alle Aktiven, Kampfrichter, Helfer und Gäste mit geballtem Zehnkampf-Wissen. Zusammen mit HLV-Vizepräsident Klaus Frömel begrüßte der Erste Bad Nauheimer Stadtrat Peter Krank die Anwesenden zur 27. Auflage.

Bereits im Vorfeld hatte Thomas Stewens seinen Weltrekordversuch für die Altersklasse 55 angekündigt. Er ließ den Worten Taten folgen. Am ersten Tag legte er los wie die Feuerwehr. 12,80 s über 100 m, 5,52 m im Weitsprung, 13,27 m im Kugelstoßen sowie 1,65 m beim Hochsprung und 57,01 s im 400-m-Lauf bedeuteten 4333 Punkte. Damit war er voll im Soll. Der 100-m-Hürdenlauf in 15,41 s setzte zu Beginn des zweiten Tages die gute Serie fort. Dann kam der unerwartete Einbruch: Für den sicheren 40-m-Werfer mit dem Diskus waren die 32,45 m eine Enttäuschung. 3,60 m im Stabhochsprung waren anschließend ordentlich, genauso wie 46,05 m mit dem Speer. Der abschließende 1500-m-Lauf musste gelingen, um das große Ziel noch zu erreichen. Stewens ging es zunächst zu schnell an und verlor zwischenzeitlich wertvolle Sekunden. Mit einer Energieleistung, dem unbedingten Willen und einer großartigen Unterstützung von den Rängen und aller im Stadion mitfiebernden Aktiven blieb die Uhr bei 5:02,23 Minuten stehen. Jetzt begann das große Warten auf die Punkte. Dann stand das Ergebnis fest: 8325 Zähler brachten die Gewissheit - neue Weltbestleistung!

Der Coup des Dortelweilers war aber nicht die einzige hervorragende Leistung am vergangenen Wochenende in Bad Nauheim: In der gleichen Altersklasse ging der Innsbrucker Christian Hoser mit persönlicher Bestleistung von 7525 Punkten durch das Ziel - österreichischer Landesrekord.

Gymnasium in Ahrweiler erhält 2500 Euro

Henrik Scholz vom LSC Bad Nauheim war der jüngste Teilnehmer. Er freute sich in der Paarwertung - gemeinsam mit seinem Vater - nicht nur über sein erstes Zehnkampf-Erlebnis, sondern feierte auch 13. Geburtstag. Beste Wetterauer im Paarwettkampf waren Hannah Mohr und Natalie Scrivener (Fun-Ball Dortelweil) als Gesamtzweite mit 4687 Punkten hinter dem Solinger Duo Leif Deinet/Robin Nachtigall (5064).

Für einen emotionalen Moment sorgte derweil Christoph Amediek, Sportlehrer des Joerres-Gymnasiums aus Ahrweiler. Er ließ es sich nicht nehmen, stellvertretend für seinen sonst an den Start gehenden Leistungskurs, den Zehnkampf zu bestreiten und ein Zeichen für den Wiederaufbau seiner Schule zu setzen. In Form eines Staffelstabes, verbunden mit dem kompletten Startgeld der Veranstaltung, überreichte der Zweite LSC-Vorsitzende Harry Weisskirchen, der zudem gesamtverantwortlich für das Leichtathletik-Event war, die Spendensumme in Höhe von 2500 Euro. Als Unterstützung für die schulsportliche Notlage sollen in Ahrweiler Sportgeräte beschafft werden.

Im Rahmenprogramm durften traditionell die Jüngsten des LSC ihre Einlageläufe bestreiten: Finja Bartels, Areti Weisbrod, Olivia Gladwin, Maximilian Horn, Felix Siegenthaler, Fabian Merten, Melina Jost und Sophie Meichner stellten ihr Talent im 50-m-Sprint unter Beweis. Urkunden und kleine Preise wurden von Karin Scheunemann und Peter Krank überreicht.

Die männliche Jugend U18 entschied Luca Vogel (Solinger LC) mit 4936 Punkten für sich. Das beste Einzelergebnis in dieser Altersklasse gelang Benedikt Michel (LG ovag Friedberg-Fauerbach) im Diskuswurf mit 51,54 m. In der männlichen U20 überzeugten Tim Siegert (Freigericht), der im Stabhochsprung 3,80 m bewältigte, und Linus Krüger (FB Dortelweil) mit der 100-m-Zeit von 11,28 s. Einmal mehr setzte sich in der Männerklasse Maximilian Kremser (Solinger LC) durch und sammelte 5603 Punkte. Ein starkes Einzelergebnis steuerte Tim Berberich (Fun-Ball Dortelweil) mit 15,66 s über 110 m Hürden bei.

Als einzige jugendliche Starterin (U20) kam Carolin Kiwitz (SG Schlüchtern) mit 3301 Zählern ins Ziel. Die Frauen-Konkurrenz entschied Stephanie Schlenz (DJK Freigericht) mit 3919 Punkten für sich. Als »Wiederholungstäterin« beendete Kornelia Wrzesniok (ASC Neu-Isenburg) ihren Zehnkampf in der W50 mit beachtlichen 5812 Punkten.

Schließlich wurden die stärksten Teams mit Wanderpokalen ausgezeichnet: Diese gingen an den Solinger LC, die DJK Freigericht und den heimischen LSC Bad Nauheim.

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