04. Dezember 2020, 16:00 Uhr

Handball

Wie geht es weiter?

Hessens Handballer befinden sich in der Warteschleife. An die Fortsetzung des Spielbetriebs glauben nur noch Optimisten. Szenarien sehen die Annullierung, aber auch die Quotientenregel vor.
04. Dezember 2020, 16:00 Uhr
Die hessischen Handball-Amateure stehen vor einer ungewissen Zukunft. Dieser Tage verlängert der HHV die Aussetzung des Spielbetriebs bis Ende Januar 2021. FOTO: DPA

Erst Mitte Oktober konnten die hessischen Handball-Ligen vereinzelt in die Spielzeit 2020/21 starten. Die meisten Vereine - von der Oberliga bis zur Bezirksklasse C - waren noch gar nicht auf dem Wettkampfparkett. Ein paar Tage später stellte der HHV aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen alles wieder auf »Stop«. Aus einer zunächst geplanten kurzfristigen Unterbrechung wurde eine bis zum Jahresende befristete Pause, die der Verband am Mittwoch sogar noch bis 31. Januar 2021 verlängerte. Was bringt die Zukunft?

Im Vergleich zu den anderen zehn Landesverbänden fiel der Saisonstart in Hessen damit bescheiden aus. Während in der Oberliga der Männer überhaupt keine Begegnung angepfiffen wurde, fand bei den Frauen eine Partie statt. Auch in den Landesligen gab es jeweils nur einzelne Spiele. Gleiches gilt für den Bezirk Gießen. Andere Bundesländer kamen dagegen in den Genuss, mehr Handball erleben zu können. Führend war der Landesverband Mitteldeutschland, unter dessen Dach einzelne Vereine bis zu sechs Spiele durchführten.

In den Vereinen wird die Frage »Wie geht es weiter?« laut, eine langfristige Strategie ist gewünscht. Das klingt zunächst zwar einleuchtend, ist aber derzeit nicht umsetzbar. Die Coronakrise fordert ungewohntes Denken und Entscheidungen, die aufgrund neuer Entwicklungen teilweise kurzfristig zu treffen sind. Alles andere kommt einem Blick in die Glaskugel gleich.

Am Montag fand eine Präsidiumssitzung des Hessischen Handball-Verbands statt. Die Hoffnungen der Vereine, als Ergebnis einen neuen Termin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu erhalten, haben sich nicht erfüllt. Und dies aus durchaus nachvollziehbaren Gründen. »Bei allem, was wir tun und beschließen, sind wir von den Vorgaben der Politik abhängig«, klärt Andreas Hannappel, der neue HHV-Geschäftsführer auf und ergänzt: »Erst wenn die gültigen Maßnahmen vom hessischen Corona-Kabinett soweit gelockert werden, dass auch der Handballsport an der Basis wieder möglich ist und dafür auch ein Termin vorliegt, können und werden auch wir Beschlüsse fassen.« Nun wartet man in Hessen vergeblich auf Lockerungen. Im Gegenteil: Nachdem Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten den Lockdown nun bis zum 10. Januar verlängert haben, reagierte auch der Verband und setzt die Pause sogar bis Ende des kommenden Monats fort.

Dass der Verbandsseite daran gelegen ist, so früh wie möglich wieder Spiele zu erlauben, streicht Hannappel heraus, legt aber Wert darauf, dass eine Mannschaft erst dann wieder spielen sollte, wenn sie zuvor wenigstens drei Wochen am Stück trainiert hat. So ist es in Paragraf 19a der Allgemeinen Durchführungsbestimmungen des HHV festgelegt. Diese Norm enthält außerdem wichtige Regeln über die Wertung der aktuellen Saison: So kann eine Wertung der Spielzeit mit Auf-und Absteigern bei den Erwachsenen nur dann erfolgen, wenn alle Teams mindestens eine vollständige Halbserie absolviert haben. Jeder Verein muss also mindestens einmal gegen jeden anderen gespielt haben. Ist das nicht der Fall, wird die Runde annulliert. Werden mehr Spiele ausgetragen als die Begegnungen einer Halbserie, kommt die Quotientenregel zur Anwendung.

Re-Start nicht vor Februar

Aufseiten der Klubs gibt es unterschiedliche Wünsche zur Fortführung der aktuellen Spielzeit. Dabei orientiert sich der Wunsch oft an der Spielklasse. Grundsätzlich kann man sagen: Je höher die Liga, desto größer ist die Neigung, wieder spielen zu wollen.

Legt man das derzeitige Infektionsgeschehen, die Tatsache, dass vielen Vereinen während der Weihnachtsferien keine Halle zur Verfügung steht, und die angestrebte dreiwöchige Trainingsphase vor dem ersten Punktspiel zugrunde, könnte eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs frühestens am ersten Februar-Wochenende erfolgen.

Was den Handballfreunden bleibt, ist die Hoffnung, dass die Liedzeile »Du kommst aus dem Nichts und gehst zurück ins Nichts« aus dem Monty-Python-Film »Das Leben des Brian« keine Realität wird. Begrüßenswert erscheint da doch eher der bekannte Refrain »Schau immer auf die Sonnenseite des Lebens«. Wobei hier die Sonnenseite für hitzig geführte Spiele vor proppenvoller Halle mit der einzigartigen, handballspezifischen Atmosphäre stehen kann.

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