17. Dezember 2020, 22:07 Uhr

Handball

Wetzlar verliert in Lemgo

Die HSG Wetzlar kann in der Handball Bundesliga nicht im Ostwestfälischen gewinnen. Wieder einmal scheiterten die Mittelhessen nur knapp mit 27:28 (14:15) am TBV Lemgo Lippe.
17. Dezember 2020, 22:07 Uhr

HSG Wetzlar


»Wir waren noch zu Hause im Kopf«, brachte es Wetzlars Lenny Rubin das 27:28 (14:15) beim TBV Lemgo im Interview bei Sky auf den Punkt. Denn die ersten zehn Minuten der HSG waren zum Vergessen. Lemgo wartete mit einer offensiven 5:1-Abwehr auf, in der Lukas Zerbe auf der vorgezogenen Position die Kreise des Wetzlarer Rückraums erheblich störte. Filip Mirkulovski erzielte in der dritten Minute zwar den 1:2-Anschlusstreffer, doch in der Folge spielte nur der TBV. Lediglich vom 2:5 per Siebenmeter von Maximilian Holst und dem 3:7 von Stefan Cavor unterbrochen, marschierten die Gastgeber bis auf 10:3 und 11:4 davon (12.).

Wetzlar leistete sich im Spielaufbau etliche Fehler, die der TBV mit erfolgreich abgeschlossenen Gegenstößen zu bestrafen wusste. Seine erste Auszeit in der zehnten Minute nutzte Wetzlars Trainer Kai Wandschneider vor allem, um durchzuwechseln und seine Spieler (»Was spielt ihr für einen Sch...?«) wachzurütteln. In der Abwehr bekam seine Mannschaft kaum richtig Zugriff auf die Lemgoer. Im Angriff reihten sich technische Fehler aneinander, die zündenden Ideen fehlten und so glichen Wetzlarer Tore eher Zufallsbekanntschaften des Balles mit dem Lemgoer Netz.

Die Auszeit zeigte Wirkung, denn die Grün-Weißen agierten nun deutlich aggressiver in der Abwehr, Till Klimpke konnte ein paar Bälle entschärfen und so arbeiteten sich die Grün-Weißen in der 26. Minute durch den Treffer von Anton Lindskog auf 13:14 heran.

»Wir haben eine super erste Viertelstunde gespielt und dann scheitern wir so ein bisschen an unseren Ansprüchen«, bemängelte Lemgos reaktivierter Kreisläufer Christoph Theuerkauf. »Wir sind keine Spitzenmannschaft, die das dann locker runterspielt.«

In der zweiten Hälfte fielen den Wetzlarern - angetrieben von Mittelmann Magnus Fredricksen - bessere Lösungen gegen die 5:1-Abwehr der Lemgoer ein und so sorgten Kristian Björnsen und Olle Forsell Schefvert für die erste Zwei-Tore-Führung (19:17). Lemgo hielt dagegen, so entwickelte sich in den letzten 20 Minuten ein spannendes, ausgeglichenes Spiel, in dem beide Seiten Chancen hatte, das Pendel in die eigene Richtung zu zwingen. »Am Schluss entscheiden das dann ganz kleine Sachen«, war Rubin frustriert. »Wir müssen das eigentlich nach Hause schaukeln und kriegen in der letzten Minute noch ein Gegentor und so verlierst Du dann so ein Spiel.« In der 55. Minute versenkte Holst einen Siebenmeter zum 26:25, allerdings kassierte die HSG postwendend zwei Treffer, die dem TBV für die letzten Minuten Auftrieb gaben. »Ich glaube, wir haben heute den maximalen Willen bewiesen«, lobte Theuerkauf sein Team bei Sky.

Die mögliche Führung vertändelten die Wetzlarer und kassierten in der letzten Minute das 27:28 von Theuerkauf. Ein Stürmerfoul von Cavor beendete dann jegliche Hoffnungen der Grün-Weißen, wenigstens einen Punkt mitzunehmen.

»Handball ist ein Fehlersport«, meinte Theuerkauf treffend. Rubin hatte noch eine andere Erklärung in petto: »Wir haben viele Neuzugänge und müssen noch ein bisschen zusammenwachsen. Dann glaube ich, haben wir noch extrem viel Potential.«

Lemgo: van den Beucken, Johannesson; Elisson (8/1), Kogut (2), I. Guardiola (3), Simak, Theuerkauf (3), Schagen, Timm, Hangstein (2), Zerbe (3), G. Guardiola (1), Cederholm, Blaauw, Geis, Reimann, Baijens (6).

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Srsen, Henningsson, Björnsen (3), Mirkulovski (1), Weissgerber, Holst (5/5), Fredriksen (4), Forsell Schefvert (4), Gempp (1), Mellegard (2), Rubin (1), Lindskog (1), Cavor (5).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Hofmann/Hörath (Bamberg/Zirndorf). - Zeitstrafen: 4:2 Minuten. - Siebenmeter: 1/1:5/5.

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