13. November 2021, 07:47 Uhr

3G-Plus-Regel

Was die neue Corona-Verordnung für den Hallensport bedeutet

Die Zahl der Neuinfektionen steigt. In Hessen gelten wieder verschärfte Regeln, die auch Folgen für den Sport nach sich ziehen. Wir haben uns bei einigen Hallensport-Verantwortlichen umgehört.
13. November 2021, 07:47 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
In Hessen gilt im Hallensport für Erwachsene ab sofort die 3G-plus-Regel - für die Unter-18-Jährigen gilt das durchgängig geführte Testheft der Schulen weiterhin als Testnachweis. Jugendliche, die keine Schule besuchen, werden wie Erwachsene behandelt. FOTO: IMAGO

Seit Donnerstag haben sich in Hessen die Corona-Regeln verschärft. Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat am 8. November die bisher bestehende Corona-Verordnung verändert und beschlossen, dass seit Donnerstag unter anderem im Innenbereich von Veranstaltungen, im Kulturbetrieb, in Freizeiteinrichtungen und in Sportstätten die 3G-Plus-Regel gilt. Das heißt: Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen für die Teilnahme beim Sport in Innenräumen dann einen aktuellen PCR-Test vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest reicht dann nicht mehr aus.

Ausgenommen von der Regel ung sind Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und dafür ein ärztliches Attest vorweisen. Hier reicht weiterhin der Antigen-Schnelltest aus. Bei Schülerinnen und Schülern ist weiterhin das Testheft ausreichend.

Für die Wetterauer Eishockey-Fans hat dies zunächst keine Auswirkungen. Der EC Bad Nauheim informierte am Freitag darüber, dass sich nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden nichts an den seit Saisonbeginn festgelegten Regularien des Hygienekonzepts ändert. Wie der DEL 2-Klub mitteilte, bleibt es im Kurpark beim 3G-Prinzip. »Es ist kein PCR-Test erforderlich, da es sich bei den Spielen im Colonel-Knight-Stadion um eine offene Sportstätte handelt«, hieß es weiter.

Der Hessische Basketball-Verband reagierte unterdessen am schnellsten auf die neuen Corona-Regeln und teilte bereits am Mittwoch über die sozialen Medien für alle mit: »In unserem Spielbetrieb müsse n nun alle Teilnehmer - Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Betreuer, Kampfgericht und Zuschauer - geimpft, genesen sein oder einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorlegen.«

Als HBV-Präsident Michael Rüspeler (Butzbach) auf Anfrage dieser Zeitung mit dem Thema konfrontiert wurde, musste er sich erst einmal etwas Luft verschaffen. »Ich finde es extrem traurig, dass es so viele Ungeimpfte gibt, die nachhaltig den Alltag und den Sportbetrieb der anderen massiv negativ beeinflussen. Ich kann nur an alle appellieren, sich impfen zu lassen«, sagte er in aller Deutlichkeit seine Meinung. Zu den nun geltenden Maßnahmen im Hallensport fügte er an: »Schön ist, dass es die Unter-18-Jährigen nicht weiter betrifft, sondern dass es so weitergeht wie bisher (Vorlage des Schultestheftes reicht bei den Jugendlichen). Einschneidend wird es aber im Spielbetrieb der Erwachsenen, wo nun 3G Plus zählt und der Standard-Test nicht mehr ausreicht, sondern der PCR-Test her muss. Das ist eine teure und kostspielige Angelegenheit. Das wird bei dem einen oder anderen dazu führen, dass er erst einmal nicht am Sportbetrieb teilnehmen wird.«

Rüspeler weist im Zusammenhang mit den Corona-Verschärfungen zudem auf die Unwucht bei Trainern hin. Das Thema habe er schon im Landessportbund angesprochen. »Professionelle hauptamtliche Trainer sind davon nicht betroffen. Die Breitensporttrainer, von denen wir die meisten in unseren Vereinen haben, müssen mit einem PCR-Test antreten. Da muss nachgebessert werden. Wenn unsere Übungsleiter, die das ehrenamtlich respektive auf kleiner Honorarbasis betreiben, nicht mehr ohne PCR-Test in die Halle hineinkönnen, dann führt das weiterhin dazu, dass wir noch mehr Jugendliche und Sportler verlieren. Das ist nicht vertretbar.

Abschließend wünscht er sich, dass die Infektionszahlen zurückgehen und dass der Basketball-Ligabetrieb nicht eingestellt wird.

Diese Maßnahme hat der Hessische Ringerverband bereits getroffen und die Saison 2021 in allen Landesklassen mit sofortiger Wirkung unterbrochen. Betroffen sind die Oberliga, Hessenliga, Landesliga und Verbandsliga der Männer sowie die HRV-Jugendliga. Die Runde, die normalerweise bis Weihnachten fertig sein sollte, ist aber nicht abgebrochen, sondern soll von Ende Januar bis Anfang März zu Ende gebracht werden.

HHV und HTTV setzen Spielbetrieb unter »3G Plus« fort

Während der Ringerverband auf die steigenden Infektionszahlen mit einer vorläufigen Unterbrechung der Wettkämpfe reagiert, setzt der Hessische Handball-Verband den Spielbetrieb fort - angepasst an die neuen Verordnungen. Auf der Homepage des Verbandes werden die neuen Maßnahmen detailliert aufgeführt. Grundsätzlich wird der Spiel- und Trainingsbetrieb unter der Beachtung der 3G-Plus-Regel durchgeführt. Bei den Kindern und Unter-18-Jährigen verfährt man genauso wie im Basketball. Sonderregelungen gibt es für Spiele mit Teams aus Bayern (siehe HHV-Homepage). HHV-Geschäftsführer Andreas Hannappel hatte auf Anfrage bereits vor Donnerstag gesagt, dass der Verband alles dafür tun würde, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Der Hessische Tischtennis-Verband wird die Saison ebenfalls mit den notwendigen Maßnahmen weiterlaufen lassen. Das bestätigte Dennis Erben, der unter anderem beim HTTV für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. »Wir beobachten täglich, wie sich das weiterentwickelt.«



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