28. September 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Vorbereitungs-Check beim EC Bad Nauheim: Was läuft gut? Wo klemmt’s noch?

Mit zwei Heimspiel startet der EC Bad Nauheim am Wochenende in die neue Saison der Deutschen Eishockey-Liga 2. Was läuft gut? Wo klemmt es noch? Der Vorbereitungs-Check der Roten Teufel.
28. September 2021, 07:00 Uhr
Christoph Körner (Mitte) und Taylor Vause (links) vom EC Bad Nauheim lauern vor Jerry Kuhn im Tor der Kassel Huskies auf ihre Chance. (Foto: A. Chuc (https://chuc.de))

EC Bad Nauheim


Wie ist der Gesamteindruck nach den Testspielen?

Gute Auftritte in Österreich, enttäuschende Resultate gegen zwei Oberligisten, ein 13-Minuten-Tore-Festival gegen einen DEL 2-Klub, ein Sieg gegen den Zweitliga-Vorjahres-Finalisten - es war alles dabei. Positiv: Der EC Bad Nauheim wurde nach ernüchterndem Start zum Ende der Vorbereitung hin stärker. »Wir bewegen uns in die richtige Richtung und wissen, was wir tun müssen, um ein Spiel gewinnen zu können«, sagt Harry Lange, der Trainer, nach dem abschließenden Testspiel-Erfolg vom vergangenen Freitag (3:2 gegen Kassel).

Welchen Eindruck haben die Neuzugänge hinterlassen?

Einer überstrahlt alle: Kevin Schmidt. Der 35-Jährige ist der Leader in Abwehr, den man bei den Roten Teufeln lange, lange gesucht hatte. In der Defensive erfüllen zudem der schlittschuhtechnisch starte Eric Stephan und der körperlich robuste Philipp Wachter die grundsoliden Rollen, die ihnen bei der Verpflichtung zugedacht waren. Mark Shevyrin zeigt Talent, weiß mit der Scheibe umzugehen, muss sich aber erst noch ans DEL 2-Level gewöhnen. Patrick Seifert steht verletzungsbedingt noch nicht auf dem Eis. Offensiv ist Tobias Wörle über jeden Zweifel erhaben, geht auch mit 37 Jahren läuferisch und kämpferisch voran. Fabian Herrmann hat mit seinen 19 Jahren gezeigt, dass er den nächsten Schritt gehen möchte, ist in den Zweikämpfen aber körperlich noch unterlegen. Die vier neuen Kontingentspieler (Taylor Vause, Jordan Hickmott, Jerry Pollastrone und Tristan Keck) spielten in der Vorbereitung allesamt noch nicht die prägenden Rollen, die man sich erhofft hatte. Mick Köhler deutet an, diese Saison - endlich einmal fest bei einer Mannschaft spielend - nutzen zu wollen. »Wenn er 60 Minuten lang performt, dann spiegelt sich das auch im Ergebnis der Mannschaft wieder. Ich will ihm helfen, wieder in die DEL zu kommen und erwarte, dass er für die Mannschaft noch wertvoller wird«, sagt Lange.

Mutmacher: Was hat bereits funktioniert?

Die Defensive - und die Einstellung stimmt. Nur zwei Verteidiger aus der Vorsaison sind »übrig«. In der eigenen Zone stehen die Roten Teufel deutlich stabiler. Die Arbeit der Stürmer nach hinten wirkt im Verbund geschlossen. Torchancen für den Gegner resultieren meist aus individuellen Fehlern. »Die Jungs geben Gas. Die Einstellung stimmt, charakterlich hat uns die Vorbereitung in unserer Einschätzung der Spielertypen bestätigt«, sagt Lange.

Problemzone: Was hat noch nicht funktioniert?

Da ist zum einen der Austausch mit Kooperationspartner Köln. Die sommerliche Kaderplanung in Bad Nauheim basierte auf einem Förderlizenz-Verteidiger und einem -Stürmer vom DEL-Klub. Zwar ist der Kader der Teufel zu dieser Saison personell erweitert worden, dennoch war er zuletzt - aufgrund eigener Ausfälle (Seifert/Marc El-Sayed) sowie der üblichen Vorbereitungs-Blessuren - recht knapp besetzt. »Natürlich hätten wir uns das anders gewünscht. Mit nur drei Reihen lässt sich die Intensität im Training nunmal nicht so hoch halten, wie wir das geplant hatten. Aber das müssen wir akzeptieren. Das kann auch während der Saison immer mal passieren«, sagt der Trainer, der entsprechend auch »Abstriche im Tempo der Lernkurve« in Kauf nehmen müssen. Er meint: : »Bei nur fünf alten und zwölf neuen Feldspielern braucht das eben seine Zeit.« Zudem haben die vier Kontigentspieler dem Spiel der Roten Teufel noch nicht ihren Stempel aufdrücken können.

Schlüsselfrage: Was wird entscheidend sein?

Auf den deutschen Schlüsselpositionen scheint Bad Nauheim durch die Verpflichtungen von Kevin Schmidt und Tobias Wörle sowie dem noch verletzten Patrick Seifert und »Quasi-Neuzugang« Marc El-Sayed deutlich besser (und erfahrener) besetzt zu sein. Jetzt liegt’s an den Kontingentspielern, die Lücken zu schließen, die insbesondere die Top-Torjäger Cason Hohmann und Jamie Arniel hinterlassen haben. Das war - zumindest in den Testspielen - noch nicht zu erkennen.

Was sagt Trainer Harry Lange vorm Punktspiel-Start?

»Ich bin von der Mannschaft überzeugt. Aber das werden alle anderen Trainer ebenfalls von ihrem Team behaupten.«

Wer waren die Torschützen der Vorbereitung?

Stefan Reiter, Kevin Schmidt (je 5 Treffer), Jordan Hickmott (4), Taylor Vause, Mick Köhler (je 3), Eric Stephan, Andreas Pauli, Tobias Wörle, Tristan Keck und Jerry Pollastrone.

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