Lokalsport

Vierer-Mannschaften noch nicht vom Tisch

Für Henrik Jasper gibt es bei den Vierer-Teams Pro- und Kontra-Argumente. Der Wetterauer Tischtennis-Kreiswart will das Thema beim Kreistag im Juni wieder auf die Agenda bringen.
07. April 2021, 16:00 Uhr
Michael Stahnke
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Es besteht durchaus Gesprächsbedarf. Ein möglicher Spielbetrieb mit Vierer-Mannschaften soll in Hessen weiterhin diskutiert werden. Auch in der Wetterau - spätestens beim virtuellen Kreistag im Juni. SYMBOLBILD: JAUX

Auf der Beiratssitzung des Hessischen Tischtennis-Verbandes vor wenigen Wochen wurde der Antrag, alle Spielklassen auf Vierer-Mannschaften umzustellen, zunächst einmal zurückgezogen. Damit ist das Thema aber noch nicht vom Tisch, denn über die Kreistage und einen Workshop soll weiterhin ein Meinungsbild in dieser Sache eingeholt werden. Der Wetterauer Kreiswart Henrik Jasper (Bad Nauheim-Steinfurth) war bei der Konferenz virtuell mit dabei, sodass er fundiert Stellung beziehen kann.

Zunächst wies er im Gespräch mit dieser Zeitung noch einmal darauf hin, dass er die Vierer-Teams per Antrag auf die Agenda des diesjährigen Kreistags nimmt. Aller Voraussicht nach wird auch der Kreistag 2021 im Juni virtuell stattfinden müssen. Bereits beschlossen ist, dass ab der kommenden Saison nach den Bundesligen nun auch in den Regionalligen und Oberligen mit Vierer-Mannschaften gespielt werden wird. Nun bleibe die große Frage der Durchführbarkeit für alle Klassen von der 3. Kreisklasse bis zur Hessenliga. Denn es sollten nur so wenige Spieler wie möglich »einfach absteigen«. Somit könnte es ein Etappen-Modell geben, was aber in jedem Fall erst ab der übernächsten Saison beginne zu greifen.

Hauptgründe für eine mögliche Umstellung auf Vierer-Mannschaften seien u. a. die abnehmende Zahl von Mannschaften überhaupt sowie die bessere Planbarkeit von Punktspielen unter der Woche. Bisher könnten Spiele bei Sechser-Mannschaften bis weit nach Mitternacht dauern, was berufstätigen Akteuren eigentlich nicht zuzumuten sei. Durch das neue einheitliche Bundessystem bei nur noch vier Spielern mit zwei Doppeln und acht Einzeln werde eine Partie sicher um 22.30 Uhr beendet sein. Dieses System werde auch bei den Damen, die ohnehin zu viert sind, bereits ab der kommenden Saison praktiziert.

Ein weiterer Grund sei, dass kleinere Vereine oft keine Sechser-Mannschaften mehr zusammen bekämen und dann komplett aufhören oder ganz unten in der Sonderklasse spielen müssten, betonte Jasper. Das Argument mit dem einen Auto, in das ja meistens fünf Personen hineinpassen, sehe er allerdings nicht, da die meisten Sportler ohnehin direkt zu den Begegnungen fahren würden. Außerdem sieht der Steinfurther auch keine Zusatzbelastung auf die Vereine zukommen, die dann mehr Punktspiele zu organisieren hätten. Die Zahl der Partien für die einzelnen Akteure bleibe schließlich gleich. Und mehr Mannschaftsführer würden sich sicher finden lassen.

Die zusätzliche Organisation von Klassen wäre mit den neuen Techniken zu meistern. Dennoch: »Ich weiß nicht, was das Richtige ist. Auch der angeführte Mannschaftsgeist, der verloren ginge, wenn man nicht auch einmal Zeit für ein Gespräch hätte, könnte ein Problem sein. Es gibt für beide Varianten Pro- und Kontra-Argumente«, sagt Jasper. »Was noch für das System mit vier Spielern spricht: Es gäbe dann ein deutschlandweit einheitliches System für fast alle Klassen der Damen und Herren. Und jeder Spieler könnte problemloser immer zwei Einzel bestreiten, da die Zahl der Partien, die für den Mannschaftswettkampf nicht mehr von Bedeutung sind, deutlich geringer ist.« Natürlich müssten sich einige Akteure nach vielen Jahrzehnten umstellen, doch auch daran würde man sich wohl gewöhnen.

Noch ungeklärt ist das Hallenproblem, wenn es mehr anzusetzende Begegnungen gibt. Doch auch dies betreffe nur wenige Vereine. Die Pandemie hätte zwar ihr übriges getan, sei aber nicht entscheidend für diese Maßnahmen gewesen. Jetzt müssen noch alle Verantwortlichen im Kreis und in Deutschland die weiteren Wege beschließen. FOTO: PV

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-wz/vierer-mannschaften-noch-nicht-vom-tisch;art1435,730645

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