13. Mai 2021, 20:01 Uhr

EC Bad Nauheim

Tobias Wörle im Interview: Von Glücksgefühlen, offenen Stadien und NFL-Fantasy-Spielen

Warum er mit 36 anders entscheidet als mit 25, wie er NFL-Fan wurde und warum es in der Saison 20/21 so gut lief: Neuzugang Tobias Wörle vom EC Bad Nauheim erzählt’s im Interview.
13. Mai 2021, 20:01 Uhr

Tobias Wörle, entscheidet ein Profi mit 36 Jahren nach anderen Kriterien als mit Mitte 20?

Ja, definitiv. Ich bin Vater geworden, meine Frau stammt aus Nordrhein-Westfalen. Und gerade während der Corona-Pandemie hat sich Heimweh bemerkbar gemacht. Familie und Freunde nicht sehen zu können - das tut schon weh. Deshalb wollten wir mehr in Richtung Iserlohn ziehen. Und in meinem Alter hat man natürlich auch das Karriereende im Kopf. Für mich persönlich war’s eine erfolgreiche Saison, vielleicht weil der Kopf frei war, vielleicht, weil einem der kleine Mann, wenn er strahlt, einfach Glücksgefühle gibt. Ihm ist’s egal, ob der Papa gewonnen oder verloren hat.

Statistisch war’s Ihre beste Saison; mit Ihren DEL-Spielzeiten aber sicherlich schwer zu vergleichen.

Diesmal lief’s von Beginn an, auch wenn ich in den ersten 15 Spielen als Mittelstürmer gespielt habe. Das war ungewohnt. Aber ich hatte ein frühes Tor in der Saison, und dann lief es. Als Stürmer wird man nun mal an Toren gemessen. Und dies betreffend war mein erstes Jahr beim ESVK schon zäh. Da habe ich mir das Loch am Ende größer gegraben, als es hätte sein müssen. Jetzt aber, mit Benno und auch dem Gedanken an ein mögliches Karriereende im Kopf, war ich frei und wollte die Saison einfach nur genießen. Dass es nun noch mit Bad Nauheim geklappt hat, macht’s umso schöner.

Sie sprechen die Karriere danach an. In welche Richtung soll es gehen?

Ich habe ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement gemacht und möchte auch im Sport bleiben; aber nicht als Trainer oder Manager auf einem heißen Stuhl. Und ich denke: Wenn es mit der aktiven Zeit einmal vorbei ist, dann brauche ich auch keine Busreisen mehr.

Sie haben 14 Jahre lang in den schönsten Arenen gespielt und kommen zum voraussichtlichen Abschluss der Karriere nach Bad Nauheim…

Das ist mir bewusst. Aber ich bin auf einem Weiher und in offenen Stadion groß geworden. Sicherlich ist’s im Winter einmal drei Wochen sehr kalt. Aber es ist auch geil, in einem solchen Stadion vor Fans zu spielen.

Die Stadt ist Ihnen nicht ganz unbekannt.

Ich habe vier Jahre in Frankfurt gespielt. Da sind wir das eine oder andere Mal nach Bad Nauheim entflohen, war ich beispielsweise bei der Bergweihnacht auf dem Johannisberg. Mit Jan Guryca oder auch Sven Gerbig habe ich einen guten Draht, mit Marc El-Sayed in Schwenningen schon zusammen gespielt. Ich bin ein offener Typ, der sich schnell zurechtfindet.

Sie sind Football-Fan und -Experte. Wie kam das?

Wenn du in der DEL unterwegs bist, lernst du gutes Englisch und springst als junger Kerl auch ein, wenn ein Mitspieler bei Fantasy-Spielen der National Football League fehlt. Anfangs wusste ich überhaupt nicht, worum es ging und hab nur mitgemacht. Inzwischen ist’s eine Sucht geworden. MN

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