29. April 2021, 07:00 Uhr

Fußball

SV Steinfurth plant neuen Anlauf

Der SV Steinfurth hatte es in der annullierten Gruppenliga-Saison 2020/21 zumeist schwer. In der kommenden Spielzeit wollen es die »Rosendörfler« erneut versuchen. Es gibt zahlreiche Abgänge.
29. April 2021, 07:00 Uhr
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Süleyman Karaduman, der sich als Trainer des SV Steinfurth in der vergangenen Saison aufgrund von einer großen Zahl der Verletzten teilweise selbst auf den Spielberichtsbogen schreiben musste, will sich mit den »Rosendörflern« auch in der kommenden Saison in der Gruppenliga behaupten. ARCHIVFOTO: CHUC

Nach acht Jahren Abstinenz kehrte der SV Steinfurth im vergangenen Sommer als Meister der Fußball-Kreisoberliga Friedberg in die Gruppenliga Frankfurt-West zurück. Nachdem die »Rosendörfler« in der mittlerweile annullierten Spielrunde 2020/21 in den Saisonmonaten September und Oktober lediglich zehn Partien absolvieren durften und mit der spärlichen Ausbeute von fünf Zählern auf Rang 18 tief im Tabellenkeller steckten, steht nun fest, dass der Sportverein aus dem Bad Nauheimer Stadtteil auch in der nächsten Saison Gruppenliga-Status genießen wird.

Zum einen, weil es in den Amateurklassen zum zweiten Mal in Folge keine sportlichen Absteiger geben wird, zum anderen, weil Steinfurth von der vom Hessischen Fußball-Verband offerierten Möglichkeit, sich freiwillig zurückzuziehen, keinen Gebrauch machen wird. »Diese Option war für uns nie ein Thema«, macht Trainer Süleyman Karaduman deutlich, der seine Vereinbarung mit dem Verein um eine weitere Spielzeit ausdehnt. Der 40-jährige UEFA-A-Lizenzinhaber hatte die Mannschaft erst nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer als Nachfolger des zum SKV Beienheim gewechselten Spielertrainers Maximilian Esposito übernommen und hatte den überwiegenden Teil der »Mini-Saison« mit einer Verletztenmisere zu kämpfen, sodass ihm bereits ab dem dritten Spieltag sein Kader nicht mehr komplett zur Verfügung stand.

Die Personalmisere war zwischenzeitlich so groß, dass er sich selbst auf den Spielberichtsbogen setzen musste, um als einer von drei Wechselspielern im Notfall einsatzbereit zu sein. Zu allem Überfluss wurde Steinfurth dann Anfang Oktober für 14 Tage aus dem Spielbetrieb genommen. Nach der Corona-Quarantäne kamen dann immerhin noch zwei 1:1-Unentschieden gegen die FSG Burg-Gräfenrode und den FC Karben hinzu, doch der Mannschaft fehlten schon zu jenem Zeitpunkt fünf Zähler auf das rettende Ufer. Zweifellos wäre es so wohl schwierig geworden, die Klasse unter sportlichen Gesichtspunkten zu halten.

Training im Rahmen des Erlaubten

Während des folgenden und bis heute andauernden Lockdowns blieb die Steinfurther Mannschaft jedoch nicht untätig und hat sich immer wieder unter den jeweils gültigen Corona-Regeln zum Training in Zweiergruppen getroffen. »Wir haben das versucht umzusetzen und zusätzlich über Online-Meetings alles Mögliche angeboten, was auch von den Aktiven gut angenommen wurde«, berichtet Karaduman. Er selbst ist neben seinem Engagement im Rosendorf außerdem noch als Trainer im DFB-Stützpunkt in Karben tätig.

Darüber hinaus ist Karaduman noch Mitglied der Trainer-Prüfungskommission beim Hessischen Fußball-Verband in Grünberg, wo er zwei oder dreimal im Jahr involviert ist. Seitdem er bei Steinfurth als Coach fungiert, ist Karaduman dafür weniger als in den Jahren zuvor als Schiedsrichter in der Region unterwegs. Da der zeitliche Aufwand bei der Bewältigung aller Aufgaben zu umfangreich wäre, überlegt er nun sogar ernsthaft, die Pfeiferei erst einmal ganz auf die Seite zu schieben. Zwar könnte Karaduman nach seinem Wechsel auf Schiedsrichter-Ebene von den Sportfreunden Friedrichsdorf nun auch für die Steinfurther pfeifen, doch dem entgegen steht das Vorhaben, mit seiner Mannschaft künftig drei Trainingseinheiten in der Woche abzuhalten.

Die personellen Planungen gestalten sich im »Rosendorf« derzeit wie überall schwierig. Zwar gibt es mit Torben Fink (FC Ober-Rosbach) und Nico Schewerda (SV Nieder-Weisel) schon zwei Neuzugänge und aus der eigenen Jugendabteilung stoßen Uekea Atay, Omar Aryan und Janis Wetzel hinzu. Jedoch gibt es auch einige Abgänge zu beklagen, die einen signifikanten Qualitätsverlust bedeuten. Allen voran schmerzen die Weggänge der beiden Kapitäne Marc Göbel und Marius Milek, die sich beide dem Kreisoberligisten SV Nieder-Weisel anschließen. Aber auch Torjäger Philipp Landvogt, der mit fünf Treffern die Hälfte der zehn Steinfurther Tore beigesteuert hatte, steht künftig nicht mehr zur Verfügung. In seine Fußstapfen könnte Denis Ehrlicher treten, von dessen Fähigkeiten Karaduman überzeugt ist.

Dennoch ist sich der Coach sicher, dass sein Team im Hinblick auf die neue Saison mit einigen noch ausstehenden Neuverpflichtungen - »Karaduman: »Auf den Sechser- und Achter-Positionen besteht ein Vakuum« - wettbewerbsfähig sein wird: »Wir haben so viele junge Spieler mit Potenzial, die gut ausgebildet sind. Ihnen wollen wir mit der Gruppenliga die beste Plattform bieten, um sich zu präsentieren.«

Vorfreude auf Rückkehr

Wann auch immer der Ball wieder rollen darf, die Vorfreude auf die Rückkehr auf den Platz in voller Mannschaftsstärke ist schon jetzt enorm. »Wir hoffen sehr, endlich eine komplette Saison ohne Unterbrechungen absolvieren zu können. Wir wollen alle ein Stück Normalität zurück, dazu gehört der Amateurfußball mit seinem Publikum«, sagt Karaduman. »Die Leute sollen sich wieder auf den Sonntag auf dem Sportplatz freuen dürfen.«

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