18. April 2021, 19:01 Uhr

»Super-GAU« beim Final-Four

18. April 2021, 19:01 Uhr

Die Spieler von Bayern München hatten sich bereits ihre Trikots übergezogen, als der GAU eintrat: Eine Stunde vor dem ersten Halbfinale zwischen den Gastgebern und ratiopharm Ulm wurde das Top Four um den Basketball-Pokal abgesagt. Nach dem ersten Corona-Fall am Freitag bei der BG Göttingen war bei den angesetzten Nachtests am Samstag noch ein zweiter aufgetaucht - das Münchner Gesundheitsamt schickte daraufhin das ganze Team in Quarantäne.

»Wir wussten natürlich, dass das als Super-GAU passieren kann«, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. »Man testet engmaschig, und dann war es total klar, dass es auch positive Fälle geben kann. Wir hätten das nicht eine Stunde vor dem Start gebraucht, aber so war es jetzt.« Auslöser für die Absage des Turniers war der Antrag der Göttinger, ihr Halbfinale gegen Alba Berlin zu verlegen. Diesem wurde von der Basketball Bundesliga (BBL) stattgegeben.

Über die Absage gab es keine zwei Meinungen. Nach dem ersten positiven Test sei die Auflage des Gesundheitsamtes gewesen, »dass bei einer weiteren Testung alle Göttinger negativ sind«, berichtete Dr. Florian Kainzinger, Gesundheitsexperte der BBL. Nach dem zweiten positiven Test habe dann das Gesundheitsamt »zurecht entschieden, dass es eine unklare Situation gibt, da man nicht mehr wusste, wie die Infektionskette innerhalb der Mannschaft aussieht«.

Alle vier Mannschaften waren im selben Hotel untergebracht wie beim Finalturnier um die Meisterschaft im vergangenen Juni - damals hatte es keine Zwischenfälle gegeben. Diesmal betraf es nur die Göttinger, deren Tests noch am Donnerstag negativ ausgefallen waren. Alle Sicherheits- und Hygienevorschriften seien »nachweislich« eingehalten worden, »aber ein Restrisiko bleibt«, sagte Göttingens Geschäftsführer Frank Meinertshagen bei magentaSport.

Unklar ist, wie es weitergeht. Der Termin des Finalturniers war ohnehin umstritten, vor allem bei den Münchnern, die schon am Dienstag zur ersten Viertelfinal-Partie in der EuroLeague bei Armani Mailand antreten müssen. Nachgeholt werden müsste bis zum Saisonende am 13. Juni. »Wir haben noch zwei Monate Zeit und werden versuchen, das Top-Four so durchzuführen, wie es geplant war«, sagte Holz: »Mit allen Teams an einem Wochenende und weiterhin in München.«

Die Münchner selbst waren über die Absage keineswegs so glücklich, wie man hätte vermuten können. Der Samstag war verdorben, die Mannschaft könne ihn »jetzt weder zum Regenerieren noch zum Trainieren nutzen«, sagte Manager Marko Pesic. Den Sonntag wollten die Münchner zum Trainieren nutzen. Am Montag reisen sie dann nach Mailand, wo am Dienstag und Donnerstag (jeweils 20.45 Uhr/magentaSport) spielen.

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