04. April 2016, 11:43 Uhr

SG Rodheim: Über die Breite an die Spitze

Die Drittliga-Abstinenz hat nur ein Jahr gedauert. Weniger als zwölf Monate nach dem Abstieg kehren die Volleyballer der SG Rodheim durch den Regionalliga-Meistertitel wieder zurück. Detlef Zschiesche feiert in seinem dritten Trainerjahr bei der SGR bereits den zweiten Aufstieg. Die Geschichte des Erfolges.
04. April 2016, 11:43 Uhr

Am letzten Spieltag der Saison 2014/15 war der letzte Platz der SG Rodheim aus der Dritten Liga Süd besiegelt, das Kapitel mit Startrainerin Xiaojun Yang nach nur einem Jahr beendet. Weil die Erste in die Regionalliga abstieg, musste dort die Zweite weichen. Dieses Team hatte Detlef Zschiesche erst im Vorjahr durch die Oberliga-Meisterschaft in diese Klasse geführt. Wie sollte es also weitergehen am Sportzentrum im Rosbacher Stadtteil? Ganz einfach: Detlef Zschiesche übernahm die Erste, zog Spieler aus der Zweiten mit hoch und baute einen in der Breite wesentlich stärkeren Kader zusammen. Schlussendlich das Erfolgsrezept.

Der Rodheimer Volleyballtrainer sagt auf die Frage, was die Mannschaft in dieser Saison so stark machte: »Die Breite im Kader war der große Unterschied.« Während im Vorjahr nur sechs, sieben Leute den engen Kern des Kaders bildeten, konnte Zschiesche in dieser Spielzeit mit 13 Spielern arbeiten. »Das erhöht in den Trainingseinheiten die Möglichkeiten, Dinge einzustudieren und den Spaßfaktor hochzuhalten«, erklärt der Lehrer an der Augustinerschule Friedberg. Für die Spiele bedeutete dies: Wurde es mal eng, hatte Zschiesche genügend Optionen, konnte rotieren, frische Kräfte bringen. Dass es in der Mannschaft auf und neben dem Feld stimmt, ist in Rodheim sowieso keine Frage; die Fluktuation ist gering, viele Spieler trugen schon in der Jugend oder seit frühester Aktivenzeit das Rodheimer Trikot.

Jens Bender, Tim Breitenfelder, Stefan Brömmeling, Thomas Lingenau, Alexander Schuld und Andreas Zander waren aus der Zweiten aufgerückt und hatten den verbliebenen Rest aus der Ersten verstärkt. Nach drei Abgängen waren noch Andreas Böhmer, Oliver Klein, Marcel Kopperschmidt, Peter Preisendörfer, Moritz Sachs, Robert Stodtmeister und der langjährige Kapitän Johannes Voeske dabei. Die Mischung zwischen Jung und Alt stimmte, Stefan Brömmeling ist mehr als doppelt so alt wie Tim Breitenfelder oder Peter Preisendörfer. Von der Erfahrung her machte den Rodheimern sowieso niemand etwas vor, fast alle Kaderspieler hatten mit der Rodheimer Ersten schon drittklassig, einst sogar in der Zweiten Liga, gespielt. Für Zschiesche zudem ein wichtiger Faktor: die Schlüsselposition Zuspieler war mit Routinier Andreas Zander und Youngster Peter Preisendörfer doppelt besetzt – das hatte es viele Jahre in Rodheim nicht gegeben. Von der Entwicklung her habe ihn Moritz Sachs beeindruckt, sagt Zschiesche. Ansonsten möchte er neben Kapitän Jo Voeske keinen Spieler hervorheben – »die Breite des Kaders war entscheidend«.

In jedem Spiel gepunktet

Dies führte dazu, dass Rodheim auch in den kritischen Phasen die Partie nicht aus der Hand gab und immer punktete – also mindestens zwei Sätze gewann. »Im Fußball gibt’s Unentschieden. Das wäre das eine oder andere Mal auch bei uns das gerechte Resultat gewesen. Aber im Volleyball gibt’s immer einen Sieger. Wir waren nie deutlich schwächer, hatten uns also immer mindestens einen Punkt verdient«, analysiert Zschiesche.

Nach einigen Punktverlusten in der Hinrunde und der fast ebenso souveränen Vorstellung von Mitabsteiger Eintracht Frankfurt hatte das erste Rückrundenspiel zwischen den beiden Topteams schon vorentscheidenden Charakter. »Hätten wir verloren, wäre es schon so gut wie vorbei gewesen«, sagt Zschiesche. Sein Team gewann mit 3:2, ein Kopf-an-Kopf-Rennen nahm seinen Lauf. »Uns war klar, dass wir jedes Spiel gewinnen müssen. Möglichst ohne Punktverlust.« Rodheim machte seine Hausaufgaben und gab bis einschließlich dem vorletzten Spieltag maximal einen Satz pro Partie ab – zweimal sogar zum 0:1-Rückstand. »Das war in Hünfeld und gegen Hanau, also gegen Ende der Saison. Da hat man gemerkt, dass wir hin und wieder schwer in Tritt kamen und nervös waren. Aber es zeugte von extremer Stärke, dass wir es immer zu einem glatten Sieg gebogen haben.« Insbesondere das 3:1 in Hünfeld imponierte Zschiesche. »Vor diesem Spiel hatte ich den größten Respekt. Zurecht, denn das war der Stolperstein für die Eintracht.« Als die Eintracht am vorletzten Spieltag überraschend eben in Hünfeld Federn ließ, war die Rodheimer Meisterschaft perfekt. Das 2:3 in Feldkirchen zum Saisonabschluss beendete zwar wiederum die Rodheimer Acht-Spiele-Siegesserie, störte aber freilich niemanden mehr.

Nun freuen sich Detlef Zschiesche und Co. auf die Dritte Liga. »Wir sind optimistisch, dass der Kader zusammenbleibt. Und auch wenn die Zweite aus der Oberliga abgestiegen ist, sind dort ein paar Jungs dabei, die ich vielleicht mit nach oben nehme«, erklärt Zschiesche. Das Ziel sei freilich der Klassenerhalt. Aber seine Mannschaft habe die Erfahrung und das Potenzial dazu, dies zu schaffen. Zudem sei der Druck weg, jedes Spiel gewinnen zu müssen. Als Gegner warten die Derbykontrahenten Waldgirmes und Kriftel, aber auch eine Fahrt bis an den Bodensee zum VfB Friedrichshafen II.

Der Meister-Kader: Trainer Detlef Zschiesche, Andreas Zander, Stefan Brömmeling, Tim Breitenfelder, Alexander Schuld, Moritz Sachs, Oliver Klein, Johannes Voeske, Marcel Kopperschmidt, Andreas Böhmer, Robert Stodtmeister, Peter Preisendörfer, Jens Bender, Thomas Lingenau.

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