06. Juli 2010, 17:06 Uhr

Benedikt Heil bei Premiere unter zehn Stunden

(web) Insgesamt 2351 Platzierte gab es bei der Ironman-Europameisterschaft am Sonntag, dessen Radstrecke auch durch die Wetterau zwischen Bad Vilbel und Bad Nauheim führte. Und eben dorther kamen einige Finisher, über einen Teil berichten wir an dieser Stelle; eine Ergebnisübersicht findet sich unten.
06. Juli 2010, 17:06 Uhr
Kommt auf dem Rad nicht in Tritt: Rüdiger Reiß. (Foto: web)

Freilich sind alle Finisher über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen Gewinner - doch für die wohl wertvollste Leistung sorgte Debütant Benedikt Heil aus Friedberg, der unter zehn Stunden blieb. Für die Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizierte sich Andreas Klause aus Bad Vilbel. Beworben hatte sich der 28-jährige Benedikt Heil für einen Startplatz in Frankfurt bei einer Aktion von Sponsor Powerbar, einem Anbieter von Fitness- und Sportprodukten. Der für die Firma Braun in Kronberg tätige Ingenieur hatte Glück, wurde ausgewählt und musste für den Startplatz, der 425 Euro kostet, nichts zahlen. Mit nur zweimonatiger präziser Vorbereitung im Schwimmen und Radfahren - Laufen kann das Langstrecken-As der Wetterauer Läuferszene als Hessischer Marathonmeister von 2008 ja bekanntermaßen - landete er auf Anhieb in 9:45:31 Stunden auf Platz 12 der M25. Mit 1:21 Stunden für die 3,8 Kilometer im Langener Waldsee zeigte sich Heil zwar nicht ganz zufrieden, aber die sehr gute Radzeit von 5:11 Stunden - hier hatte er sich unter anderem mit seinem Großcousin und Bundesliga-Triathleten Oliver Heil mit Radmarathons vorbereitet - entschädigte darüber hinweg. Mit 3:05 Stunden für den abschließenden Marathon bewies er erneut seine läuferischen Qualitäten. »Als mich Herbert Steffny auf der Laufstrecke anfeuerte und sagte, hier sei endlich mal ein richtiger Läufer unterwegs, war das einfach nur irre - ebenso der Zieleinlauf auf dem Frankfurter Römer«, beteuerte der bescheidene Athlet hinterher. »Für mich war meine Ironman-Teilnahme ein schönes Erlebnis, auch dass ich mit meinem alten Bianchi-Rennrad so eine schnelle Radzeit realisieren konnte. Aber nächstes Jahr werde ich nicht beim Ironman starten. Jetzt trete ich sportlich erstmal etwas kürzer und mal sehen, ein Start beim Frankfurt-Marathon im Oktober ist durchaus möglich«, resümierte Heil, der sich insbesondere über das Stimmungsnest in Fauerbach freute - dort läuft er für den Leichtathletik-Verein. Auch dass er mit dem sehr guten zwölften Platz in der M25 die Hawaii-Quali verpasst hat - es gab nur sechs Slots in dieser AK - tat seiner guten Stimmung keinen Abbruch. »Es gab nur sehr wenige, die auf ihr Startrecht verzichtet haben. Mein Großcousin Oli hatte damals etwas mehr Glück«.

Glücklich über seine Qualifikation für die WM in Hawaii zeigte sich der 46-jährige Andreas Klause aus Bad Vilbel. 17 offizielle Slots gab es in dieser teilnehmerstarken Klasse; vier Finisher konnten sogar noch nachrücken, da nicht alle Qualifizierten an der WM teilnehmen wollten. Klause ergatterte mit 10:02:17 Stunden Endzeit auf Platz 17 den letzten offiziellen Qualifikationsplatz. Damit darf der auf dem Heilsberg wohnende Bad Vilbeler bereits zum zweiten Mal im Oktober nach Hawaii fliegen. Seit sieben Jahren betreibt er Triathlon, bereits zum sechsten Mal startete Klause in Frankfurt. Nach 1:11:27 Stunden fürs Schwimmen ohne Neoprenanzug fuhr Klause starke 5:03:55 Stunden für die aufgrund einer Baustellenumfahrung mit 185 Kilometern längere Radstrecke. Den abschließenden Marathonlauf bewältigte der im Druckvorstufenbereich tätige Langstreckentriathlet in 3:42:17 Stunden. Mit einem wöchentlichem Trainingspensum von 20 bis 25 Stunden sowie einem Trainingslager des Team Erdinger Alkoholfrei mit den Weltklasse-Triathleten Nicole und Lothar Leder samt Radausfahrten von 200 Kilometern im Odenwald holte sich Klause das nötige Stehvermögen. Der C-Trainer-Triathlon startet im August zur Vorbereitung auf Hawaii beim 70.3 Triathlon in Wiesbaden. Wie schon im letzten Jahr spendet Klause pro Meile, die er auf Hawaii während des Wettkampfes zurücklegt, einen Euro an eine gemeinnützige Organisation. Dieses Jahr gehen die 140,60 Euro an den Eirene - Internationaler christlicher Friedensdienst - Nachbarssohn Robert Sakofski (19 Jahre) absolviert bei dieser Organisation in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, ein soziales Jahr, und unterstützt in einem Projekt unter anderem Straßenkinder und Jugendliche.

Schwimmer Rüdiger Reiß von Triathlon Wetterau hat sich seine Abschiedsvorstellung auf der Langdistanz etwas leichter vorgestellt. Der Projektberater freute sich über das aufgrund der Wassertemperaturen von über 25 Grad Celsius ausgeprochene Neoprenverbot im Langener Waldsee, da er seine Stärken im Wasser sieht. Mit 59:26 Minuten bewies der 1,90 Meter große Athlet dies. Auf dem Rad fiel es dem Schwalheimer mit 5:57:02 Stunden Radzeit sichtlich schwerer, Reiß zeigte sich beeindruckt von der guten Stimmung in Bad Nauheim und auf der Laufstrecke. Hier kämpfte er sich mit Gehpausen über die 42,2 Kilometer und war froh, das Ziel in Frankfurt nach 12:07:37 Stunden erreicht zu haben. Dort warteten Freundin Jessica und der dreijährige Felix schon sehnsüchtig. Reiß wurde 283. der M40 und 1178. insgesamt.

Knapp zwei Minuten später, nämlich nach 12:09:09 Stunden lief Philipp von Dahl als 272. der M35 und 1178. ins Ziel. Obgleich er sein Ziel, unter zwölf Stunden zu finishen, leicht verfehlt hatte, zeigte sich der Bad Nauheimer mit seinen Splitzeiten sehr zufrieden und lobte die perfekte Organisation der Veranstaltung.

Yves Vilarnau-Gröning ging nach fieberhaftem Infekt bis zwei Tage vor dem Start geschwächt an den Start und spürte dies in allen drei Disziplinen. Bereits beim Schwimmen bekam er starke Krämpfe, so dass er die zweite Schwimmrunde ohne Beinarbeit bewältigen musste (1:20:37 Stunden). Auf dem Rennrad setzten sich die Muskelprobleme fort (6:06:30 Stunden), und beim Laufen trieb ihn nur der Gedanke, auf dem Römerberg zu finishen sowie die vielen Anfeuerungen der Wetterauer Vereinskollegen voran. Nach 12:29:02 Stunden beendete der Bad Nauheimer den »längsten Tag des Jahres«.

Die Neu-Rockenbergerin Christine Wienchol konnte nach der sehr guten Schwimmzeit von 1:06:05 Stunden auf dem Rad (7:38:09 Stunden) keinen Druck aufbauen. Im Ziel stellte Freund und Triathlon-Bundesligastarter Sven Bartels fest, dass die Bremse wohl geschleift hatte. Sie lief mit 4:37:40 Stunden für den Marathon nach 13:31:24 Stunden über die Ziellinie (41. W30/164. Frau).

 

Die Wetterauer Ergebnisse

Gesamtplatzierung mit der Altersklassenplatzierung in Klammern und Gesamtzeit mit Nettozeiten Schwimmen/Radfahren/Laufen:

Männer (2110 Platzierte)

103. (12. M25) Benedikt Heil (Friedberg) 9:45:31 Stunden (1:21:06/5:11:24/3:05:00)

183. (17. M45) Andreas Klause (Bad Vilbel) 10:02:17 (1:11:27/5:03:55/3:42:17)

291. (64. M40) Heiko Bürger (Bad Nauheim) 10:21:34 (1:24:43/5:11:52/3:37:47)

398. (93. M40) Karsten Kannenberg (Bad Vilbel) 10:36:52 (1:05:31/5:23:49/3:55:34)

537. (126. M40) Ingo Klingenberg (Bad Vilbel) 10:51:18 (1:25:16/5:44:30/3:24:27)

604. (150. M35) Michael Schmale (Bad Nauheim) 10:59:27 (1:20:12/5:19:57/4:08:32)

627. (125. M30) Michael Wörner (Bad Vilbel) 11:03:34 (1:24:36/5:21:41/4:09:44)

670. (167. M35) Markus Ullersberger (Berstadt) 11:08:24 (1:17:54/5:26:10/4:15:46)

749. (188. M35) Martin Links (Bad Vilbel) 11:18:14 (1:20:18/5:33:23/4:18:33)

812. (192. M40) Thomas Kuschnitzki (Bad Vilbel) 11:25:50 (1:12:14/5:40:10/4:23:02)

853. (130. M45) Jürgen Scharnberger (Bad Vilbel) 11:31:58 (1:25:34/5:20:56/4:36:08)

927. (174. M30) Daniil Wagner (Friedberg) 11:40:02 (1:16:35/5:44:31/4:23:38)

951. (177. M30) Jens Quiram (Bad Nauheim) 11:42:17 (1:22:53/5:35:26/4:38:04)

970. (54. M50) Klaus Hofmann (Münzenberg) 11:43:54 (1:23:15/5:45:25/4:23:25)

1080. (201. M30) Oliver Dickenbrock (Wölfersheim) 11:54:52 (1:29:02/5:31:05/4:47:08)

1093. (204. M30) Sascha Köhler (Bad Vilbel) 11:56:27 (1:21:49/5:49:32/4:27:59)

1172. (283. M40) Rüdiger Reiß (Bad Nauheim) 12:07:37 (59:26/5:57:02/5:05:28)

1178. (272. M35) Philipp von Dahl (Bad Nauheim) 12:09:09 (1:12:16/5:47:35/4:54:58)

1180. (273. M35) Andreas Reich (Karben) 12:09:43 (1:30:29/5:47:16/4:40:53)

1189. (6. M60) Jürgen Bauerle (Karben) 12:11:46 (1:43:01/6:02:21/4:13:14)

1260. (309. M40) Marco Reuhl (Ober-Hörgern) 12:21:42 (1:14:33/5:53:14/5:03:00)

1293. (314. M40) Christian Walter (Karben) 12:27:41 (1:28:11/5:46:34/4:55:30)

1299. (316. M40) Yves Vilarnau-Groening (Bad Nauheim) 12:29:02 (1:20:37/6:06:30/ 4:49:01)

1330. (91. M50) Ronald Wagner (Friedberg) 12:34:18 (1:27:06/6:14:21/4:27:57)

1417. (243. M30) Daniel Rüd (Wölfersheim) 12:49:12 (1:28:19/5:27:40/5:43:45)

1440. (247. M45) Stefan Raabe (Karben) 12:53:01 (1:27:01/6:10:49/5:02:24)

1489. (260. M45) Michael Claus (Bad Vilbel) 12:58:50 (1:34:32/6:26:27/4:45:01)

1572. (275. M45) Harald Cornelius (Bad Vilbel) 13:16:45 (1:23:10/5:57:12/5:42:49)

1694. (269. M30) Michael Schulze (Bad Vilbel) 13:46:40 (1:49:17/6:30:39/4:57:48)

1699. (431. M40) Thorsten Weber (Wöllstadt) 13:48:25 (1:39:44/6:34:04/5:25:00)

1874. (467. M40) Marc-Oliver Schröder (Bad Vilbel) 14:50:19 (1:50:51/6:56:52/5:38:49)

1877. (166. M50) Christophe Albig (Bad Vilbel) 14:51:06 (1:45:48/7:04:10/5:44:50)

1880. (121. M25) Michael Niegemann (Bad Vilbel) 14:51:40 (1:56:54/7:07:26/5:40:12)

1886. (473. M40) Pedro Botz (Karben) 14:53:17 (1:36:53/7:23:52/5:29:43)

 

Frauen (241 Platzierte)

147. (36. F30) Yvonne Braun (Bad Vilbel) 13:15:46 (1:37:52/6:29:50/4:52:03)

186. (36. F35) Astrid Vogler (Karben) 14:01:07 (1:32:42/7:00:32/5:18:19) (mw)



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