29. Juli 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Shevyrin gegen Shevyrin

Mark spielt für Bad Nauheim, Denis hat für Bad Nauheim gespielt und steht nun in Kassel unter Vertrag. Im September stehen sich die Shevyrin-Brüder auf dem Eis gegenüber.
29. Juli 2021, 07:00 Uhr
Die Shevyrin-Brüder stehen in der DEL2 unter Vertrag. Mark (links) hat beim EC Bad Nauheim unterschrieben. Denis (rechts) hatte einst für die Roten Teufel gespielt und trägt nun das Trikot der Kassel Huskies. FOTO: PV

Am 24. September bekommt das Ehepaar Shevyrin in Krefeld ein Problem. Dann nämlich könnten sich die beiden Söhne auf dem Eis gegenüberstehen. Die Huskies treten in der Vorbereitung mit Kapitän Denis Shevyrin beim Rivalen in Bad Nauheim an. Bei den Roten Teufeln neu im Kader: Mark Shevyrin. Wem drücken die Eltern also die Daumen?

»Ich denke, sie drücken beiden die Daumen«, sagt Denis Shevyrin lachend und ergänzt: »Wie oft wir uns auf dem Eis begegnen, ist ja auch unklar. Wir sind schließlich beide Verteidiger.« Der Kapitän der Huskies ist nach dem Sommerurlaub wieder zurück in Deutschland. »Ich war mit meiner Frau in Kroatien, Alicante und habe noch ein paar andere Städte, Mitspieler und Freunde besucht. Und ich war in St. Petersburg, die Familie und Freunde treffen. Nach neun Monaten, die wir Spieler nur in Wohnung, Eishalle und Bus verbracht haben, brauchte ich erst einmal Ablenkung«, sagt der 26-Jährige.

Ganz anders sein sechs Jahre jüngerer Bruder: Der spielte vergangene Saison noch bei den Eisbären Juniors in Berlin, die DNL-Serie wurde nach neun Partien aber abgebrochen. Ein bisschen Spielpraxis bekam Shevyrin junior beim Hochstädter EC in der Oberliga. »Ich hab nach der Saison schon ein bisschen Panik gehabt, dass ich kein Angebot bekommen könnte. Wir Jugendspieler hatten kaum Chancen, uns zu zeigen«, sagt Mark. »Als die Anfrage aus Bad Nauheim kam, habe ich sofort gesagt, ich bin dabei«.

Der Kontakt zu den Mittelhessen kam über seinen Spielerberater zustande, der auch Denis betreut. Der jetzige Huskie spielte 2018/19 ebenfalls bei den Roten Teufeln, ehe er nach Nordhessen kam. »Ich habe das natürlich mitverfolgt und bin froh, dass Bad Nauheim Mark vertraut und das Risiko eingeht, einen jungen Spieler unter Vertrag zu nehmen«, sagt der 26-Jährige.

Mark erhält zudem eine Förderlizenz für Bad Nauheims Kooperationspartner in der Oberliga, die EG Diez-Limburg. Die Vorbereitung wird er aber beim Zweitligisten absolvieren: »Dann wird geguckt, wie weit ich schon bin und wo ich mehr Spielpraxis bekommen kann.«

Seit einigen Wochen versuche er sich aber schon selbst etwas in Form zu bringen: »Ich mache Fitness, gehe Laufen und einmal die Woche mit anderen Spielern auf das Eis«, erzählt Mark, der momentan in der alten Heimat Krefeld ist. In die Stadt an der niederländischen Grenze zog die Familie Shevyrin vor 18 Jahren, als sie aus Russland nach Deutschland kam.

Denis war damals acht Jahre alt, Mark zwei. »Mein Bruder hat mir extrem viel beigebracht. Ich habe früher alle Spiele von ihm angeschaut. Auch in der letzten Saison habe ich viele seiner Partien gesehen, um einschätzen zu können, wie es im Profibereich läuft. Denis ist ein Vorbild für mich«, sagt Mark. Komplimente verteilt auch der große Bruder: »Mark kann für sein Alter ein Spiel sehr gut lesen, er hat einen hohen Eishockey-IQ. Er kann Stürmer gut einsetzen, ist ein guter Schlittschuhläufer, außerdem als Rechtsschütze begehrt«, sagt Denis. Was ihm noch fehle, so Mark, sei die körperliche Stärke seines Bruders. »Denis kann körperbetonter spielen und in jeden Check reinfahren.«

Sollte sich Mark Shevyrin bei Bad Nauheim festspielen, gäbe es früh in der Saison ein schnelles Wiedersehen. Die Huskies empfangen am dritten Spieltag (Freitag, 8. Oktober) erst die Löwen Frankfurt, zwei Tage später geht es am Derby-Wochenende direkt wieder nach Bad Nauheim.

Erst einmal steht aber die Partie in der Vorbereitung an. Und das Aufeinandertreffen der beiden Brüder. »Ich freue mich total auf das Spiel«, blickt Mark Shevyrin voraus. Und vielleicht begegnen sich die beiden Brüder dann ja doch auf dem Eis. »Mal sehen, vielleicht sprinte ich mal nach vorne«, scherzt Denis Shevyrin.

BJÖRN FRIEDRICHS

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