Lokalsport

Saison auch überregional beendet: Keine Aufsteiger - keine Absteiger

Das Saisonende ist auch für die Frauen von Drittligist SSC Bad Vilbel und die Männer von Regionalligist SG Rodheim beschlossene Sache. Die Senioren-Meisterschaften könnten noch stattfinden.
02. März 2021, 16:00 Uhr
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Auch für die Drittliga-Damen vom SSC Bad Vilbel um Anna Laschewski ist die Volleyball-Saison nun vorbei. FOTO: NICI MERZ

Wie geht es bei den Wetterauer Volleyballern weiter? Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hat die Einstellung des Spielbetriebs in den Dritten Ligen und Regionalligen aufgrund der anhaltenden Pandemie beschlossen (wir berichteten). Also ist auch für die Frauen des SSC Bad Vilbel (3. Liga Süd) und für die Männer der SG Rodheim (Regionalliga Südwest) Schluss. Diese Klassen spielen unter dem Dach des DVV und konnten sich bislang noch leise Hoffnungen auf einen Re-Start machen nachdem der Spielbetrieb auf Hessenebene bereits im Januar vom Landesverband für beendet erklärt worden war.

»Wir haben die Situation und die politischen Geschehnisse lange beobachtet, bevor wir eine Entscheidung fällen konnten. Schlussendlich war eine Einstellung unumgänglich«, konstatierte DVV-Präsident René Hecht. Bundesspielwart Gerald Kessing fügte hinzu: »Natürlich hätten wir die Saison nach einer Öffnung des Amateursports gerne fortgesetzt. Dafür haben wir im Spielausschuss etliche Szenarien kontrovers diskutiert. Allerdings war es nun absehbar, dass ein geordneter Spielbetrieb nicht mehr möglich gewesen wäre. So wurden Hallen teilweise zu wichtigen Impfzentren umfunktioniert, andererseits wäre eine deutliche zeitliche Verschiebung nach hinten, aufgrund der startenden Beach-Saison, ebenfalls nicht möglich gewesen.«

Auf- und Absteiger, ebenso wie Meister, wird es nach der Einstellung der laufenden Saison nicht geben. Alle Mannschaften, die 2020/21 für die Regionalliga beziehungsweise 3. Liga spielberechtigt waren, können diese Berechtigung für die Saison 2021/22 bis zum 15. Mai beantragen.

Für Verwirrung hatte Mitte Februar kurzzeitig eine Mitteilung auf der Homepage des DVV gesorgt, man werde den Spielbetrieb in den Dritten Ligen und Regionalligen »mit der Verlängerung des Lockdowns durch die Politik bis 7. März weiter aussetzen«. So beklagte u. a. die TG Rüsselsheim (3. Liga Süd Männer) die Kommunikation mit dem Verband, dessen Entscheidungen die Südhessen offenbar nur via Homepage mitbekamen.

Besser lief es derweil in Sachen Kommunikation bei den Rodheimern. Robert Stodtmeister, bei der SGR für die Pressearbeit der Regionalliga-Mannschaft zuständig, gab zu verstehen, dass man sehr wohl eine E-Mail vom Ligawart bekommen habe. Dennoch: »Seit November war es eine Zeit lang schon ziemlich ruhig von Verbandsseite«, relativiert Stodtmeister. Gut informiert fühlt sich indes Christoph Haase, Coach bei den Drittliga-Damen in Bad Vilbel: »Sowohl die Trainer als auch die Kapitäne wurden vom Klassenleiter informiert. Wir haben ja ohnehin damit gerechnet , dass es so kommt«, sagte Haase.

Die SSC-Akteurinnen um Kapitänin Anna Laschewski absolvierten ihre letzte Partie am 18. Oktober gegen den TSV GA Stuttgart. Seitdem ruht der Wettkampf- und Trainingsbetrieb. Auf die Möglichkeit von Übungseinheiten mit ein oder zwei Personen - im Rahmen der hessischen Corona-Regeln - verzichtete der SSC. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Hallen in Bad Vilbel ohnehin geschlossen waren.

Wie es weitergehen kann, ist noch unklar. Der DVV preist den Vereinen auf seiner Homepage ein bislang noch nicht näher spezifiziertes Projekt »VEREINt zurück« an, mit dem noch vor einer Rückkehr in die Hallen zusätzlich Outdoor-Sport ermöglicht werden soll. In Aussicht gestellt werden unterschiedliche Spielformen mit mindestens vier Spielern auf dem Feld. Ob und inwiefern dieses Projekt mit der Beach-Saison zu vereinbaren ist oder diese eher ergänzen soll, muss sich erst noch zeigen.

Auch die Drittliga-Volleyballerinnen aus Bad Vilbel nutzen mitunter im Sommer die Sand-Variante ihrer Sportart. Haase, dessen Schützlinge teilweise in Krankenhäusern und im Pflegebereich arbeiten, hatte noch keinen Corona-Fall im Team. Das soll natürlich so bleiben. Dennoch ist er durchaus guter Dinge in Sachen Rückkehr ins Training. »Ich halte Volleyball nach wie vor für einen Sport, bei dem man den Körperkontakt - etwa im Vergleich zu Fußball und Handball - gut im Griff hat.«

Noch vor dem Sommer könnten in der Halle die Senioren aufs Parkett zurückkehren. Während alle deutschen Klassen - bis auf 1. und 2. Bundesliga - ihren Spielbetrieb beendet haben, hoffen die Ü-Teams noch auf einen Einsatz. Bei der SG Rodheim haben diese Altersklassen durchaus Tradition. »Wir können derzeit Mannschaften in den Bereichen Ü 49 weiblich sowie Ü 47, Ü 53 und Ü 59 männlich stellen«, erklärt Peter Stößinger vom Abteilungsvorstand. »Ich habe mal eine Abfrage gestartet und mich bei den Leuten umgehört, wer unter den gegebenen Umständen bereit wäre, die Turniere zu spielen. Die meisten wären dabei, einige wenige aber auch nicht.«

SGR-Seniorenteams ab April im Einsatz?

Der hessische Verband hat die Termine vorsorglich bekanntgegeben. Für 10./11. April (Ü 49 weiblich), am 1./2.Mai (Ü 53 männlich) sowie am 8../9. Mai (Ü 47 und Ü 59 männlich) sind die Landesmeisterschaften geplant. Die Regionalmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften sollen folgen. Stößinger hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Turniere - selbst bei grünem Licht aus Berlin und Wiesbaden - alle stattfinden. »Man muss ja auch wieder schauen, was die Kommunen vor Ort oder der Landkreis dazu sagen. Außerdem waren die Hallen dann vorher unterschiedlich lange schon offen, und die Vereine hätten ungleiche Voraussetzungen. Die Bedingungen wären nicht gerecht.«

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-wz/saison-auch-ueberregional-beendet-keine-aufsteiger-keine-absteiger;art1435,726047

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