11. Mai 2021, 21:01 Uhr

Fußball

Regionalsortgericht: Ein spekatuläres Nichtantreten sticht heraus

11. Mai 2021, 21:01 Uhr
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Aus der Redaktion

Nach dem Abbruch der Fußballrunden der Amateure in Hessen haben auch die Sportgerichte ihre alljährliche Bilanz gezogen. Und die fiel für die hiesigen Gruppenligen zufriedenstellend aus.

Das Regionalsportgericht Frankfurt, zuständig für die Gruppenligen Frankfurt Ost und West, in denen im Spätsommer und Herbst 2020 etwas mehr als ein Viertel der insgesamt geplanten Saisonspiele absolviert wurden, ehe es Ende Oktober zur Pandemie-bedingten Unterbrechung kam, musste 64 Einzelrichterurteile verhängen. Diese werden fällig bei Platzverweisen oder ähnlichen vergleichsweise leichten Vergehen. In Relation zu den absolvierten Spielen und hochgerechnet auf eine komplette Saison wären dies 234 und damit zwölf Prozent weniger als in der ebenfalls schon abgebrochenen Spielzeit 2019/20 (hochgerechnet 266 Einzelrichterurteile) und in der Saison 2018/19 (270).

Nur zwei der 208 absolvierten Spiele in den Gruppenligen wurden abgebrochen. Neunmal musste das Regionalsportgericht tagen.

Der spektakulärste Fall war das Nichtantreten des FCA Gedern in Seligenstadt aus Sorge vor Corona-Infektionen im damals als Risikogebiet geltenden Kreis Offenbach. Das Spiel wurde mit 3:0 für die Sportfreunde gewertet, Gedern zudem dazu verurteilt, das Rückspiel in Seligenstadt zu absolvieren. »Das Urteil ist uns sehr schwergefallen, weil wir die Argumente menschlich gut nachvollziehen konnten. Schlussendlich hat uns die rechtliche Seite aber keine Wahl gelassen«, sagte der Vorsitzende des Regionalsportgerichts Jürgen Weil (Offenbach). In der Strafordnung des HFV wurden gesundheitliche Bedenken bislang nicht als Grund für ein Nichtantreten akzeptiert.



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