05. Mai 2021, 16:00 Uhr

Tennis

Neue Pläne für 2021: Mara Guth zwischen Liga- und Turnierbetrieb

Mara Guth gehört zum Bundesliga-Kader der Bad Vilbeler Damen. Doch die talentierte 17-Jährige hat noch weitere Pläne. 2021 sollte eigentlich ein Jahr des Trainings werden. Nun kommt es anders.
05. Mai 2021, 16:00 Uhr
Mara Guth gehört zum Bundesliga-Kader der Bad Vilbeler Damen und führt das Hessenliga-Aufgebot der Usinger U18 an. FOTO: IMAGO

Der professionelle Tennissport funktioniert wie ein Zirkus. Die Metapher wird gerne benutzt, weil ja immer die gleichen Spieler das ganze Jahr über von Turnier zu Turnier reisen, um auf den Centercourts, also quasi den Manegen dieser Welt, ihre Künste darzubieten.

Für dieses (Pandemie-)Jahr hatten Ausnahmetalent Mara Guth und ihr Vater Michael, der auch ihr Manager ist, sich eigentlich vorgenommen, diesen ganzen Zirkus erstmal nicht mehr mitzumachen. Sich voll aufs Training zu konzentrieren, um besser zu werden, war der Plan. Die 17-jährige Usingerin, die zum Bundesliga-Kader des TC Bad Vilbel gehört, hat dazu an einem Sportinternat in Mannheim, dem Bundesstützpunkt in Stuttgart oder in der heimischen Tennishalle die besten Voraussetzungen. Und sie wäre so vor allem nur ein geringes Risiko eingegangen, sich mit Corona zu infizieren.

»Mara war schon in Quarantäne, sie ist aber - toi, toi, toi - verschont geblieben«, erzählt Michael Guth. Er hält da schon ein wenig die Luft an, denn nach einer Infektion, die sich immer mehr reisende Tennisprofis einfangen, ist erst einmal vollständige Regeneration angesagt. Inklusive eines ausführlichen medizinischen Checks, bei dem Herz und Lunge überprüft werden. »Falls Schäden bleiben, war’s das mit der Tennis-Laufbahn«, gibt Vater Guth zu bedenken.

Nichtsdestotrotz geht die Jugend-Nationalspielerin aus dem Taunus seit ein paar Wochen wieder ein höheres Risiko ein. »Alle anderen spielen auch. Und wenn du nicht an Turnieren teilnimmst, dann wirst du in der Weltrangliste durchgereicht«, musste Michael Guth erkennen. Das kann sich seine Tochter aber nicht erlauben, möchte sie doch in dieser Saison langsam auch bei den Erwachsenen Fuß fassen und auf längere Sicht die große WTA-Tour spielen.

Auf Rang 45 der Juniorinnen-Weltrangliste ist Mara Guth zurückgestuft worden. Ihre angestammte Doppelpartnerin Julia Middendorf aus Visbek nimmt als beste Deutsche Position 42 ein. In der U18-Rangliste des Deutschen Tennis-Bundes ist Mara Guth mit 5198 Punkten hinter Noma Noha-Akugue (Club an der Alster Hamburg/8098 Punkte), Nastasja Schunk (TC BASF Ludwigshafen/6555,5) und Julia Middendorf (5334) auf Rang vier zu finden.

Eingestiegen in die Saison ist die angehende Abiturientin im April bei einem Turnier der zweiten Kategorie der ITF World Tennis Tour Juniors im spanischen Benicarlo. Als »durchwachsen« bezeichnete ihr Vater die Ergebnisse im Einzel. Was aber nicht verwunderlich gewesen sei nach der langen Spielpause. Im Viertelfinale war gegen die Spanierin Claudia de las Heras Armenteras Schluss. Gut fürs Selbstvertrauen war der Gewinn einer Doppel-Konkurrenz mit Julia Middendorf.

French Open im Visier

In diesen Tagen geht es für Mara Guth weiterhin darum, in den Rhythmus hineinzukommen. Fest im Blick hat sie den nächsten Jugend-Grand-Slam. Die French Open in Paris (geplant ab dem 30. Mai) könnten der erste Saisonhöhepunkt der Usingerin werden. Wenn das Turnier im Stade Roland Garros denn nicht ganz verschoben wird. »Das Vorbereitungsturnier in Chaleroi wurde gerade schon abgesagt«, hat Michael Guth da so seine Zweifel.

Auch die Tennis-Bundesliga kann nicht wie geplant starten. Am 2. Mai hätte es für das Team Ladival TC Bad Vilbel, für das Mara Guth am letzten Spieltag der Meister-Saison 2019 ihr Bundesliga-Debüt gegeben hatte, losgehen sollen. Jetzt wird auch hier der 30. Mai angepeilt.

Auch der Hessische Tennis-Verband hat reagiert. Die Hessenliga der Altersklasse U18 soll jetzt erst am 5. Juni beginnen. Bis Ende April hatten Vereine wegen der veränderten Corona-Lage noch die Möglichkeit, ihre Mannschaft(en) zurückzuziehen. Der Usinger THC wird seinen Platz in der höchsten Jugendspielklasse wahrnehmen. »Die Mädels sind schon ganz heiß auf die Saison«, weiß Team-Chef Michael Guth.

Die Mannschaft hatte sich 2020 mit makellosen 14:0 Punkten und 54:9 Matchpunkten ungeschlagen den Titel in der Gruppenliga und das Aufstiegsrecht gesichert. Wenn das Virus weiter so wütet, ist es gut möglich, dass die Nationalspielerin wieder das eine oder andere Mal »vor ihrer Haustür« für den UTHC aufschlägt - und hoffentlich auch ein paar Kilometer weiter im Wetterauer Süden in der Bundesliga.

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