23. November 2020, 20:18 Uhr

Nach mehr als drei Jahren kehrt der Teufel zurück

23. November 2020, 20:18 Uhr
Ein Traum wird wahr: Julia Nestle erwacht - und der Teufel im (Sub-)Logo des EC Bad Nauheim ist zurück. Die Firma Mediashots hat den dazugehörigen Trailer produziert. (Foto: Mediashots/pv)

EC Bad Nauheim


Es war der Juli 2017, der für reichlich Gesprächsstoff im Umfeld des EC Bad Nauheim sorgte. Der Wetterauer Eishockey-Zweitligist verfolgte eine Strategie der zunehmenden Professionalisierung - und bekam im Zuge dessen ein neues Logo verordnet. Für viele Fans ein Affront: Nach mehr als einem Vierteljahrhundert war der Teufel aus dem Abbild des Klubs verbannt worden, dabei geht der Spitzname »Rote Teufel« bereits auf die Anfänge des Eishockey-Sports in der Kurstadt im Jahr 1946 zurück. Die Argumentation: Der Teufel als Inbegriff des Bösen ist nicht mehr zeitgemäß, vor allem bei der Suche nach neuen Partnern und Sponsoren.

Am Montag endete die »teufellose Logo-Zeit« in der Kurstadt: Der Klub präsentierte ein neues Sub-Logo, in dem der Rote Teufel, stilisiert als Elvis, dem zweiten wichtigen Symbol Bad Nauheims, nach mehr als drei Jahren sein Comeback feiert.

Hintergrund sei vor allem eine Umfrage unter den Fans Anfang dieses Jahres mit 2500 Teilnehmern gewesen, erklären Geschäftsführer Andreas Ortwein und Geschäftsleiter Dag Heydecker unisono. Eines der wichtigsten Ergebnisse sei der Wunsch der Fans nach der Rückkehr des Teufels in die Außendarstellung des ECN gewesen. »Dies ist nun der erste Schritt zurück zum Teufel«, erklärt der gebürtige Steinfur-ther Heydecker. Ortwein ergänzt: »Wir hatten den Teufel zwar die gesamte Zeit über, als Maskottchen, als Einlauftunnel und auch im Merchan- dising. Mit dem neuen Sub-Logo wollen wir unsere Fans aber noch besser abholen.« Zumindest im Sprachgebrauch war er ohnehin nie richtig weg gewesen - ebenso wie im Herzen der Fans, die dies beispielsweise beim Winter-Derby im Offenbacher Fußballstadion vor knapp einem Jahr mit einer beeindruckenden Choreografie verdeutlichten.

Ein teuflischer Traum wird wahr

Die Inszenierung des neuen Logos hätte kaum aufwendiger sein können: Da angesichts der Coronavirus-Pandemie öffentlichkeitswirksame und publikumsträchtige Veranstaltungen tabu sind, griffen die Verantwortlichen erneut zum Video - wie schon beim neuen Einlauftrainer in Zusammenarbeit mit der Firma Mediashots um Inhaber Marco Kessler. Drehort diesmal: das Hotel Lindemann in der Frankfurter Straße. Prominentes Gesicht der neuen Kampagne ist die in Steinfurth aufgewachsene FFH-Radiomoderatorin Julia Nestle, die als bekennender EC-Fan gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Fischer auch in den Drittelpausen über den Videobildschirm des Colonel-Knight-Stadions (CKS) flimmert. Nestle kommt in dem rund zweiminütigen Clip nach einem langen Tag nach Hause, putzt sich die Zähne, legt sich ins Bett - und träumt von Elvis und Eishockey im CKS. Beim Aufwachen am nächsten Tag ist der Traum wahr geworden: Der Rote Teufel ist zurück - in Form von Handtuch, Puck, Schlüsselanhänger und Aufnäher.

Und genau dafür, für das Merchandising (ab sofort im Fan-Shop) und besondere Aktionen für Fans und Umfeld, soll das neue Logo in Zukunft Verwendung finden, das »alte« Logo solle aber weiter im Vordergrund stehen, erklären die EC-Verantwortlichen Ortwein und Heydecker. Zusätzliche Einnahmen daraus kämen dem Klub in der aktuellen Zeit sicher zupass, fehlt doch angesichts der Geisterspiele in der Deutschen Eishockey-Liga 2 Geld aus Catering und Merchandising, das normalerweise an Heimspieltagen im Stadion erwirtschaftet wird.

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