01. März 2022, 23:05 Uhr

Deutsche Hallenmeisterschaft

Lukas Abele kriegt die Kurve

Dauernheimer Mittelstreckler feiert in Leipzig mit der Bronzemedaille im 1500-Meter-Lauf einen unerwarteten Erfolg.
01. März 2022, 23:05 Uhr
ARS
Lukas Abele (weißes Trikot) läuft bei der Deutschen Hallenmeisterschaft zu Bronze über 1500 m. FOTO: PRIEDEMUTH

Dauernheim (ars). Der Dauernheimer Mittelstreckler Lukas Abele hat bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Leipzig mit der Bronzemedaille im 1500-Meter-Lauf einen unerwarteten Erfolg gefeiert. Taktisch zeigte er sich dabei jederzeit auf der Höhe des Geschehens und spurtete auf der Zielgeraden zum dritten Platz hinter dem Favoritenduo Robert Farken (SC DHFK Leipzig/3:50,70 Minuten) und Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund/3:52,34 Minuten).

»Vielleicht hätte ich noch etwas mehr riskieren und mit Mohamed mitgehen sollen«, erklärte Lukas Abele direkt nach dem Zieleinlauf, als er in 3:53,78 Minuten überraschend leichtfüßig an Tim Assmann (TV Villingen/3:53,98 Minuten) vorbeigezogen war.

Doch diesen ersten Impuls nahm der Athlet des SSC Hanau-Rodenbach schnell wieder zurück: »Wahrscheinlich wären die Beine so übersäuert, dass ich Bronze gefährdet hätte - und heute ging es in erster Linie genau um diese Medaille!« Denn in der Rückschau des Saisonverlaufs musste er eingestehen, dass es zunächst nicht so rund gelaufen war wie erwartet. Wadenprobleme, daraus resultierende Trainingseinschränkungen und schließlich ein nicht zufriedenstellender Auftritt bei der Süddeutschen Hallenmeisterschaft in Frankfurt Anfang Februar stellten sogar den DM-Start in Frage. Das Ruder riss er von einem Tag auf den anderen herum. »Es gab eine klare Einschätzung und die Aussage meines Trainers: Entweder ich ziehe jetzt im Training durch oder es wird wohl nichts mehr Großes in der Hallensaison - und von da an lief es deutlich besser.« Die Tempoeinheiten und auch der Belastungsumfang nahmen Fahrt auf, erreichten fast schon das Niveau aus dem Sommer 2021, als Lukas Abele seine Freiluft-Bestzeit von 3:39,83 Minuten aufstellte.

Wadenprobleme im Vorlauf

Und dennoch ging es nur vorsichtig optimistisch in die Titelkämpfe, zumal der Vorlauf am ersten Wettkampftag die schon überwunden geglaubten muskulären Probleme ansatzweise wieder aufbrechen ließ.

»Da war die Wade nicht locker, ich auch nicht. Es war eher zäh - und im Endeffekt trotzdem gut, um in den Wettkampfmodus reinzukommen.« Ganz anders dann der Auftritt im sonntäglichen Finale. Lukas Abele zeigte sich von Beginn an konzentriert und leistungsfähig, immer direkt hinter Farken und Mohumed, bis es auf den letzten 300 Metern zum langen Spurt der beiden kam. Als dabei sein persönlicher Konkurrent Tim Assmann an ihm vorbeizog, blieb er mit raumgreifendem Schritt dran, um aus der Zielkurve hinaus so zu beschleunigen, dass Assmann keine Chance mehr hatte.

Dritte Medaille in der Männerklasse

»Mir kam das zunächst ruhige Tempo während des Endlaufs sehr entgegen, denn aufgrund meines Laufstils fühle ich mich in den engen Kurven von Hallenbahnen generell nicht besonders wohl. Heute hat das gerade zum Schluss viel besser geklappt - die letzten 300 Meter waren mit 38, 39 Sekunden sehr schnell.«

Lukas Abele hat damit nach Silber in der Freiluftsaison 2020 und Bronze in der Halle 2019 seine dritte DLV-Medaille in der Männerklasse errungen.

Bereits am kommenden Wochenende steht er wieder am Start, dann aber als »Hase« auf einer ganz anderen Strecke. In Jügesheim wird er zum Abschluss der Winterlaufserie im Zehn-Kilometer-Straßenlauf für seinen Bruder Marius bis Kilometer sechs das Tempo machen, um ihn möglichst zur Bestzeit um 30:15 Minuten zu führen.



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