Lokalsport

Löwen Frankfurt: Ein Brandbrief an die Stadt

Mit einem dreiseitigen Brandbrief haben sich die Verantwortlichen von Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt an die Stadtverordneten der Mainmetropole gewandt. Der Grund ist nicht die enden wollende Diskussion um die Bau einer Multifunktionsarena.
15. Februar 2021, 18:08 Uhr

Mit einem dreiseitigen Brandbrief haben sich die Verantwortlichen von Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt an die Stadtverordneten der Mainmetropole gewandt. Der Grund ist nicht die enden wollende Diskussion um die Bau einer Multifunktionsarena.

Der Zeitpunkt für die Pressemitteilung, Sonntagabend, war bewusst gewählt, denn der gestrige Montag war gleich im doppelten Sinne ein Stichtag: Zum einen endete die Marktabfrage von Flughafenbetreiber Fraport für einen geeigneten Investor und Betreiber für das Großprojekt, zum anderen stellte Basketball-Bundesligist Fraport Skyliners seine Pläne für eine Multifunktionshalle am Kaiserlei vor.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die SPD, Mitglied der Regierungskoalition im Frankfurter Römer, für Aufsehen gesorgt, indem sie sich gegen die Koalitionspartner klar für den Standort am Flughafen und damit eine Beerdigung der Kaiserlei-Pläne ausgesprochen hatte. Die Begründung: In Zeiten andauernd reduzierten Flugverkehrs sei es begrüßenswert, wenn der Flughafenbetreiber weitere Geschäftsfelder entwickele, mit denen er Einnahmen generieren und Arbeitsplätze schaffen könne, hieß es.

Für die Löwen sei der Bau einer neuen Arena »lebensnotwendig«, weshalb sich der Klub auch bei sämtlichen Versuchen der Stadt in den vergangenen 15 Jahren »sehr engagiert gezeigt und die entsprechenden Planungen unterstützt« hätten, heißt es in dem Schreiben, das von Stefan Krämer, Geschäftsführender Gesellschafter, Gesellschafter und Chief Marketing Officer Andreas Stracke, Sportdirektor und Interimstrainer Franz-David Fritzmeier sowie dem Fanbeauftragten unterschrieben ist. Doch die Zeit dränge.

Mit dem Kaiserlei-Projekt seien fünf Jahre Zeit und knapp eine Million Euro Steuergelder »verschwendet« worden, ohne zu einem Abschluss zu kommen - zumal das Grundstück am Kaiserlei »offensichtlich völlig ungeeignet« sei. Umso überraschender sei gewesen, »dass ausgerechnet und ›rein zufällig‹ am Tag des Beendens der erfolglosen Ausschreibung am Kaiserlei die Fraport Skyliners ihre Idee für den Bau einer Multifunktionsarena auf eben jenem Grundstück am Kaiserlei präsentierten - flankiert von großem Applaus entsprechender Dezernenten, die das für eine tolle Idee hielten«, so die Kritik.

Über dieses Vorgänge sei man bei den Löwen »entsetzt und fassungslos«, das Projekt am Kaiserlei sei eine »Farce«, zumal der Investor des parallel angelaufenen Projekts »TheDOME« für eine Halle am Flughafen, hinter dem die Löwen »voll stehen« und bereits 2019 einen Vormietvertrag unterzeichnet hatten, »vom ersten Tage an mehr als kritisch behandelt und in seinem Tun behindert« worden sei. Die Gründe für das Verhalten von Stadt und Dezernenten seien »nicht nachvollziehbar«.

Der Klub fordert die Stadtverordneten daher auf, das Interessenbekundungsverfahren der Fraport zu unterstützen, damit die Löwen »eine sportliche und wirtschaftliche Perspektive« haben.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-wz/loewen-frankfurt-ein-brandbrief-an-die-stadt;art1435,724086

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