29. Januar 2021, 12:00 Uhr

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Kreisliga A: Ein überraschend starker Aufsteiger

Die Saison in der Fußball-Kreisliga A Friedberg hatte bis zur Unterbrechung einiges zu bieten. Einen sehr erfolgreichen Aufsteiger und ein spannendes Rennen an der Tabellenspitze. Wir haben nachgefragt bei Hendrik Wolf, dem Mannschaftskapitän des FSV Kloppenheim, warum sein Team so erfolgreich die bisherige Saison absolviert hat.
29. Januar 2021, 12:00 Uhr
Massimo Rizzo vom A-Liga-Spitzenreiter FSV Kloppenheim (M.) lässt sich auch nicht von Yannick Polleichtner vom TFV Ober-Hörgern aufhalten. FOTO: KESSLER

In der Fußball-Kreisliga A Friedberg hatte sich bis zur coronabedingten Saisonunterbrechung im Spätherbst der von vielen Experten im Vorfeld prognostizierte Saisonverlauf entwickelt. Viele Mannschaften auf ausgeglichenem Leistungsniveau sorgten an den ersten zwölf Spieltagen für zahlreiche enge Partien, knappe Resultate und damit ein spannendes erstes Saisondrittel. »Die Liga ist in dieser Saison total ausgeglichen und unvorhersehbar. Quervergleiche zu ziehen, ist absolut unmöglich«, konstatierte Kloppenheims Trainer Siegbert Freienstein bereits nach acht Spieltagen.

Was bleibt hängen/in Erinnerung aus dem bisherigen Saison-Verlauf? Die torreichste Begegnung ging am fünften Spieltag auf dem Heilsberg über die Bühne. 17 Tore fielen beim 9:8-Heimerfolg des SSV Heilsberg gegen den SKV Beienheim II. An den deutlichsten Siegen waren gleich zweimal die Fußballer des FC Kaichen beteiligt: Beim 7:0-Heimerfolg gegen den SV Steinfurth II am ersten Spieltag und beim 9:2 gegen die SG Oppershofen am zwölften Spieltag ließ die Elf von Spielertrainer Marcel Kopp die Muskeln spielen. Ein Sieg mit sieben Toren Unterschied gelang auch dem Ligaprimus aus Kloppenheim beim 7:0 gegen den SV Steinfurth II am zweiten Spieltag.

Wer/was hat positiv überrascht? Vor dem Rundenstart hatten die Vereinsvertreter der 16 A-Liga-Klubs das Quartett aus Kaichen, Beienheim, Groß-Karben und Hoch-Weisel ganz oben erwartet - angeführt wird die Tabelle aktuell allerdings überraschend vom Aufsteiger aus Kloppenheim, der sich bereits im Vorfeld auf die Fahnen geschrieben hatte, mit attraktivem und couragiertem Offensivfußball zu überzeugen. Das Saisonziel Klassenerhalt war den Kloppenheimern dabei von Beginn an zu wenig - vielmehr strebte der ambitionierte Liganeuling eine Platzierung im oberen Tabellendrittel an. Mit nur 13 Gegentreffern stellt die auswärtsstärkste Mannschaft der Liga zudem die beste Defensive aller 16 A-Ligisten. Die Fußballer des SV Hoch-Weisel hatten sich mit zwei Siegen bereits vor dem offiziellen Saisonstart einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Rest der Liga erspielt - wurden auf der Zielgeraden aber von den Kloppenheimern eingeholt. Drei Punkte beträgt der Vorsprung des Aufsteigers auf die Kicker vom Hausberg.

Wer (Spieler/Mannschaft) hat den größten Eindruck hinterlassen? In Sachen Treffsicherheit waren die Klubs aus Kaichen (42 Tore), Hoch-Weisel (37) und Beienheim (35) dem Tabellenführer aus Kloppenheim zwar überlegen, mit Gianluca Campagna stellt der Aufsteiger allerdings den besten Torjäger der Liga. Bereits 14 Saisontreffer gelangen dem Kloppenheimer Goalgetter in seinen elf Einsätzen für den FSV. Dahinter folgt Marcel Bilkenroth vom SKV Beienheim II mit zwölf Toren vor Salvatore Belluardo vom SV Ober-Mörlen und Gino Wirth vom SSV Heilsberg mit jeweils zehn Saisontreffern. Zu den absoluten Höhepunkten der bisherigen Meisterschaftsrunde zählt aus Kloppenheimer Sicht sicherlich der 5:1-Auswärtserfolg im Spitzenspiel gegen den SV Hoch-Weisel am zwölften Spieltag, mit dem sich die Freienstein-Schützlinge kurz vor der coronabedingten Saisonunterbrechung die Tabellenführung sicherten.

Wie schlagen sich die Liga-Neulinge? Neben dem Ligaprimus aus Kloppenheim zählt der SV Ober-Mörlen zu den weiteren positiven Überraschungen des bisherigen Saisonverlaufs. Genau wie die Kloppenheimer konnte auch die Elf von Spielertrainer Nils Arne Wielpütz die Aufstiegseuphorie nahtlos in die neue Spielzeit übertragen - und dass, obwohl der Tabellenvierte über weite Strecken der Hinrunde auf Wielpütz (Kreuzbandanriss) und Leistungsträger Matthias Weckler (Achillessehnenriss) verzichten musste. Für den SV Steinfurth II verlief die Saison 2020/21 bisher dagegen absolut enttäuschend. Mit nur drei Punkten aus den bisherigen zehn Saisonbegegnungen finden sich die Rosendörfler auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Der SSV Heilsberg hat als Tabellenzwölfter immerhin ein beruhigendes Polster auf die Abstiegsränge der A-Liga vorzuweisen.

Was ist negativ aufgefallen? Die Fußballer der SG Oppershofen stehen nach elf Partien noch gänzlich ohne Zählbares da. Über weite Strecken der Hinrunde machte dem Tabellenschlusslicht sein dünner Kader und die zahlreichen Verletzungen von Leistungsträgern spürbar zu schaffen. Generell waren die Mannschaften, die einen breiten Kader vorweisen konnten, angesichts des vollen Termin- kalenders mit vielen englischen Wochen gegenüber der Konkurrenz klar im Vorteil.

Auch der Traiser FC und der TFV Ober-Hörgern rangieren im unteren Tabellendrittel der Kreisliga A Friedberg und hinken den eigenen Ansprüchen bis zur Saisonunterbrechung deutlich hinterher.

Was ist seit der Unterbrechung des Spielbetriebs passiert? Personell hat sich bei den heimischen A-Ligisten seit der Unterbrechung des Spielbetriebs im vergangenen November nur wenig getan. Trainiert wird vor allem individuell oder in Kleingruppen. Eines haben die Vereine aber gemeinsam: Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Meisterschaftsrunde nach Besserung der Infektionszahlen, in der die Kicker aus Hoch-Weisel, Groß-Karben, Ober-Mörlen und Kaichen dem Spitzenreiter aus Kloppenheim auf den Fersen bleiben und für ein spannendes Aufstiegsrennen sorgen wollen.

Hendrik Wolf, aktuell steht der FSV Kloppenheim als Aufsteiger an der Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A Friedberg. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für den Erfolg?

In erster Linie, dass wir als Mannschaft unheimlich ehrgeizig und hungrig darauf sind, jedes Spiel für uns zu entscheiden, aber auch über die gesamte Saison gesehen erfolgreichen Fußball zu spielen. Hinzu kommt, dass innerhalb des Vereins, dazu zählen neben der Mannschaft auch die Trainer, Betreuer und der Spielausschuss, ein sehr gutes und enges Verhältnis untereinander herrscht. Das schweißt zusammen und motiviert dazu, auf dem Platz alles zu geben und füreinander zu kämpfen. Dadurch sind wir in der Lage, durch Kampf und Siegeswillen auch enge Spiele für uns zu entscheiden.

Wie hält sich die Mannschaft während der Corona-Pause fit?

Unser Trainer Siegbert Freienstein hat einen Trainingsplan erstellt, der wöchentlich zwei Einheiten vorsieht. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Laufeinheiten, die wir alleine oder zu zweit absolvieren.

Was erwarten und erhoffen Sie sich für den Rest der Saison?

Zunächst hoffe ich natürlich, dass wir die Saison, anders als im vergangenen Jahr, regulär zu Ende spielen können. Wenn das so sein sollte, wollen wir an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen und Woche für Woche erfolgreich sein. Dafür müssen wir in jedem Spiel an unser Limit kommen, denn ich gehe davon aus, dass uns spätestens jetzt jeder Gegner der Liga auf dem Zettel hat und sich dementsprechend auf uns einstellt. (kun)

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