Lokalsport

Kommt die Wachablösung in der A-Liga?

Der FC Kaichen hat einen beeindruckenden Kader und gilt als Favorit in der Kreisliga A. Wie stark die Truppe von der Lögesmühle ist, könnte sich schon heute in Kloppenheim abzeichnen.
13. August 2021, 07:00 Uhr
Sascha Kungl
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Die Kenner der A-Liga sind sich weitgehend einig. Der FC Kaichen um Spielertrainer Marcel Kopp (l.) könnte die Konkurrenz abhängen. FOTO: NICI MERZ

Auf die Frage nach dem Favoriten auf den Meistertitel in der Saison 2021/22 in der Fußball-Kreisliga A Friedberg antworten die Experten nahezu einstimmig: Der FC Kaichen wird von fast allen Vereinen als Aufstiegsaspirant Nummer eins gehandelt.

Das Team von Spielertrainer Marcel Kopp stand zum Zeitpunkt des Corona-bedingten Abbruchs der Vorsaison im vergangenen Herbst zwar nur auf Rang fünf, hat mit den Neuzugängen Marco Weber vom Gruppenligisten FC Neu-Anspach, Timon Wolf vom Gruppenligisten SKV Beienheim und Sascha Hartmann vom FC Nieder-Florstadt seine höheren Ambitionen aber deutlich untermauert. Schlüsselspieler wie Kapitän Tim Kraft und Torwart Louis Korn hatten ihren Verbleib an der Lögesmühle bereits frühzeitig zugesagt. »Wir wollen, schon aufgrund unserer Neuzugänge, natürlich um die Meisterschaft in der A-Liga und den Kreisoberliga-Aufstieg mitspielen«, verrät Kopp, der gemeinsam mit Daniel Spiteler und Gerriet Fokken das Kaichener Trainerteam bildet.

Die Rolle als Titelfavorit stört Kopp weniger. »Dass wir öfter als Meisterschaftsfavorit genannt werden, war allein schon aufgrund der namhaften Neuzugänge klar. Allerdings hat die vergangene Saison gezeigt, dass wir uns jeden Sieg erst verdienen müssen«, warnt der Kaichener Übungsleiter. Zum Saisonauftakt wartet auf die Kopp-Elf mit dem Gastspiel beim FSV Kloppenheim am heutigen Freitagabend (20.15 Uhr) direkt der erste echte Härtetest.

Bis zum Corona-bedingten Abbruch der Vorsaison waren die Kloppenheimer das Maß aller Dinge. Mit drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Hoch-Weisel und acht Zählern auf die Verfolger aus Groß-Karben und Ober-Mörlen grüßte das Team von Trainer Siegbert Freienstein von der Tabellenspitze. Das beste Auswärts- und zweitbeste Heimteam der Liga stellte mit Gianluca Campagna zudem den erfolgreichsten Torjäger (14 Saisontreffer) aller 16 A-Ligisten.

In der neuen Spielzeit dürfte sich die Situation für die Kloppenheimer Kicker schwieriger gestalten. Der Überraschungseffekt ist weg, die Konkurrenz hat den Vorjahresaufsteiger nun auf dem Zettel. »Die Gefahr, dass wir im zweiten Jahr ausrechenbarer sind als in unserer Premierensaison, sehe ich nicht. Wir wollen auch in der neuen Runde an unsere guten Leistungen anknüpfen und streben erneut eine Platzierung unter den Top fünf der Liga an«, formuliert Freienstein seine Saisonziele.

Auch die KSG 1920 Groß-Karben, die am Sonntag ab 15.30 Uhr bei der SG Wohnbach/Berstadt gastiert, wird von vielen Experten in diesem Jahr ganz oben erwartet. »Der Saisonabbruch kam für uns zum ungünstigsten Zeitpunkt. Wir hatten nach einem holprigen Start endlich in die Spur gefunden, sind fünf Spiele in Folge ohne Niederlage geblieben und haben in den letzten vier Partien kein einziges Gegentor kassiert. Nun wollen wir in der neuen Runde dort anknüpfen, wo wir vor dem Saisonabbruch aufgehört haben«, erklärt KSG-Coach Olcay Bayram, der den FC Kaichen und den TuS Rockenberg am Saisonende ganz vorne erwartet.

Der TuS, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, beginnt die neue Runde am Sonntag ab 13 Uhr mit einem Gastspiel in Steinfurth. »Die Teams aus Groß-Karben, Kaichen, Hoch-Weisel und Beienheim sehe ich ganz vorne. Abzuwarten bleibt, ob die einstigen Aufsteiger Kloppenheim und Ober-Mörlen ähnlich furios aufspielen werden wie im Vorjahr«, erklärt Rockenbergs Pressesprecher Bernd Sulzbach. Die Kicker aus der nördlichen Wetterau setzen mit Peter Morbe in der Saison 2021/22 auf einen neuen Trainer.

Ähnlich verhält es sich beim SKV Beienheim II, der am Sonntag ab 15 Uhr mit einem Heimspiel gegen den TFV Ober-Hörgern in die neue Runde startet. Sascha Bilkenroth tritt bei der Beienheimer Gruppenligareserve die Nachfolge von Uwe Fey an. In Oppershofen hat Jürgen Bellersheim das Traineramt von Christian Ehnert übernommen, während beim SV Steinfurth II nach Sebastian Staisch nun Rückkehrer Marco Walter an der Seitenlinie steht.

Dreiergespann soll es in Trais richten

Auch der FC Nieder-Florstadt geht mit Spielertrainer Daniel Contin neue Wege, der seinen Einstand im Auswärtsspiel beim SV Ober-Mörlen am Sonntag (15.30 Uhr) gibt. Derweil soll beim Traiser FC mit Andreas Wirth, Fred Hoppe und Sebastian Müller in Zukunft ein Dreiergespann die Geschicke leiten, nachdem sich Spielertrainer Patrice Krämer zum SV Ockstadt verabschiedet hat. Brisant: Krämers neuer Klub und sein Ex-Verein treffen gleich am ersten Spieltag aufeinander.

Turbulent ging es auf den letzten Metern der Saisonvorbereitung auch bei der SG Wohnbach/Berstadt zu. Mit Özgür Utar hatten die Verantwortlichen im Frühjahr einen neuen Stammtorhüter vom FV Bad Vilbel verpflichtet, der Trainer Christopher Melius und seiner Elf kurz vor dem Rundenstart per Amateurvertrag quasi vor der Nase weggeschnappt wurde. »Nun haben wir unseren ehemaligen Keeper Jonas Mösser reaktiviert, um überhaupt einen gelernten Torhüter zwischen den Pfosten zu haben«, zeigt sich Melius bedient. »Trotz dieses unangenehmen Vorfalls bin ich mit dem Kader und unseren Neuzugängen sehr zufrieden. Dem einen oder anderen Ligakonkurrenten können wir sicherlich große Schwierigkeiten bereiten«, ist Melius überzeugt.

Die größte Fluktuation im Kader hatte in diesem Sommer der SV Steinfurth II, wo 15 Neuzugängen elf Abgänge gegenüberstehen. Auch in Trais (zwölf Neuzugänge) und Oppershofen (elf Zugänge) war man, was die Personalplanungen angeht, nicht untätig. Mit elf Niederlagen aus den ersten elf Partien war die SGO denkbar schlecht in die vergangene Saison gestartet und belegte zum Zeitpunkt des Abbruchs mit null Punkten und einer Tordifferenz von minus 36 Treffern den letzten Tabellenplatz. Nun stehen die Zeichen mit Neu-Coach Jürgen Bellersheim, unter dem man sich auf der A-Liga-Bühne etablieren will, auf Neuanfang.

»In Oppershofen steht uns schon seit Jahren nur ein sehr überschaubarer Kader zur Verfügung. Ausfälle von Leistungsträgern können wir daher viel schwerer kompensieren als andere Vereine. In der Vorsaison waren wir spätestens ab dem fünften oder sechsten Spieltag aufgrund unserer Ausfälle nicht mehr konkurrenzfähig. Das soll uns in diesem Jahr nicht passieren«, sagt Bellersheim, für dessen Elf der Klassenerhalt genau wie für den TFV Ober-Hörgern und den SV Germania Schwalheim oberste Priorität hat. Eine erste Standortbestimmung gibt’s schon im Duell zwischen Schwalheim und Oppershofen gleich am ersten Spieltag.

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