08. Dezember 2020, 07:00 Uhr

Keine Zeit zum Grübeln

Nach dem 1:8 in Freiburg hat der EC Bad Nauheim mit dem 6:2-Derbysieg am Sonntag seinen Fans ein echtes Nikolausgeschenk gemacht. Doch viel Zeit, um über die zwei Gesichter des Teams von Trainer Hannu Järvenpää zu grübeln, bleibt nicht.
08. Dezember 2020, 07:00 Uhr
Für den EC Bad Nauheim um Trainer Hannu Järvenpää (Mitte) geht es mit dem Nachholspiel gegen den EV Landshut am Dienstagabend direkt weiter. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Am Sonntagabend war die Welt des EC Bad Nauheim wieder in Ordnung: Das erste Derby der noch jungen DEL 2-Saison gegen die Löwen Frankfurt mit 6:2 gewonnen, die 1:8-Niederlage vom Freitag beim EHC Freiburg vergessen gemacht, und auch in der Tabelle ist mit 16 Punkten aus acht Spielen und Rang vier alles in Butter. Zeit zum Verschnaufen gibt es keine: Bereits am Dienstag (19.30 Uhr) gastiert der EV Landshut im Colonel-Knight-Stadion - EC-Trainer Hannu Järvenpää ist gewarnt.

Rückblick: »Der Derbysieg war schon eine tolle Erfahrung«, sagte Järvenpää am Tag nach dem 6:2 gegen Frankfurt. »Ich kann nur erahnen, wie es gewesen wäre, wenn die Fans hätten dabei sein dürfen.« Seine Mannschaft dürfte ihm über diesen einen Wermutstropfen aber hinweggeholfen haben, zeigte sie sich in einem schnellen und emotional geführten Hessen-Derby doch über weite Strecken defensiv stabil und offensiv effizient - ganz im Gegensatz zum Freitag, als die »Roten Teufel« diese Tugenden über weite Strecken hatten vermissen lassen. Torhüter Felix Bick, am Sonntag mit starker Vorstellung gegen seinen Ex-Klub, sagte nach der Partie: »Es zeugt von Charakter, nach Freitag so zurückzukommen. Der Zusammenhalt im Team ist wirklich gut.«

Ebenfalls erfreulich aus EC-Sicht: Das Debüt von Rückkehrer Mike Card. »Ich bin wirklich zufrieden mit ihm. Nach fast sieben Monaten ohne Spiel hat er keine Überraschungen vollbracht, aber auch keine größeren Fehler. Das war schon sehr solide«, lobte Järvenpää. Card hatte großen Anteil, dass die EC-Defensive den Frankfurtern nur wenige Schüsse aus wirklich gefährlicher Position gestattete, und bei knapp fünf Minuten am Stück in Unterzahl im zweiten Drittel und einer Drei-gegen-Fünf-Situation im Schlussabschnitt ohne Gegentor geblieben war.

Erstmals im Team war der Kölner Förderlizenzspieler Jussi Petersen, der sein erstes Profi-Match bestritt, zudem spielte Luis Üffing. »Beide haben das gut gemacht. Sie sind schnell, wollen etwas lernen und haben eine gute Zukunft vor sich«, sagte Järvenpää über die Youngsters, die auch gegen Landshut spielen dürften - zumal Stürmer Freddy Cabana nach seinem Sturz in die Bande vom Freitag aller Voraussicht nach 14 Tage mit einer Oberkörperverletzung ausfällt.

Fan-Rivalitäten: Wenn schon keine Zuschauer im Stadion zugelassen waren, so pflegten die Ultras der beiden hessischen Klubs abseits der Arena ihre Rivalität: Während die »Fanatics Nauheim« nicht nur am Colonel-Knight-Stadion Spruchbänder aufgehängt, sondern auch das Eisstadion am Frankfurter Ratsweg »verschönert« hatten, fiel auf der Gegenseite die »Bembel-Crew« durch ein vor allem beleidigendes Banner am CKS-Eingang auf. Dies spielte aus Sicht der Gastgeber aber nur eine untergeordnete Rolle, zumal weitere Anhänger ihrer Unterstützung und ihren guten Wünsche mit Transparenten im Stadion auf kreative Art Ausdruck verliehen hatten.

Geschenke vom Nikolaus: Auch wenn den meisten EC-Fans der Derbysieg als Geschenk zum Nikolaustag sicher gereicht hätte, hatte die Geschäftsstelle der Kurstädter noch eine andere Idee: Am Sonntagmorgen machten sich zwei Trupps, ausgestattet mit Nikolausmützen und unterstützt von Maskottchen »Hellvis«, auf den Weg, um einige Dauerkarteninhaber mit einem kleinen Präsent für die Unterstützung zu bedanken. Die Überraschung gelang - auch wenn der eine oder andere der Besuchten am Sonntagmorgen noch nicht allzu lange auf den Beinen gewesen war.

Starke Landshuter: Mit den Landshutern kommt am Dienstagabend ein Team zum Nachholspiel nach Bad Nauheim, das wie sein Gastgeber bislang im Schnitt zwei Punkte pro Spiel geholt hat. Angeführt wird die Mannschaft von Trainer Leif Carlsson von Nationalspieler und DEL-Crack Felix Schütz (6 Tore/7 Vorlagen), Zach O’Brien (6 Tore/7 Vorlagen) und Marcus Power (6 Tore/6 Vorlagen) in der ersten Reihe, die es alleine auf 42 (!) Scorerpunkte in sieben Spielern bringt. Die Folge: Der EVL, der während der Vorbereitung und auch unter der Saison jeweils durch eine Corona-Quarantäne ausgebremst worden war, musste sich bislang lediglich dem aktuellen Tabellenführer Ravensburg Towerstars am Sonntag (Endstand: 2:3) und in arg dezimierter Formation dem aktuellen Tabellendritten Kassel Huskies (1:3) geschlagen geben. Während Christian Ettwein und Max Forster wieder fit sind, steht hinter den Einsätzen von Max Hofbauer und Dimitri Pätzold ein Frage- zeichen. Definitiv fehlen Jere Laaksonen (krank) und Mario Zimmermann (U 20-WM).

»Landshut ist eine wirklich gefährliche Mannschaft, sie explodieren förmlich, wenn sie den Puck haben«, sagt Järvenpää. »Wir müssen bereit sein und Respekt haben - aber sicher keine Angst. Wenn wir wieder solide in der Defensive stehen, bekommen wir in der Offensive unsere Chancen.«

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